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Crans-Montana: Walliser Staatsrat spricht 10'000 Franken pro Opfer

Sina Barnert
Sina Barnert

Crans-Montana,

In der Silvesternacht kam es in Crans-Montana zu einem verheerenden Brand in einer Bar. 40 Menschen kamen ums Leben. Das Neuste dazu liest du im Nau.ch-Ticker.

Crans-Montana Bar Feuer
40 Menschen starben in der Silvesternacht in Crans-Montana bei einem Brand in der Bar «Le Constellation». - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Feuer brach in der Silvesternacht in der Bar «Le Constellation» in Crans-Montana aus.
  • Dabei kamen 40 Menschen ums Leben. 116 wurden teils schwer verletzt.
  • Bar-Betreiber Jaques Moretti sitzt mittlerweile in Untersuchungshaft. Ermittlungen laufen.

In der Silvesternacht brach in der Bar «Le Constellation» in Crans-Montana ein verheerender Brand aus.

Dabei kamen 40 Menschen – darunter viele Jugendliche – ums Leben. 116 Personen erlitten teils schwerste Verletzungen.

Ausgelöst haben soll den Brand die unsachgemässe Handhabung von Wunderkerzen. Diese sollen selbst eingebautes Dämmmaterial an der Decke der Keller-Bar entzündet haben.

Betreiber Jaques Moretti sitzt mittlerweile in Untersuchungshaft. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren.

Das Neuste zur Brand-Katastrophe liest du im Ticker von Nau.ch:

Auch der Bundesrat will finanziell helfen

14.32: Auch der Bundesrat hat sich für ausreichende Unterstützung für die Opfer der Brand-Katastrophe ausgesprochen.

Man wolle sicherstellen, dass die Opfer und ihre Angehörigen ausreichende Unterstützung erhalten. Dazu werde der Bundesrat beim Parlament falls nötig Finanzmittel beantragen.

EJPD Beat Jans
EJPD-Vorsteher Beat Jans an der Trauer-Zeremonie für die Opfer von Crans-Montana. - keystone

Das Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) werde bis im Februar 2026 prüfen, wo Lücken im Hilfsangebot bestünden. Zeitgleich soll evaluiert werden, wo der Bund Unterstützung bieten könne.

Walliser Staatsrat spricht 10'000 Franken pro Opfer

14.20: Nach dem verheerenden Silvester-Brand in Crans-Montana spricht der Walliser Staatsrat für die Opfer Soforthilfe.

Für jedes Opfer, welches verstorben oder hospitalisiert wurde, zahlt der Kanton 10'000 Franken. Zudem hat die Regierung ein Spendenkonto eingerichtet.

Crans-Montana
Der Walliser Staatsrat hat für jedes Opfer der Brand-Katastrophe von Crans-Montana 10'000 Franken Soforthilfe gesprochen. - keystone

Der Staatsrat plant ausserdem die Gründung einer unabhängigen Stiftung. Diese soll die Spenden und deren Verteilung verwalten.

Auch rund um pyrotechnische Gegenstände hat die Walliser Regierung einen Entscheid gefällt. Diese werden in allen Einrichtungen verboten, die öffentlich zugänglich sind.

Laut Bar-Betreibern: «Le Constellation» war an Silvester nicht übervoll

14.00: Laut Jaques Moretti war das «Le Constellation» in der Silvesternacht nicht überfüllt.

Gegenüber den Ermittlern gab der Bar-Betreiber an, die zugelassene Anzahl Besuchender liege bei 300. Das berichtet «Le Temps».

Dies, nachdem die Gemeinde zuvor die Zahl 200 angegeben hatte. Demnach durften nur 100 Personen im Unter- und 100 im Obergeschoss sein.

Moretti
Die Morettis bei ihrer Ankunft in Sitten. - keystone

Zudem versichert Morettis Ehefrau und Mitbetreiberin Jessica Moretti, dass die Kapazitätsgrenze an besagtem Abend eingehalten worden sei. Denn es seien Sicherheitsleute im Einsatz gestanden.

Diese hätten den Einlass geregelt und kontrolliert, dass sich nicht zu viele Leute in der Bar aufgehalten hätten. Zudem hätten sie Alterskontrollen durchgeführt.

Verstellte ein Tischchen den Notausgang?

12.00: Neue Erkenntnisse rund um die Silvesternacht in Crans-Montana.

Aufnahmen einer Überwachungskamera im «Le Constellation» legen nahe, dass ein Möbelstück den Fluchtweg blockiert haben könnte. Das berichtet das italienische Blatt «Corriere della Sera», dem die Aufnahmen vorliegen.

Crans-Montana
Versperrte ein Tischchen (r.) im «Le Constellation» kurz vor dem Brand den Notausgang? - TG3

Im Bildausschnitt einer Videosequenz kurz vor dem Brand sei zu sehen, dass eine Tür durch ein Tischchen blockiert sei. Diese Tür sei als Notausgang gekennzeichnet gewesen.

Lausanner Elite-Privatschule trauert um aktuelle und ehemalige Schüler

09.45: Die Elite-Privatschule «Collège Champittet» aus Pully VD ist von der Brand-Katastrophe von Crans-Montana betroffen.

Collège Champittet
Die Privatschule «Collège Champittet» aus Pully VD trauert um drei aktuelle und vier ehemalige Schüler. - Nord Anglia Education

Die angesehene Privatschule trauert um drei aktuelle und vier ehemalige Schüler, die ihr Leben in der Silvesternacht verloren.

In einer Traueranzeige liess die Schule verlauten: «Wir werden diese Schüler in Erinnerung behalten und ihr Andenken ehren.»

Mindestens 48 Verletzte haben schwere Verbrennungen

09.15: Laut neuesten Zahlen des Bundesamts für Bevölkerungsschutz haben mindestens 48 Menschen in der Silvesternacht schwere Brandverletzungen erlitten. Das vermeldet der «24 heures».

Diese seien so schwer, dass die Brandopfer in hochspezialisierten ausländischen Verbrennungszentren behandelt würden.

Crans-Montana
48 Verbrennungsopfer werden derzeit im Ausland behandelt. - keystone

Aktuell würden 19 Opfer in Frankreich und 12 Verletzte in Italien behandelt. In Deutschland kümmere man sich um 10 Patienten aus Crans-Montana, in Belgien würden 7 Brandopfer behandelt.

Die meisten Verletzten seien ausländische Staatsangehörige. Aber auch 24 Schweizer Verletzte mussten ins Ausland verlegt werden.

Bar-Personal hatte keine Notfall-Schulung

07.38: Das Personal des «Le Constellation» soll keine Notfall-Schulung erhalten haben.

Das geht aus Aussagen hervor, die die Morettis gegenüber den Ermittlern getätigt haben, wie «Le Temps» schreibt. Demnach hätten sich in der Bar vier Feuerlöscher befunden.

Moretti
Das Ehepaar Moretti vor seiner Anhörung am Freitagmorgen in Sitten VS. Jacques Moretti befindet sich mittlerweile in Untersuchungshaft. - keystone

Auch der Notausgang sei gekennzeichnet gewesen. Ein defektes Leuchtschild sei erst kurz vor Silvester repariert worden.

Allerdings habe das «Le Constellation» keine Sprinkleranlage, räumte Moretti ein. Zudem sei das Personal nicht für Notfälle wie Feuer geschult worden.

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