In Washington gibt es jetzt den «Epstein Walk of Shame»
Unbekannte stellen in Washington prominente Namen aus den Epstein-Akten an den Pranger. Vorbild ist Der Walk of Fame in Hollywood.

Das Wichtigste in Kürze
- In Washington gibt es seit wenigen Tagen den «Jeffrey Epstein Walk of Shame».
- Prominente Namen aus den Akten sind auf einem Stern abgebildet.
- Ein QR-Code führt direkt zu den veröffentlichten Epstein-Akten.
In der US-amerikanischen Hauptstadt Washington ist unweit des Weissen Hauses ein «Epstein Walk of Shame» (Deutsch: Weg der Schande) aufgetaucht.
Die Installation prangert prominente Persönlichkeiten an, deren Namen in den Epstein-Akten aufgetaucht sind. Und die mit dem verstorbenen Sexualstraftäter in Verbindung standen.
Unbekannte haben die Aktion beim Farragut Square – in unmittelbarer Nähe zum Weissen Haus – platziert.
Die Darstellung besteht aus Aufklebern, die den berühmten Hollywood Walk of Fame in Los Angeles nachahmen. Jeder Stern nennt Namen von Epsteins einflussreichen Bekannten. QR-Codes auf den Sternen verlinken zu spezifischen Einträgen in den veröffentlichten Akten.
Prominente Namen auf den Sternen sorgen für Aufsehen
Unter den genannten Personen befinden sich Politiker, ein Ex-Prinz und Geschäftsleute: Ghislaine Maxwell, Epsteins inhaftierte Komplizin, Ex-US-Präsident Bill Clinton, Ex-Prinz Andrew, Microsoft-Gründer Bill Gates und Sexualstraftäter Harvey Weinstein.
Auch Ex-Harvard-Präsident Larry Summers, Milliardär Les Wexner und der US-Handelsminister Howard Lutnick, der aussagen will, stehen auf der Liste.
Alle genannten Personen haben jegliches Vorwissen über Epsteins Verbrechen bestritten.
Eine Erwähnung in den Epstein-Akten bedeutet nicht automatisch ein Fehlverhalten.
Clinton: «Sah nichts, was mir Anlass zur Sorge gab»
Die Veröffentlichung der Akten erfolgte im Dezember und Januar – jedoch mit Verspätung. Noch sind nicht alle Informationen freigegeben worden. Viele sind zudem geschwärzt, so dass wenig bis nichts zu erkennen ist.
Clinton und seine Ehefrau Hillary erschienen kürzlich vor dem republikanisch geführten Hausaufsichtsausschuss. Beide beantworteten Fragen zu ihren jeweiligen Freundschaften mit Epstein. Die Anhörungen fanden unter grosser Medienaufmerksamkeit statt.
Clinton erklärte am Freitag vor dem Gremium: «Ich habe nichts Falsches getan.»
Er betonte weiter: «Ich sah nichts, was mir je Anlass zur Sorge gab» bezüglich Epsteins Verhalten. Der Ex-Präsident behauptete, die Verbindungen lange vor Epsteins Schuldbekenntnis 2008 beendet zu haben.
Zudem gab Clinton an, nichts von einem allfälligen Fehlverhalten Donald Trumps zu wissen. Trump pflegte früher eine enge Beziehung zu Epstein.
Musk-Stern verschwindet schnell wieder
Bill Gates hat sich inzwischen bei den Mitarbeitern seiner Stiftung entschuldigt. Er räumte Fehler in seinen früheren Geschäften mit Epstein ein.
Gegen den früheren britischen Prinzen Andrew Mountbatten-Windsor wird in Grossbritannien ermittelt. Im Februar wurde der tief gefallene Ex-Royal verhaftet, kam aber schnell wieder frei.

Ein Stern für Tesla-Chef Elon Musk ist ebenfalls Teil des «Jeffrey Epstein Walk of Shame». Dieser wurde jedoch schnell wieder entfernt. Die Akten enthalten eine E-Mail von 2012, in der Musk einen möglichen Inselbesuch diskutierte.
Das Weisse Haus äusserte sich auf Anfrage der Zeitung «The Independent» bisher nicht zum «Jeffrey Epstein Walk of Shame».
Epstein-Skandal erschüttert Elite-Kreise
Jeffrey Epstein wurde 2019 tot in seiner Gefängniszelle aufgefunden, während er auf seinen Prozess wegen Sexhandels wartete. Sein Tod wurde offiziell als Suizid eingestuft, löste jedoch zahlreiche Verschwörungstheorien aus.
Epstein unterhielt über Jahrzehnte Verbindungen zu einflussreichen Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft.

Die Veröffentlichung der Epstein-Akten erfolgte nach jahrelangem Druck von Medien und Aktivisten.
Das Justizministerium gab die Dokumente schrittweise frei, wobei viele Namen geschwärzt blieben. Die Akten enthalten E-Mails, Flugprotokolle und Zeugenaussagen, die Epsteins weitreichendes Netzwerk dokumentieren.
Ghislaine Maxwell, Epsteins langjährige Vertraute, wurde 2021 wegen Beihilfe zum Sexhandel verurteilt. Sie verbüsst eine 20-jährige Haftstrafe.




















