Pleiten bei Firmen und Privatpersonen steigen Anfang 2026 deutlich

Keystone-SDA
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Zürich,

Aufgrund einer Gesetzesänderung steuern die Firmenkonkurse 2026 auf ein Rekordniveau zu. Auch Privatpersonen meldeten deutlich häufiger Konkurs an.

Konkurs
In der Schweiz stieg die Zahl der Firmeninsolvenzen in den Monaten Januar und Februar im Vergleich zum Vorjahr um fast 76 Prozent. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Im Januar und Februar 2026 stieg die Zahl der Firmeninsolvenzen um fast 76 Prozent.
  • In diesem Jahr wird mit bis zu 14'000 Firmenpleiten gerechnet.
  • Weiter zugenommen haben auch die Privatkonkurse von lebenden Personen.

Die Pleiten bei Firmen und Privatpersonen haben Anfang 2026 deutlich zugenommen. Konkret stieg die Zahl der Firmeninsolvenzen in den Monaten Januar und Februar im Vergleich zum Vorjahr um fast 76 Prozent. Insgesamt sind 2361 Firmen pleite gegangen.

Der Gläubigerverband Creditreform schreibt am Mittwoch in einer Mitteilung: «Damit setzt sich eine beispiellose Konkurswelle fort, die in der zweiten Jahreshälfte 2025 ihren Anfang nahm.»

Hauptgrund für den starken Anstieg sei eine Gesetzesänderung von Anfang 2025, die sich jedoch erst ab Mai 2025 auszuwirken begann. Seitdem müssen auch Steuerbehörden und Sozialversicherungen auf Konkurs betreiben. Sie werden damit privaten Firmen gleichgestellt.

Viele bereits kurz vor dem Konkurs stehende Firmen hätten vorher die Pleite noch herauszögern können. Nun sei das nicht mehr der Fall.

Bis zu 14'000 Firmenpleiten im Jahr 2026

Sollte der Trend mit auf dem Tempo anhalten, könnte es in diesem Jahr über 14'000 Firmenpleiten geben, prognostiziert Creditreform.

Damit würde der Rekord aus dem Vorjahr mit 11'915 Konkursen noch einmal deutlich übertroffen werden.

Ein klares Plus gab es auch bei den Konkurspublikationen aufgrund von Mängeln in der Organisation. Diese stiegen um fast ein Drittel an.

Ein Grund könnte sein, dass die Konkursämter aufgrund der hohen Last diese Fälle zunächst weniger hoch priorisiert hatten.

Zudem könnte es deutlich mehr Personen geben, «die in ihren Unternehmen bewusst einen gesetzeswidrigen Zustand in Kauf nehmen. Und sich ihrer Verantwortung entziehen».

Weiter zugenommen haben auch die Privatkonkurse von lebenden Personen. Diese stiegen deutlich um 43 Prozent auf 281 an.

Der Trend aus dem Vorjahr setzte sich damit fort. Für das Gesamtjahr erwartet Creditreform aber einen Wert in etwa auf Vorjahresniveau.

Mehr Neugründungen seit Anfang Jahr

Dagegen waren die Konkurse nach dem Ableben einer Person, in Folge von ausgeschlagenen Nachlässen durch die Nachkommen, rückläufig. Dies um 4,1 Prozent.

Auf der anderen Seite gab es in den ersten beiden Monaten 2026 3,3 Prozent mehr Neugründungen.

Warst du schon mal pleite?

Insgesamt wurden 9372 Firmen neu in das Handelsregister eingetragen. Jedoch stieg die Zahl der Löschungen mit 7,2 Prozent noch etwas stärker an.

Unter dem Strich steht netto ein Plus von 3538 Firmen, dies ist etwas weniger als im Vorjahreszeitraum (-2,6%).

Für das laufende Jahr erwartet Creditreform ein Wachstum der Neueintragungen um 3,3 Prozent auf 37'500.

Das Plus bei den Löschungen soll mit 2,9 Prozent etwas darunter ausfallen. Netto dürften der Prognose zufolge 22'600 Firmen mehr hinzukommen, was einem Plus von 4,0 Prozent entspricht.

Kommentare

User #5336 (nicht angemeldet)

Weshalb so oft negativ ins Thema einsteigen (Titel), wenn es nur 2361 Firmen Pleite gehen und doch 9372 Neugründungen in den ersten beiden Monate gibt. Das ist ein Zuwachs von ~7000 Firmen. Das muss gefeiert werden !

User #6362 (nicht angemeldet)

Wir brauchen mehr "Fachkräfte" aus dem Ausland, die uns mit der Bearbeitung von Konkursen helfen.

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