Krankenkassen

    Krankenkassen und Ärzte reichen neuen Arzttarif ein

    Keystone-SDA
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    Bern,

    Am Donnerstag haben Curafutura und die Ärztevereinigung FMH dem Bundesrat eine Nachbesserung des Arzttarifs Tardoc übergeben.

    hausarzt arzttarif
    Soll mit dem neuen Arzttarif ausgewogener abrechnen können: Hausarzt in einer Praxis in Zürich. (Symbolbild) - sda

    Das Wichtigste in Kürze

    • Heute Donnerstag wurde eine Nachbesserung des Arzttarifs Tardoc dem Bundesrat übergeben.
    • Dieser erfüllt laut Curafutura und der Ärztevereinigung FMH alle Anforderungen.

    Der Krankenkassenverband Curafutura und die Ärztevereinigung FMH haben am Donnerstag dem Bundesrat eine Nachbesserung des Arzttarifs Tardoc übergeben. Dieser erfülle sämtliche Anforderungen der Landesregierung, teilten sie mit. Curafutura und FMH einigten sich demnach auf eine kostenneutrale Einführung des revidierten Tarifs Tardoc.

    Zudem stimmte auch die zum Konkurrenzverband Santésuisse gehörende Krankenkasse Swica dem neuen Tarif zu. Dank diesem Zuzug vereinigt Tardoc mit den Curafutura-Kassen CSS, Helsana, Sanitas und KPT die Mehrheit der Versicherten hinter sich.

    Gesamtrevision seit Jahren umstritten

    Bereits im Juli 2019 hatten Curafutura und die Ärztinnen- und Ärztevereinigung FMH einen gemeinsam mit Unfall-, Invaliden- und Militärversicherung ausgearbeiteten Tarifvorschlag eingereicht. Der Bundesrat forderte gewisse Anpassungen, damit die Tarife seinen Anforderungen gerecht werden.

    curafutura
    Das Logo der Krankenkassenverbandes Curafutura in Bern. - Keystone

    Daraufhin machten sich die Tarifpartnern wieder an die Arbeit. Wie sie gemeinsam mitteilten, sehen sie nun alle Anforderungen erfüllt. Sie bitten den Bundesrat, den Tardoc zu genehmigen und auf 1. Januar 2022 in Kraft zu setzen.

    Die Gesamtrevision des ambulanten Arzttarifs ist seit Jahren umstritten. Der aktuelle Tarif stammt aus dem Jahr 2004. Er entspricht nicht mehr dem Stand der Medizin, der Automatisierung und der Digitalisierung. Damit sind gewisse Leistungen über-, andere unterbezahlt.

    Mehrheit der ambulanten Leistungen über Arzttarif abgerechnet

    Der Löwenanteil der ambulanten medizinischen Leistungen wird über den Arzttarif abgerechnet. Er entspricht einem Drittel der Kosten in der obligatorischen Krankenversicherung oder zwölf Milliarden Franken im Jahr.

    Der neue Arzttarif von Curafutura und FMH soll die Unausgewogenheiten beseitigen. Zudem vereinfacht er die Tarifstruktur mit einer Reduktion der Positionen von 4700 auf 2700, was mehr Transparenz schafft. Er bildet die technischen Möglichkeiten besser ab und wird den Angaben zufolge der Hausarztmedizin besser gerecht.

    Santésuisse hatte anfangs Juni zusammen mit den invasiv tätigen Ärzten vom Medizinerunterverband FMCH einen neuen ambulanten Arzttarif vereinbart. Dieser umfasst 67 häufig durchgeführte Operationen.

    Die Curafutura-Kassen waren 2013 wegen Interessenkonflikten aus dem Verband Santésuisse ausgetreten.

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