Kinder flüchten vor ihren Gefühlen auf Social Media

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    Lausanne,

    Bildschirmgeräte gehören zum Alltag von Jugendlichen. Viele Schulkinder weisen gar eine problematische Nutzung sozialer Netzwerke auf.

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    Aufgrund von belastenden Nachrichten auf ihrem Handy konnte man den Missbrauch nahelegen. (Symbolbild) - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Etwa ein Viertel der 11- bis 15-Jährigen flüchtet mit Social Media vor negativen Gefühlen.
    • Ein Fünftel der Altersgruppe sagt, ein- oder zweimal virtuell belästigt geworden zu sein.
    • Zwischen den Geschlechtern gibt es aber Unterschiede.

    Etwa ein Viertel der 11- bis 15-Jährigen flüchtet oft mit Social Media vor negativen Gefühlen. Und etwa 4 % der Schulkinder weisen gar eine problematische Nutzung sozialer Netzwerke auf. Die von Sucht Schweiz durchgeführte nationale Schülerinnen- und Schülerstudie gibt neue Einblicke ins Bildschirmverhalten von Schulkindern.

    Simonetta Sommaruga
    Die Anzahl an Drohungen auf sozialen Medien nimmt immer wie mehr zu. - Keystone

    Wie oft tauschst du dich online aus? Mit wem? Wo liegen die Schwierigkeiten mit der Nutzung von Social Media?

    Die repräsentative Schülerinnen- und Schülerstudie HBSC zum Gesundheits- und Risikoverhalten der 11- bis 15-Jährigen gibt dazu einen Einblick. Fakt ist, Bildschirmgeräte gehören zum Alltag von Jugendlichen. Dabei wird mit zunehmendem Alter auch die Bildschirmzeit länger. Während diese sich an Schultagen zwischen den beiden Umfragen kaum verändert hat, haben vor allem die Wochenendzeiten zugelegt.

    Viele berichten über Schwierigkeiten mit der Nutzung von Social Media

    Die 11- bis 15-Jährigen berichten über Schwierigkeiten mit der Nutzung sozialer Netzwerke. Dazu zählt der vergebliche Versuch, weniger Zeit in sozialen Netzwerken zu verbringen. Oder die häufige Nutzung sozialer Netzwerke, um vor negativen Gefühlen zu flüchten. Auch ein ernsthafter Konflikt mit den Eltern oder Geschwistern wegen der Nutzung sozialer Netzwerke zählt dazu.

    Wer auch sonst Probleme hat, ist vermehrt online

    Die Zeit, die an Schultagen vor einem Bildschirm verbracht wurde, war bei einigen Jugendlichen ausgeprägter. Beispielsweise bei denen die sich von ihrer Familie mässig oder wenig unterstützt fühlen. Die wenig zufrieden oder gar unzufrieden mit ihrem Leben sind und die ihre Gesundheit als einigermassen gut bis schlecht einstufen. Die chronische körperliche oder psychoaffektive Beschwerden haben.

    Nahezu jeder Zehnte erlebt Mobbing im virtuellen Raum

    Das Cyber-Mobbing zeichnet sich dadurch aus, bösartige Nachrichten oder Posts und unpassende Fotos zu verbreiten. So kann z.B ein unangemessenes Bild viral gehen und lange Zeit im Netz hängen bleiben.

    weibliche Genitalverstümmlung
    Das Netzwerk organisiert Weiterbildungen über weibliche Genitalverstümmelung und arbeitet mit der Präventionsarbeit zusammen. - dpa-infocom GmbH

    Nahezu jeder zehnte 11- bis 15-Jährige sei in den letzten Monaten mindestens ein- oder zweimal virtuell belästigt worden. Etwa 5 % der 11- bis 15-Jährigen sagten: Dass sie mindestens ein- oder zweimal in den letzten Monaten jemanden im virtuellen Raum belästigt haben.

    Wie die 11- bis 15-Jährigen im Internet kommunizieren

    Zwischen den Geschlechtern gibt es gewisse Unterschiede: So sind Videospiele bei Jungen deutlich beliebter und sie schauen sich etwas mehr Videos an. Während Mädchen mehr Zeit in andere Bildschirmaktivitäten investieren. Dazu zählen solche in Zusammenhang mit Schulaufgaben, im Internet surfen oder soziale Netzwerke.

    Mehr als die Hälfte der 11- bis 15-Jährigen sagen, dass sie sich mehrmals pro Tag oder fast durchgehend online austauschen. Also Nachrichten erhalten und senden, oder Emoticons, Fotos, Videos oder Sprachnachrichten bekommen und schicken.

    Sucht Schweiz unterstützt Eltern

    Nebst allen Vorteilen kann der unkontrollierte, ständige Gebrauch von Bildschirmen auch Risiken bringen, Eltern sind manchmal ratlos und suchen Antworten. Für sie hält Sucht Schweiz Tipps für den Alltag bereit. Eltern sollten mit ihren Kindern ein Zeitbudget für die Mediennutzung festlegen. Sich nach den Inhalten und Motiven für die Nutzung erkundigen sowie Zeitpunkt und Ort der Nutzung definieren.

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