Kanton Wallis will Stiftung mit 10 Mio. Franken unterstützen
Nach dem tödlichen Bar-Brand in Crans-Montana dauert die Aufarbeitung weiter an. Nau.ch informiert im Ticker über die neusten Ereignisse.

Das Wichtigste in Kürze
- In Crans-Montana starben in der Neujahrsnacht 40 Menschen bei einem Barbrand.
- Seither dauert die juristische Aufarbeitung an.
- Im Nau.ch-Ticker bleibst du auf dem Laufenden.
In der verheerenden Brandkatastrophe an Silvester in der Bar «Le Constellation» in Crans-Montana kamen insgesamt 40 junge Menschen ums Leben.
Mittlerweile wurde das Inferno-Ehepaar, dem die Bar gehört, befragt. Der Wirt Jacques Moretti befand sich zeitweise in Untersuchungshaft und wurde nun gegen Kaution freigelassen.
Mit dem Nau.ch-Ticker bleibst du auf dem Laufenden.
13.38: Nicht nur Verstorbene und Verletzte sollen als Opfer gelten
Nach der Brandkatastrophe von Crans-Montana VS sollen nicht nur Verstorbene und Verletzte als Opfer betrachtet werden. Die Konferenz der kantonalen Sozialdirektorinnen und -direktoren (SODK) empfiehlt den Kantonen, die Opfereigenschaft in diesem Fall auszuweiten.
Laut einer SODK-Mitteilung vom Montag sollten aus Sicht des Vorstands auch Menschen als Opfer gelten dürfen, welche sich zum Unglückszeitpunkt im Lokal befanden oder die versuchten, Personen aus dem brennenden Lokal zu retten.
Ebenso sollten für den SODK-Vorstand Personen als Opfer gelten, welche sich in unmittelbarer Nähe der Bar «Le Constellation» aufhielten und begründete Befürchtungen um die persönliche Integrität einer nahestehenden Person hatten.
All diese Personen sowie ihre Angehörigen sollten Anspruch auf Opferhilfeleistungen haben, heisst es in der Mitteilung weiter.
12.05: Kanton Wallis will Opfer-Stiftung mit 10 Mio. Franken unterstützen
Der Kanton Wallis möchte die Opfer der Brandkatastrophe in finanzieller, rechtlicher und administrativer Hinsicht langfristig unterstützen.
Die derzeit gegründete Opfer-Stiftung möchte der Staatsrat deshalb mit einem Kapital von 10 Millionen Franken dotieren. Das geht aus einer am Montag veröffentlichten Mitteilung hervor.

«Eine entsprechende Botschaft wird dem Grossen Rat übermittelt», heisst es weiter. Zudem möchte der Kanton die Kosten für die Rückführung und Bestattung der Verstorbenen übernehmen.
Diese Entschädigung käme zu den 10'000 Franken hinzu, die als Soforthilfe ausgezahlt wurden. Ausserdem möchte der Kanton die Empfehlungen der Konferenz der kantonalen Sozialdirektorinnen und Sozialdirektoren (SODK) umsetzen.
Diese sehen unter anderem eine rasche, koordinierte und unbürokratische Gewährung der im Opferhilfegesetz (OHG) vorgesehenen Soforthilfe sowie die Definition des Opferstatus über die hospitalisierten oder verstorbenen Personen und ihre Angehörigen hinaus vor.
10.07: 16-Jähriger starb an Rauchgasvergiftung
Eines der Opfer war der 16-jährige Emanuele Galeppini. Er galt als grosses Golftalent, lebte mit seiner Familie in Dubai, besuchte dort eine Schweizer Privatschule. Ferien machte er mit seiner Familie regelmässig in Crans-Montana.
Sein Tod warf früh Fragen auf: Der Jugendliche wies kaum Brandverletzungen auf. Dennoch verzichtete die Walliser Staatsanwaltschaft zum Unverständnis der Eltern auf eine Autopsie.
Nun liess die italienische Justiz den Leichnam in Genua untersuchen.
Der Anwalt der Familie, Alessandro Vaccaro, bestätigte gegenüber «CH Media»: Die Obduktion zeigt, dass Emanuele an einer Rauchgasvergiftung starb. Verbrennungen seien kaum vorhanden gewesen. Dafür Schürfungen und Blutergüsse.
Diese Verletzungen deuten laut dem Anwalt darauf hin, dass der Jugendliche im Chaos möglicherweise zu Boden stürzte und niedergetrampelt wurde. Ob er im Lokal oder draussen starb, ist unklar.
Ist Emanuele beim Fluchtversuch gestorben?
Die italienischen Behörden führen nun eigene Ermittlungen weiter. Unter anderem soll geklärt werden, wo sich der Jugendliche zum Zeitpunkt seines Todes befand.
Ausserdem soll geklärt werden, ob das brennende Deckenmaterial besonders giftige Rauchstoffe freisetzte.
Die neuen Erkenntnisse könnten auch für das laufende Verfahren in der Schweiz relevant werden.
Sollte sich etwa herausstellen, dass die Massenpanik auf der engen Treppe viele Todesopfer verursachte, wäre das von grosser Bedeutung.
Dann könnten die fehlenden Kontrollen der Gemeinde stärker in den Fokus der Ermittlungen rücken.



















