Kein Ausnahme: Schweizer Brandopfer bleiben im Schuljahr sitzen

    Bettina Zanni
    Bettina Zanni

    Lausanne,

    Die Verletzten der Walliser Brandkatastrophe verpassen einen Teil des Schuljahrs. Im Gegensatz zu den Italienern müssen die Schweizer das Jahr wiederholen.

    Schule
    «Alle Schweizer Verletzten bleiben sitzen», erzählt der Vater eines italienischen Opfers. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Viele Brandopfer der Brandkatastrophe von Crans-Montana VS besuchen noch die Schule.
    • Die Schweizer Schülerinnen und Schüler bleiben sitzen.
    • «Grauenvoll», findet dies der Vater eines italienischen Opfers.

    Zahlreiche Schulbänke sind seit Wochen leer. Die Brandkatastrophe in Crans-Montana VS forderte viele jugendlichen Verletzte. Viele von ihnen haben das Spital inzwischen verlassen können, befinden sich aber noch in der Reha.

    Nach der Katastrophe haben die Schweizer Opfer erneut Pech.

    «Alle Schweizer Verletzten bleiben sitzen.» Dies erzählt Valentino Giola gemäss dem «Corriere della Sera». Auch sein 16-jähriger Sohn Giuseppe wurde beim Brand in der Silvesternacht schwer verletzt.

    «Mangel an Menschlichkeit»

    Unter den Brandopfern sind viele Schweizer, Italiener und Franzosen. Die Angehörigen stehen in einem Gruppenchat in engem Kontakt. Die Schweizer Eltern hätten ihnen davon erzählt, sagt Valentino Giola.

    Die anderen Schülerinnen und Schüler hätten die Schule das ganze Jahr besucht. «Die Schule sagte, dass man sie nicht mit denjenigen gleichstellen kann, welche die Schule nur ein paar Monate besucht hätten.»

    Ist es richtig, dass die Brandopfer die Klasse wiederholen müssen?

    Der Vater übt Kritik. «Ich finde das einen unglaublichen Mangel an Menschlichkeit», sagt er.

    Italiener werden versetzt

    Bei der Brandkatastrophe wurden 116 Personen verletzt. 68 davon sind Schweizer, 21 von ihnen stammen aus dem Kanton Waadt. Mehrere der betroffenen Schülerinnen und Schüler standen vor dem Schulabschluss.

    Im April gab das Bildungsdepartement des Kantons Waadt jedoch bekannt, dass es keine Ausnahmebewilligung gebe. Die Schülerinnen und Schüler erhalten ihr Diplom demnach nicht.

    Sämtliche zehn verletzten Schülerinnen und Schüler aus Italien werden laut der Zeitung hingegen in die nächste Klasse versetzt. Dies dank Fernunterricht oder individuell angepassten Lernplänen.

    «Unser Sohn Giuseppe hat nach dem, was passiert ist, Konzentrationsschwierigkeiten», sagt der Vater. Mithilfe der Schule, dem Istituto Gonzaga Milano, habe er das Jahr aber bestanden. «Nach dem Trauma wäre es grauenvoll gewesen, wenn er auch seine Klassenkameraden verloren hätte.»

    Das italienische Schuljahr endet Anfang Juni und beginnt Mitte September wieder. In den meisten Schweizer Kantonen starten die Schulferien im Juli und enden im August.

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    Kommentare

    User #3015 (nicht angemeldet)

    Es sins immer die anderen schuld, die Eigenverantwortung ist für alle immer aufgehoben.

    User #1181 (nicht angemeldet)

    …dafür hatten sie ein Tolles Fest mit viel Action…!!

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