Inferno-Bar wurde von Schwarzarbeiter renoviert
Brisante Details: Bei der Anhörung von vergangenem Dienstag wurde bekannt, dass Jacques Moretti beim Umbau seiner Bar einen Schwarzarbeiter engagiert hatte.

Das Wichtigste in Kürze
- Die Betreiber der Bar «Le Constellation» wurden am Dienstag ein zweites Mal verhört.
- Dabei stellte sich heraus, dass beim Umbau der Bar ein Schwarzarbeiter engagiert wurde.
- Der Rumäne könnte sich als wichtiger Zeuge herausstellen, sofern er gefunden wird.
Am vergangenen Dienstag verhörte die Walliser Staatsanwaltschaft das Ehepaar Jacques (49) und Jessica Moretti (40) zum zweiten Mal. Die Anhörung dauerte rund zehn Stunden. Bereits am 9. Januar wurde das Ehepaar ein erstes Mal verhört.
Die Betreiber der Bar «Le Constellation» in Crans Montana müssen sich bezüglich der Brandkatastrophe in der Neujahrsnacht verantworten. Das Inferno kostete 40 Menschen das Leben, über 100 weitere wurden verletzt.
Nun kommen neue Details aus den Untersuchungen ans Licht. Dabei scheint eine Renovation der Bar im Jahr 2015 zentrale Hinweise für die Untersuchung zu liefern.
Damals wurde unteranderem die leicht entflammbare Deckenverkleidung installiert und die Treppe verschmälert. Beides Dinge, die bei der Katastrophe vielen Menschen das Leben kosteten.
Bereits vor den Anhörungen der Staatsanwaltschaft war die Rennovation der Öffentlichkeit bekannt. Ein Altes Facebook-Profil zeigt Fotos von Jacques Moretti und dessen Helfer bei den Rennovationsarbeiten. Interessant dabei: Die Fotos wurden kurz nach dem Unglück stillschweigend gelöscht.
Geldstrafe wegen Schwarzarbeit
Die «NZZ am Sonntag» berichtete kürzlich über eine Vorstrafe von Jaques Moretti wegen Schwarzarbeit. Dokumente aus den Ermittlungsakten, die «Blick» vorliegen, zeigen nun, dass die Straftat während des Umbaus der Bar begangen wurde.
Der Barbetreiber musste damals eine Geldstrafe zahlen, weil er einen rumänischen Arbeiter ohne gültige Arbeitsgenehmigung beschäftigt hatte. Der Rumäne könnte wohl wichtige Zeugenaussagen über den Umbau tätigen.
«möchte diese Information nicht preisgeben»
Das will Moretti wohl verhindern. Auf die Frage des Anwalts, wie man den Rumänen kontaktieren könne, blockte er ab: «Um ihn zu schützen, möchte ich diese Information nicht preisgeben.»
Sollte sich herausstellen, dass sich die Morettis dem Brandrisiko bereits beim Einbau der Decke bewusst waren, hätte dies deutliche Konsequenzen.
Das Strafmass könnte in diesem Fall «Eventualvorsatz» lauten. Dies hätte bis zu 20 Jahren Freiheitsstrafe zur Folge. Zum Vergleich: Werden Morettis lediglich wegen fahrlässiger Tötung und Brandstiftung angeklagt, beträgt die Haftdauer maximal drei Jahre.
Solange kein rechtmässiges Urteil gesprochen wird, gilt die Unschuldsvermutung

















