Im «Dr Heimä» in Giswil sind sechs Bewohnende an Corona gestorben. Der Betrieb widersetzte sich der Maskenpflicht. Das Heim kooperiert nicht mit den Behörden.
Altersheim Todesfällen
In einem Altershiem in Muttenz starb eine Bewohnerin am Coronavirus (Symbolbild) - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • In einem Altersheim in Giswil sind sechs Bewohnende an Corona gestorben.
  • Das Personal trug nicht immer Masken, obwohl dies gesetzlich Pflicht wäre.
  • Die Zusammenarbeit des Kantons mit dem Heim gestaltet sich schwierig.

Im Altersheim «Dr Heimä» in Giswil gab es mehere Coronafälle. Seit dem achten Oktober sind sechs Bewohnende gestorben, wie die «Luzerner Zeitung» berichtete. Vor dem Ausbruch habe das Personal nicht immer Masken getragen. Laut dem Kanton Obwalden war dies gesetzeswidrig.

Geschäftsführer Daniel Kiefer meinte, die Situation im Sommer hätte dies erlaubt. Er begründete es gegenüber der «Luzerner Zeitung» so: «Tatsache ist, dass das akustische Verständnis von Bewohnern mit Maske nicht gegeben ist und weitaus die meisten damit Mühe haben.» Die Bewohnenden seien mit dem Verzicht auf die Maske einverstanden gewesen. Laut Kiefer habe man dann eine Maske getragen, wenn die Situation es erfordert habe.

Das Gesundheitsamt ist dem Finanzdepartement unterstellt und somit für die Situation zuständig. Es gilt eine gesetzlich geregelte Maskenpflicht für Pflegende. Seitens Kanton wurde diese nie aufgehoben, wie Sandro Kantis, stellvertretender Departementssekretär bestätigt.

Coronafälle in Giswil: Zusammenarbeit mit Altersheim schwierig

Kiefer behauptete, die Todesfälle seien auf Impfdurchbrüche zurückzuführen. Die Mehrheit der Bewohnenden seien seit längerer Zeit zweifach geimpft. Laut Kantis ist dies eine Falschaussage: «Bisher gab es sechs bestätigte Covid-Todesfälle im Alterszentrum. Davon waren zwei Personen geimpft und vier Personen ungeimpft.»

Dr Heimä Giswil geschlossen
Das Heim in Giswil ist geschlossen - Screenshot Dr Heimä

Angehörige haben gegenüber der Redaktion der «Luzerner Zeitung» Sorge ausgedrückt, dass die Betreuung wegen Personalmangel nicht gewährleistet werden könne. Laut Kantis habe der Kanton nur unvollständige Angaben aus dem Altersheim in Giswil. Der Kanton wolle das Altersheim unterstützen.

Kantis beschreibt die Zusammenarbeit jedoch als «schwierig». Aktuell wird das Ausbruchsmanagement angewandt. Dazu zählen Tests und Quarantäne, aber auch Contact-Tracing. Das Heim in Giswil bleibt für Besucher geschlossen.

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