Immer mehr Einbrüche, wenn Leute zu Hause sind

Etienne Sticher
Etienne Sticher

Genève,

Schweizweit nehmen Einbrüche zu – auch jene, bei denen die Opfer zu Hause sind. Besonders betroffen sind Kantone, die an Frankreich grenzen.

einbruch
Schlafzimmer-Räuber: In der Schweiz gibt es immer mehr Einbrüche, wenn die Leute zu Hause sind. - Screenshot RTS

Das Wichtigste in Kürze

  • In der Schweiz hat die Zahl der Einbrüche stark zugenommen.
  • Immer häufiger werden auch Häuser, in denen die Leute zu Hause sind, angegriffen.
  • Solche Homejackings sind oftmals profitabler als Überfälle auf Geschäfte und Banken.

Es ist wohl etwas vom Schlimmsten, was einem in den eigenen vier Wänden passieren kann: ein Einbruch, während man zu Hause ist. Doch das sogenannte Homejacking nimmt in der Schweiz zu, wie RTS berichtet.

Betroffen davon war Christophe, der in der reichen Gemeinde Vandœuvres GE am Genfersee lebt. Er sei immer gut geschützt gewesen, habe eine private Sicherheitsfirma und alle möglichen Alarmanlagen gehabt, erzählt der pensionierte Banker.

33 Jahre sei nichts passiert, weshalb er nachlässig geworden sei. «Ich lebte mit offenen Fenstern und hochgezogenen Rollläden – es war leicht, mich anzugreifen. Ich dachte, ich sei für niemanden interessant.»

Im Juni passierte es dann: Vier Täter brachen in seine Villa ein, schlugen, beschimpften und bedrohten den Pensionär. Er habe sich nicht bewegen und deshalb den Alarmknopf nicht erreichen können, schildert er. «Ich dachte, mein Leben ist zu Ende.»

Homejacking profitabler als Überfall auf Geschäfte

Es ist einer von drei solcher Homejacking-Einbrüche in Vandœuvres in diesem Jahr. Laut dem Bundesamt für Statistik sind die Einbrüche schweizweit seit 2021 um 50 Prozent auf drei pro 1000 Haushalte angestiegen.

Besonders betroffen sind die Kantone, die an Frankreich angrenzen: Neuenburg (3,6 Einbrüche pro 1000 Haushalte), die beiden Basel (4,1), Waadt (5,4) und Genf (8,5).

Marc Gygli leitet die Genfer Brigade zur Bekämpfung von Bandenkriminalität und sagt, Homejacking sei profitabler als Überfälle auf Geschäfte. Denn Banken und Juweliere hätten ihre Sicherheitsmassnahmen stark verbessert. Ein Überfall brauche «sehr aufwendige Infrastruktur», erklärt er gegenüber RTS.

Wurde bei dir schon einmal eingebrochen?

Deshalb komme es immer mehr zu Homejacking, vor allem in den reichen Gemeinden am linken Ufer des Genfersees. Viele der Opfer würden ihren Reichtum im Internet zur Schau stellen und damit die Täter auf den Plan rufen. Die Folge für die Opfer von Homejacking ist nicht selten ein jahrelanger Kampf mit dem traumatischen Erlebnis.

Vandœuvres will nun den Räubern den Kampf ansagen: So will die betroffene Gemeinde öffentliche Sicherheitskameras installieren und Unterstützung beim Kanton anfordern.

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Kommentare

User #3408 (nicht angemeldet)

Türkischer Hirtenhund! Er erledigt das locker - besser zwei von ihnen.

User #1370 (nicht angemeldet)

Viele Bänden kommen aus Frankreich, es ist bekannt von beiden Seiten und man tut nichts!

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