Hitze und Gewitter: Meteorologen befürchten «Scheisssommer»
Über 35 Grad und hohe Luftfeuchtigkeit: Die Hitzewelle Ende Juni belastete die Schweiz stark. Doch das war noch längst nicht alles.

Das Wichtigste in Kürze
- Europa bleibt in diesem Sommer von Hitze- und Trocken-Phasen nicht verschont.
- Meteorologe Jörg Kachelmann teilt Vorhersagen, die «ziemlich katastrophal» aussähen.
- Meteo Schweiz bestätigt: In der Schweiz und Europa wird es nochmal richtig heiss.
Nach der strengen Hitzewelle Ende Juni gab es in der Schweiz und Europa zwischenzeitlich etwas Erholung. Die heisse Phase von vor zwei Wochen bleibt aber nicht die einzige dieses Sommers. Schon kommt die nächste.
Experten warnen mit Blick auf den Rest des Julis und den August vor weiteren heissen Phasen.
Das Bundesamt für Meteorologie (Meteo Schweiz) warnt bereits vor der nächsten Hitzewelle. Für Teile der Nordwestschweiz, des Wallis und des Tessins gilt wegen der Hitze wohl bis kommenden Montag (13. Juli) die Gefahrenstufe 3.
In Sachen Trockenheit herrscht in den allermeisten Schweizer Regionen sogar «grosse Gefahr» (Stufe 4). In einigen wenigen Gebieten gilt sogar Stufe 5 – es drohen Waldbrände.
«Kaum Hoffnung» für August
In Bezug auf neue Monatsvorhersagen des ECMWF, dem Zentrum für mittelfristige Wettervorhersagen in Europa, spricht Meteorologe Jörg Kachelmann sogar von einem «Scheisssommer», der uns bevorstehe.

Die Vorhersagen sähen «ziemlich katastrophal» aus, kommentiert Kachelmann in einem Post auf X. Auch für den August scheine es «kaum Hoffnung» zu geben. «Es wird ein Scheisssommer für weite Teile Mitteleuropas.»
Kachelmann versetzt seinen X-Post mit den Hashtags «Hitze» und «Dürre». Beigefügte Grafiken zeigen, dass es heuer abnormal heiss und trocken werden soll.
«Prognosen mit Vorsicht zu geniessen»
Ein Ende der aktuellen Hitzeperiode ist gemäss Meteo Schweiz noch nicht abzusehen – zumindest kurzfristig nicht. «Frühestens ab Mitte nächster Woche könnte es eine Abkühlung geben», sagt Meteorologe Thomas Kleiber zu Nau.ch.
Und es dürfte diesen Sommer auch warm weitergehen. «Die Wahrscheinlichkeit, dass wir auch einen überdurchschnittlich warmen August haben, ist recht hoch. Allerdings sind Prognosen über so grosse Zeiträume mit Vorsicht zu geniessen», so Thomas Kleiber.
In Bezug auf den Niederschlag sei die Prognose unsicherer. Dennoch weiss Thomas Kleiber: «Im Juli und August besteht die Gefahr für heftige Gewitter, weil Luft umso mehr Feuchtigkeit enthalten kann, je heisser sie ist.»
Die Dürreperiode gehe dennoch wohl weiter – denn bei heftigem Regen könne die Natur nur bedingt vom Niederschlag profitieren. «Es kommt beim Regen darauf an, wie er fällt. Und nicht nur, wieviel es regnet», führt Kleiber aus.
Bei heftigen Gewittern könne die Natur die Niederschläge nur eingeschränkt aufnehmen.
Viel trinken und Sonne meiden
Die Hitze bietet ein erhebliches Risiko für Kreislaufbeschwerden und körperliches Unwohlsein. Der Bund empfiehlt, pro Tag mindestens 1,5 Liter zu trinken, «am besten ungesüsste und alkoholfreie Getränke».
Auf körperliche Anstrengungen zur heissesten Tageszeit soll verzichtet werden. Zudem soll man Schatten und kühle Räume aufsuchen.






















