Hitzewelle: «Ein Waldbrand wäre nur sehr schwer zu löschen»
Die Schweiz trocknet aus – die Waldbrandgefahr ist alarmierend. Drohen ausgerechnet für den 1. August Feuerwerks- und Grillverbote?

Das Wichtigste in Kürze
- Die anhaltende Hitze und Trockenheit lassen die Waldbrandgefahr in der Schweiz weiter steigen.
- In etlichen Kantonen wurden bereits Massnahmen ergriffen – generelle Feuerverbote zum Beispiel.
- Bleibt der Regen aus, könnten am 1. August in mehreren Regionen Feuerwerks- und Grillverbote gelten.
Heiss, heisser, Sommer 2026: Eine Hitzewelle jagt die nächste. Und von erfrischendem Regen fehlt jede Spur.
Bereits jetzt herrscht in fast der ganzen Schweiz Waldbrandgefahr der Stufe 4 von 5. Im Wallis gilt sogar die höchste Warnstufe 5. Immer mehr Regionen ziehen deshalb die Notbremse und haben Feuerverbote erlassen.
Für Grillfans und Feuerwerksfreunde wird die Lage damit zunehmend ungemütlich: Droht zum Nationalfeiertag ein flächendeckendes Verbot von Grillfeuern und 1. August-Feuerwerk?
Der Kanton Wallis erlebt derzeit die kritischste Situation der Schweiz. Yves Balmer, Mediensprecher der Walliser Behörden, erklärt gegenüber Nau.ch: «Seit Jahresbeginn haben wir mit einem Wassermangel zu kämpfen. Die Böden sind sehr trocken und die Temperaturen liegen über 30 Grad.»
Die Folgen könnten gravierend sein: «Im Falle eines Brandes wäre ein Waldbrand nur sehr schwer zu löschen.» Besonders problematisch seien unberechenbare Winde, die die Austrocknung zusätzlich verstärken.
Balmer warnt zudem: «Darüber hinaus ist es bei einem Gewitter nicht ausgeschlossen, dass Blitzeinschläge ebenfalls einen Brand auslösen.»
«Generelles Feuerverbot»
Das Wallis hat entsprechende Konsequenzen gezogen: «Aus diesem Grund gilt seit dem 26. Juni 2026 im Kanton Wallis ein generelles Feuerverbot.»
Auch im Kanton Zürich macht sich die Trockenheit dramatisch bemerkbar. Ein Verbot für den Nationalfeiertag ist laut Behörden nicht ausgeschlossen.

Katharina Weber von der Zürcher Baudirektion sagt gegenüber Nau.ch: «Sollte sich die Situation bis dahin nicht deutlich entspannen, ist es möglich, dass das geltende Feuerverbot im Wald und in Waldesnähe sowie das Verbot, in 200 Meter Abstand vom Wald Feuerwerk abzubrennen und Höhenfeuer zu entzünden, auch am 1. August gilt.»
Damit könnte aus dem traditionellen Feuerwerk über den Seen und Höhenfeuern in vielen Gemeinden ein stiller Nationalfeiertag werden.
Bern erwartet Verschärfung
Auch in der Bundeshauptstadt gibt es keine Entwarnung. Anne Moser von der Staatskanzlei des Kantons Bern sagt gegenüber Nau.ch: «Für eine Entspannung wären länger anhaltende, flächendeckende Niederschläge erforderlich.»
Doch genau diese sind derzeit nicht in Sicht: «Deswegen rechnen wir eher mit einer Verschärfung der Waldbrandgefahr und der erforderlichen Massnahmen.»
Auch der Kanton Luzern schlägt Alarm. Seit dem 25. Juni gilt im gesamten Kanton ein absolutes Feuerverbot im Wald und in Waldesnähe, erklärt Mediensprecherin Tabea Rüdin auf Anfrage: «Zudem ist auch das Abbrennen von Feuerwerk oder durch offenes Feuer angetriebene Ballons oder Laternen untersagt.»
Auch in Luzern kann «eine Verschärfung nicht ausgeschlossen werden», so Rüdin.
Keine Entwarnung bis Mitte Juli
Auch Meteoschweiz gibt vorerst kein grünes Licht. Gabriela Granat vom Prognosedienst erklärt auf Anfrage: «Nach aktuellen Unterlagen bleibt es in den kommenden Tagen und voraussichtlich bis Mitte Juli unter Hochdruckeinfluss meist trocken.»

Die Trockenheit dürfte damit vielerorts weiter sogar noch zunehmen. Die Expertin bestätigt: «Dementsprechend hat auch das Bundesamt für Umwelt in Zusammenarbeit mit Meteoschweiz die Trockenheitswarnung der Stufe 4 beibehalten.»
Die Ausgangslage ist klar: Bleibt der Regen aus, könnte der Schweizer Nationalfeiertag 2026 so Feuer(werks)-arm werden wie selten zuvor.


















