«Himmeltrurigi Sauhünd!»: Graffiti-Welle in Männedorf ZH erzürnt
Männedorf kämpft gegen Schmierereien. Unbekannte haben Toiletten, Fassaden und sogar das Jugendhaus mit Graffiti überzogen – die Gemeinde reagiert.

Das Wichtigste in Kürze
- Männedorf wurde seit letztem Wochenende massiv mit Sprayereien überzogen.
- Die Schmierereien tauchen nicht nur beim Bahnhof, sondern im ganzen Dorf auf.
- Sogar ein WC beim Friedhof und das Jugendhaus sind betroffen.
- Die Gemeinde hat bereits mehrfach Anzeige erstattet.
Orange Schrift, schwarze Kringel, wirre Tags. Immer wieder «FCZ» – von der Toilettenwand bis zur Unterführung. Seit letztem Wochenende ist Männedorf ZH massiv versprayt.
So stark, dass sich die Gemeinde nun selbst an die Öffentlichkeit wendet. Auf Facebook schreibt sie: «Fassaden, Lärmschutzwände, WCs, Unterführungen … was schnell beschmiert ist, braucht viel Zeit und Aufwand, um wieder instand gestellt zu werden.»
Der Ärger im Dorf ist gross. «Himmeltrurigi Sauhünd!», schreibt ein User unter einen Facebook-Eintrag der Gruppe «Unser schönes Männedorf».
Ein anderer fordert sogar eine Belohnung: «Da würde ich als Gemeinde eine Belohnung von 2000 Franken aussprechen, um diese Idioten zu finden.»
Schmierereien ziehen sich durchs ganze Dorf
Die Spuren der Unbekannten finden sich besonders rund um den Bahnhof. Doch dort hört das Problem nicht auf.
Gemeindeschreiber Felix Oberhänsli erklärt auf Anfrage von Nau.ch, betroffen seien Flächen «auf öffentlichem sowie auf privatem Grund» im ganzen Gemeindegebiet.
Nicht einmal der Friedhof blieb verschont. Dort wurde ein WC massiv versprayt. Auch das Jugendhaus nennt die Gemeinde als betroffenen Ort.
Ein Teil der beschmierten Flächen gehört der Gemeinde, anderen privaten Eigentümerinnen und Eigentümern.
Die Schmierereien wurden laut Oberhänsli teils gemeldet, teils von Gemeindemitarbeitenden selber entdeckt.
Gemeinde erstattet mehrfach Anzeige
Zur Täterschaft weiss die Gemeinde bisher wenig. «Der Gemeinde liegen derzeit – mit Ausnahme eines Delikts – keine gesicherten Hinweise zur Täterschaft vor», schreibt Oberhänsli.

Trotzdem reagierte Männedorf bereits mehrfach. «Ja. Es wurde durch die Gemeinde bereits mehrfach Anzeige erstattet», hält der Gemeindeschreiber fest.
Die Gemeinde stehe zudem in engem Kontakt mit der Polizei. Diese prüfe auch, ob es einen Zusammenhang mit ähnlichen Vorfällen in anderen Seegemeinden wie Stäfa gibt.
4000 Franken für Graffiti im Budget
Billig ist der Ärger nicht. Im Budget der Gemeinde sind laut Oberhänsli «jährlich rund 4000 Franken für die Entfernung von Graffitis eingestellt». Wie hoch die Kosten am Ende tatsächlich ausfallen, schwankt jedoch von Jahr zu Jahr.
Für die Gemeinde ist der Fall klar: Graffiti auf öffentlichem Grund sollen möglichst rasch entfernt werden. Sobald ein Vorfall bekannt wird, werde die Reinigung veranlasst.
Präventive Massnahmen würden laut Oberhänsli je nach Situation geprüft. Private Überwachungskameras wertet die Gemeinde nach eigenen Angaben nicht selber aus. Das liege im Verantwortungsbereich der Polizei.












