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    Greensill: Credit Suisse lotet Zahlungen an Anleger aus

    Keystone-SDA
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    Zürich,

    Gemäss Insidern könnte die Credit Suisse den geschädigten Anleger der Greensill Affäre entgegenkommen. Investoren könnten aus eigener Tasche entschädigt werden.

    Greensill Fonds credit suisse
    Das Logo der Greensill Capital. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Credit Suisse prüft die Entschädigung von Greensill-Anlegern aus eigener Tasche.
    • Laut Insidern könnte man den Anlegern der gemeinsam betriebenen Fonds entgegenkommen.
    • Eine Entscheidung ist jedoch noch nicht gefallen. Die Bank wartet vorerst ab.

    In der Greensill Affäre könnte die Credit Suisse Insidern zufolge geschädigten Anlegern der gemeinsam betriebenen Fonds entgegenkommen. Die Grossbank prüft: Investoren bei möglichen Verlusten aus der eigenen Tasche zu entschädigen. Wie vier mit der Sache vertraute Personen zur Nachrichtenagentur Reuters sagten.

    Greensill: Grosse Besorgnis im Management

    Bisher sei keine Entscheidung gefallen und die Bank warte vorerst ab, wie viel Geld die Abwicklung der Fonds abwerfe. Dies heisst es im Bericht weiter. Doch alleine die Tatsache, dass das Institut diesen ungewöhnlichen Schritt in Erwägung ziehe, zeige: Wie gross die Besorgnis im Management um einen Reputationsverlust, Klagen von Investoren und Abflüsse von Kundengeldern sei.

    Swiss Market Index CS
    Die Credit Suisse verabschiedet sich möglicherweise aus dem Swiss Market Index. - Keystone

    «Da wird Geld fliessen», sagte eine der mit der Situation vertrauten Personen zu Reuters. In der Bank sei die Entscheidung gereift, dass Entschädigungszahlungen wohl unausweichlich seien.

    «Auf dem Tisch liegt ein Vorschlag, rund 50 Prozent der Verluste zu übernehmen.» Eine CS-Sprecherin wollte dazu auf Anfrage von AWP nichts sagen. Die Bank kommentiere Marktgerüchte nicht.

    Insolvenz-Antrag von Greensill

    Anfang Monat leitete die Bank die Abwicklung der vier Lieferketten-Finanzierungs-Fonds mit einem Gesamtvolumen von rund zehn Milliarden US-Dollar ein. Auslöser war, dass ein Versicherer neue Anlagen des Fonds nicht mehr versichern wollte. Die britisch-australische Greensill reichte inzwischen einen Insolvenz-Antrag ein.

    Credit Suisse Greensill
    Greensill Capital musste Insolvenz anmelden. Dadurch läuft die Credit Suisse unter anderem Gefahr einen Kredit über 140 Millionen zu verlieren. - dpa

    Die Affäre hat die Bank nach Einschätzung von Analysten rund drei Milliarden Franken Börsenwert gekostet. Noch ist unklar, wie viel die Anleger in den Fonds zurückbekommen.

    CS will Barmittel an Eigner zurückführen

    Angaben von letzter Woche zufolge hatte das Institut 3,1 Milliarden Dollar an die Fonds-Investoren zurückgeführt. Zudem stünden weitere 1,25 Milliarden Dollar an Barmitteln zur Auszahlung zur Verfügung, wie Konzernchef Thomas Gottstein auf einer Investorenkonferenz erklärte. In den kommenden Monaten wolle die CS weitere Barmittel an die Eigner zurückführen.

    Credit Suisse
    Thomas Gottstein, CEO der Credit Suisse. - Keystone

    In diesem Zeitraum oder spätestens bis zum Jahresende dürfte klar sein, wie gross der Fehlbetrag ausfalle, sagte einer der Insider. Bezüglich möglicher Kompensationszahlungen herrsche in dem Institut allerdings die Sorge, dass diese einen juristischen Präzedenzfall schaffen könnten. Unklar ist, ob die Kunden rechtlichen Anspruch auf eine Entschädigung haben.

    Profi-Anleger und superreiche Privatkunden

    Beim Verkauf der Fonds-Anteile seien die hohen Renditen angepriesen worden. Sodass den Investoren die erhöhten Risiken bewusst gewesen sein mussten, hiess es. Die Fonds-Anteile waren Profi-Anlegern und superreichen Privatkunden vorbehalten. Einem anderen Insider zufolge ist möglich, dass nicht jeder Investor gleich viel zurückerhält.

    Eine weitere Person erklärte, Massnahmen wie eine Kapitalerhöhung seien bei der Bank gegenwärtig kein Thema. Vergangene Woche hatte Credit Suisse erklärt, dass die Bank an ihren Aktienrückkäufen im Volumen von mindestens einer Milliarde Franken festhalte. Ein vierter Insider erklärte, die Bank bespreche die Entschädigungspläne auch mit der Finanzmarktaufsicht Finma. Die Behörde wolle sicherstellen, dass die Kasse des Instituts nicht zu stark geleert werde.

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