Genfer Gemeinden finanzieren 200 Notunterkünfte für Obdachlose
Im Kanton Genf übernehmen die Gemeinden gemeinsam die Finanzierung von rund 200 Notunterkünften für Obdachlose. Die Stadt Genf hatte diese am Freitag wegen der fehlenden Finanzierung schliessen müssen.

Das Wichtigste in Kürze
- Am Mittwochabend haben die Gemeinden in einer Ausserordentlichen Sitzung daher beschlossen, der Stadt Genf einen Kredit von 6,2 Millionen Franken zu überwiesen, wie die Gemeinden mitteilten.
Im Kanton Genf übernehmen die Gemeinden gemeinsam die Finanzierung von rund 200 Notunterkünften für Obdachlose. Die Stadt Genf hatte diese am Freitag wegen der fehlenden Finanzierung schliessen müssen.
Am Mittwochabend haben die Gemeinden in einer Ausserordentlichen Sitzung daher beschlossen, der Stadt Genf einen Kredit von 6,2 Millionen Franken zu überwiesen, wie die Gemeinden mitteilten. Bisher trugen sie insgesamt rund eine Millionen Franken bei, während die Stadt Genf für 2022 rund 15,6 Millionen Franken budgetierte.
Die 6,2 Millionen sollen der Stadt Genf aber nur dann ausgezahlt werden, wenn der Kanton die Kosten zurückerstattet, die für die Gesundheitsleistungen in den Unterkünften aufgewendet werden müssen. Nach dem neuen Gesetz muss der Kanton diese Kosten vollständig übernehmen. Er muss sich auch an der Unterbringung und der sozialen Betreuung von Personen beteiligen, die Anspruch auf Sozialleistungen haben.
Die Stadt Genf betrieb die Notunterkünfte seit etwa 20 Jahren alleine. Ein neues Gesetz verteilt nun die Zuständigkeiten für die Aufnahme von Obdachlosen zwischen dem Kanton und den Gemeinden.
Die Finanzierung der Gemeinden wird es ermöglichen, die Plätze, die geschlossen werden mussten, wieder zu eröffnen. Rund 500 Plätze werden so für Bedürftige zur Verfügung stehen. Im letzten Winter standen an verschiedenen Orten des Kantons mehr als 577 Unterschlupfmöglichkeiten für Obdachlose zur Verfügung. Ein Rekord.
Gemäss einer aktuellen Studie der Universität Genf gibt es im Kanton durchschnittlich 730 Obdachlose. Laut Valérie Spagna, Direktorin der von der Heilsarmee verwalteten Unterkunft «Le Passage», sollten als Basis 500 Unterkünfte garantiert werden. Im Idealfall sollten ihrer Meinung nach aber 700 Plätze angestrebt werden.










