Schweizer Flotilla-Rückkehrer (28) erzählt von Horror-Haft in Israel
Seit Samstag sind sieben Schweizer Mitglieder der Gaza-Hilfsflotte zurück in der Schweiz. In der Haft in Israel hätten sie «echte Kriegsverbrechen» erlebt.

Das Wichtigste in Kürze
- Ein Flugzeug mit Schweizer Mitgliedern der Gaza-Hilfsflotte landete am Samstag in Genf.
- Die Mitglieder der Flotte waren vor Zypern abgefangen und nach Israel gebracht worden.
- Dabei erlebten sie menschenverachtende Bedingungen.
Am Samstag ging für Schweizer Mitglieder der zivilen Gaza-Hilfsflotte eine Leidenszeit zu ende. Etwa um 13.30 Uhr landete ihr Flugzeug, das in Istanbul gestartet war, am Flughafen in Genf.
Die Sieben Schweizerinnen und Schweizer wurden beim Aussteigen herzlich begrüsst. Ein weiteres Schweizer Mitglied der Hilfsflotte blieb freiwillig in Istanbul, wie «24 Heures» berichtet.
Die Schweizer waren am 19. Mai gemeinsam mit der restlichen Besatzung der Global Sumud Flotilla in internationalen Gewässern vor Zypern abgefangen worden.
Ziel der Global Sumud Flottille ist es, die israelische Blockade im Gazastreifen zu durchbrechen und humanitäre Hilfe zu liefern. Zudem will die Flotte die Versorgung und den Wiederaufbau in Gaza unterstützen.
Menschenverachtende Bedingungen
Dafür bezahlen die Mitglieder der Flotte teilweise einen hohen Preis, wie die Schweizer Rückkehrer berichten. Gegenüber der Zeitung schildert Nathan Hausheer (28): «Nachdem unser Boot abgefangen wurde, wurden wir mit einem Gefangenenboot zum Hafen von Ashdod gebracht.»
Die Bedingungen an Bord waren menschenverachtend: «Wir wurden entkleidet, sodass wir trotz der Kälte nur noch ein T-Shirt anhatten, bevor sie uns verprügelten.» Hausheer sei am Kopf, den Rippen und im Genitalbereich getroffen worden.
«Das Schwierigste war, die Schreie der Personen vor uns zu hören»
Auch Elektroschock-Geräte seien zum Einsatz gekommen. «Das Schwierigste war, die Schreie der Personen anzuhören, die vor uns verprügelt wurden», so Hausheer. Er vermutet, dass muslimische Mitglieder noch heftiger verprügelt wurden als sie aus dem Westen.
Im israelischen Gefängnis von Ktzi'ot erhielten die gefangenen Flotilla-Mitglieder Häftlingskleidung: «Eine meiner Kameradinnen, die nicht sehr gross ist, hat Kinderkleidung bekommen. Das zeigt, dass dort auch Kinder eingesperrt sind», sagt Hausheer.
Der Schweizer trug bei der Rückkehr am Samstag seine Häftlingskleidung immer noch.
Er kritisierte auch die Schweizer Behörden: «Bei unserer Ankunft auf türkischem Boden war kein Vertreter der Schweiz anwesend, um uns zu empfangen.»
Aus vielen anderen Ländern hingegen seien Delegierte vor Ort gewesen.





















