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Berner Instagram-Hotspot leidet unter Iran-Krieg

Stornierte Flüge, Warnungen vor Kerosin-Engpässen und hohe Preise: Der Iran-Krieg verändert den Tourismus. Das spürt man bis nach Iseltwald am Brienzersee.

Iseltwald
Der Steg in Iseltwald ist bei Touristen aus Asien sehr beliebt. Doch Gruppen stornieren ihre Reisen nun vermehrt. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Schweizer Hotellerie spürt den Iran-Krieg. Für März resultiert ein Minus von 5,2 %.
  • Touristen buchen kurzfristig. Oder gar nicht. Besonders Gruppen sind vorsichtig.
  • Das sei «sehr schmerzhaft», heisst es etwa im Berner Oberland.

Aus dem von Donald Trump angekündigten Frieden nach vier Wochen wurde nichts.

Der Iran-Krieg dauert auch mehr als zwei Monate nach dem US-israelischen Angriff noch an. Und wirkt sich weltweit auf Wirtschaft und Tourismus aus.

Die Schweiz spürt den Krieg in vielerlei Hinsicht. Sei es wegen der hohen Treibstoffpreise oder den Hotelübernachtungen, die bereits zurückgegangen sind.

«Seit Beginn des Konflikts Ende Februar beobachten wir eine spürbare Zurückhaltung bei Buchungen sowie Stornierungen», sagt Thomas Wüthrich, Direktor von Zürich Tourismus, auf Anfrage.

Besonders betroffen seien Gäste aus dem Mittleren Osten und aus Teilen Asiens. «In vielen Ländern des Middle East zählen April und Mai zu den wichtigsten Reisezeiten nach Europa – viele dieser oft kurzfristigen Buchungen sind aktuell ausgeblieben oder wurden annulliert», so Wüthrich.

Aktuelle Zahlen der Tourismusregion Zürich zeigen: Der März verzeichnete bei den Logiernächten einen Rückgang von 2,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Gruppen stornieren ihre Zimmer

Auch in den Berner Tourismus-Destinationen spürt man die Auswirkungen des Krieges: «Momentan können wir sagen, dass in den Frühlings- und Vorsommermonaten mit Rückgängen aus dem arabischen Raum, China, Indien, Südkorea und Südostasien zu rechnen ist, beziehungsweise diese teilweise bereits spürbar sind.»

Bleibst du dieses Jahr für die Ferien in der Schweiz?

Das heisst es bei der Dachorganisation «Made in Bern» auf Anfrage. Diese vertritt die Destinationen Adelboden-Lenk-Kandersteg, Bern, Gstaad, Interlaken, die Jungfrau Region sowie Biel-Seeland und Grand Chasseral.

Konkret spürt etwa der Berner Instagram-Hotspot Iseltwald die Stornierungen. «Wir beobachten, dass insbesondere Gruppenreservationen vermehrt storniert wurden. Solche Annulationen sind sehr schmerzhaft für einen Hotelbetrieb», sagt Titia Weiland, Geschäftsführerin von Bönigen-Iseltwald-Tourismus zu Nau.ch.

Bei den Tagestouristen – etwa am bekannten Steg – sei hingegen nur ein geringer Rückgang festzustellen.

Besucher aus der Schweiz, aus Europa sowie aus anderen Regionen, die nicht direkt vom eingeschränkten Flugverkehr betroffen seien, würden aktuell dazu beitragen, die ausfallenden Einnahmen teilweise zu kompensieren, so Weiland.

Dass Schweizer in diesem Jahr offenbar vermehrt Ferien im eigenen Land machen, spürt auch Naveen Jerith vom Hotel San Carlo in Lugano.

Lugano
Das Hotel San Carlo in Lugano spürt eine erhöhte Nachfrage von Schweizer Touristinnen und Touristen. - booking

Seine Gäste würden zwar so oder so mehrheitlich aus der Schweiz und dem näheren europäischen Raum kommen. Trotzdem sagt er: «Für die kommende Sommersaison verzeichnen wir eine erhöhte Nachfrage von Schweizer Touristinnen und Touristen, was für uns ein positives Signal ist.»

Denn gerade während der Corona-Zeit habe sein Hotel «glücklicherweise sehr viele Gäste aus der Schweiz begrüssen» dürfen. Diese Unterstützung habe dem Betrieb enorm geholfen. «Das werde ich nie vergessen. Schweizer Gäste sind für uns deshalb bis heute besonders wichtig und geschätzt», so Naveen Jerith.

Business-Anlässe abgesagt – Chance für Zürich und Co.

Auch Stadt und Region Zürich könnten von möglichen Verschiebungseffekten profitieren, so Thomas Wüthrich von Zürich Tourismus. «Aufgrund der Unsicherheiten könnten mehr Gäste aus der Schweiz und aus Europa auf Fernreisen verzichten und stattdessen innerhalb Europas reisen.»

Spürst du die Folgen des Iran-Kriegs im Alltag?

Aktuell kommen rund 39 Prozent der Gäste aus der Schweiz, etwa ein Drittel aus internationalen Nah- und Fernmärkten.

Chancen würden sich zudem im Bereich Business Events ergeben, so der Direktor von Zürich Tourismus. Erste Veranstaltungen, insbesondere in Asien, seien bereits verschoben oder abgesagt. «Zürich positioniert sich hier aktiv als verlässliche Alternative mit hoher Planungssicherheit.»

Kommentare

User #3140 (nicht angemeldet)

Was denn nun? Zu viele Touristen heisst es immer, aber bleiben ein paar aus, geht das Gejammer schon los.

User #1475 (nicht angemeldet)

Macht nichts. Ich arbeite in Iseltwald und bin froh wenn weniger Touris herumschleichen und einem auf die Nerven gehen.

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