Gedenkmarsch für getöteten Eritreer in Lausanne
Rund 250 Menschen nahmen an einem Schweigemarsch für einen getöteten Eritreer teil und forderten «Gerechtigkeit für Sirage».

Rund 250 Menschen haben am Freitag bei einem Schweigemarsch in Lausanne eines getöteten Eritreers gedacht. Der 43-jährige Familienvater starb nach einer Auseinandersetzung mit Angestellten eines Restaurants in der vergangenen Woche.
Der Schweigemarsch führte vom Ort der Beerdigung auf dem Friedhof Bois-de-Vaux zum betroffenen Restaurant. Die Teilnehmenden skandierten den Ruf «Gerechtigkeit für Sirage» (der Name des Opfers) und trugen Plakate mit derselben Aufschrift. Das betroffene Restaurant an der Place de la Riponne war an diesem Tag geschlossen und stand unter Polizeiaufsicht.
Ablauf des tragischen Vorfalls
Die Auseinandersetzung ereignete sich in der Nacht auf den 21. August. Kurz nach Schliessung des Restaurants geriet das Opfer mit mehreren Mitarbeitern des Restaurants aneinander. Der Streit endete mit einem Tritt ins Gesicht des Opfers, das daraufhin das Bewusstsein verlor.
Der Mann, Vater von drei Kindern, starb am vergangenen Samstag im Universitätsspital Chuv.
Ermittlungen und juristische Folgen
Der mutmassliche Täter wurde festgenommen. Nach der Einvernahme durch den Staatsanwalt wurde er wieder auf freien Fuss gesetzt. Die Voraussetzungen für eine Untersuchungshaft waren nach Angaben der Staatsanwaltschaft nicht gegeben, da keine Gefahr der Wiederholung, Verdunkelung oder Flucht bestand.
Weitere an der Auseinandersetzung beteiligte Mitarbeitende wurden als Zeugen angehört. Eine strafrechtliche Untersuchung war im Gange. Eine Autopsie zur Feststellung der genauen Todesursache soll durchgeführt werden.