Gäste holten zuerst Jacken, statt zu flüchten
Neue Videos zeigen: Mehrere Gäste holten ihre Jacken im hinteren Teil der Bar, anstatt zu fliehen, und gingen dabei an einem blockierten Notausgang vorbei.

Das Wichtigste in Kürze
- Gäste holten nach dem Brandausbruch zuerst ihre Jacken, statt zu flüchten.
- Dabei liefen sie an einem blockierten Notausgang vorbei.
- Das zeigen neue Videoaufnahmen der Überwachungskameras der Bar.
Neue Aufnahmen aus Überwachungskameras der Bar «Le Constellation» in Crans-Montana zeigen schwerwiegende Fehlentscheidungen in der Nacht des Unglücks.
Beim Brand an Silvester kamen 41 Menschen ums Leben, 115 weitere wurden verletzt.
Anstatt das Gebäude umgehend zu verlassen, bewegten sich einige Gäste in Richtung eines hinteren Raums, der als «Bar Clandestin» bekannt ist, um Jacken und persönliche Gegenstände zu holen.
Dieser Bereich wurde offenbar als provisorische Garderobe genutzt, befand sich jedoch auf der gegenüberliegenden Seite des Hauptausgangs, wie «24 Heures» berichtet.
Notausgang war durch Barhocker blockiert
Ein Bericht der Walliser Polizei, der der Zeitung vorliegt, zeige, dass mehrere Personen dabei zweimal an einem Notausgang vorbeigingen, ohne ihn zu benutzen – offenbar, weil ein Barhocker den Zugang versperrte.
Dies hatte gravierende Folgen: Nur jene, die den Raum in den ersten Momenten verliessen, konnten sich retten oder schwere Verletzungen vermeiden.

Der Waadtländer Brandschutzexperte Olivier Burnier erklärt gegenüber «24 Heures», dass ein solches Verhalten bei Fluchtreaktionen nicht ungewöhnlich sei.
Häufig werde unterschätzt, wie schnell sich ein Feuer ausbreitet, da viele davon ausgehen, dass sich Flammen gleichmässig entwickeln. In Wirklichkeit beschleunigt sich die Ausbreitung nach einer anfänglichen Phase jedoch stark.
Zudem versuchten Menschen oft, noch persönliche Gegenstände mitzunehmen, und liessen sich durch vermeintlich kleine Hindernisse vor Notausgängen abschrecken. «Ein Hindernis bedeutet für viele schlicht: nicht zugänglich. Also kehren sie um und nehmen den Weg zurück, den sie gekommen sind», so Burnier.
Sein Fazit fällt klar aus: Wäre der zweite Ausgang frei zugänglich gewesen und genutzt worden, hätten vermutlich mehr Menschen überlebt.
Beim Brand in der Bar «Le Constellation» in Crans-Montana haben sich laut «24 Heures» und «Tribune de Genève» 132 Personen im Untergeschoss aufgehalten. Ein erster Polizeibericht vom 23. Februar halte fest, dass sich insgesamt 164 Personen in dem Lokal befunden hätten.












