«Gar nicht so schlimm»: Zürcher ziehen nach Spreitenbach AG

Nico Leuthold
Nico Leuthold

Dietikon,

Im Tivoli-Garten leben viele Neuzuzüger aus dem Kanton Zürich. Ein Paar erzählt, warum es die Vorurteile gegen Spreitenbach rasch abgelegt hat.

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Hunderte Neuzuzüger im Tivoli-Garten stammen aus dem Kanton Zürich. Ilayda und Nicola erzählen, warum sie ihre Zweifel am Wohnort schnell verloren haben. - Nau.ch/Nico Leuthold

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Tivoli-Garten lockte viele Zürcher mit modernen Wohnungen nach Spreitenbach.
  • Für Ilayda und Nicola gaben Preis, Komfort und Lage den Ausschlag.
  • Ihre Vorurteile gegenüber Spreitenbach wichen schnell grosser Zufriedenheit.

66'700 Quadratmeter Geschossfläche, 560'000 Tonnen Stahlbeton, 445 Wohnungen: Im vergangenen August öffnete mit dem «Tivoli-Garten» eine der grössten Schweizer Wohnanlagen ihre Tore.

Per 31. Dezember 2025 lebten insgesamt 710 Personen in der Mega-Überbauung. 307 von ihnen, also ganze 43 Prozent, sind aus dem Kanton Zürich nach Spreitenbach gezogen.

Moderne Wohnung statt Zürcher Kompromiss

Zu ihnen gehören Ilayda und Nicola. Das Paar wohnt heute in einer 3 1/2-Zimmerwohnung im elften Stock.

Hauptgrund für den Umzug sei das Preis-Leistungsverhältnis gewesen. «Wir haben etwas Neueres, Moderneres gesucht, mit Waschmaschine und Tumbler in der Wohnung», sagt Nicola zu Nau.ch. In Zürich habe man unter 3000 Franken nichts Passendes gefunden.

Im Tivoli-Garten kostet eine 3,5 Zimmer-Wohnung – je nach Stockwerk – rund 2'700 Franken. Je weiter oben, desto teurer wird's.

Die beiden haben sich lange überlegt, ob der Aargau als Wohnort in Frage kommt. «Gegenüber Spreitenbach hatten wir auch Vorurteile», gibt Nicola zu.

Die Gemeinde wird aufgrund ihres hohen Ausländeranteils (über 50 Prozent) zuweilen abschätzig als «Ausländer-Ghetto» bezeichnet.

Ihren Entscheid bereuen Nicola und Ilayda jedoch überhaupt nicht. «Spreitenbach ist gar nicht so schlimm, wie wir gedacht haben. Wir fühlen uns mega wohl hier», sagt Ilayda.

Das hat auch mit den guten Verkehrsverbindungen zu tun, die einen schnell nach Zürich bringen. «Es fühlt sich noch immer wie Zürich an, obwohl wir jetzt im Aargau leben», sagt Nicola.

Smart wohnen, anders einkaufen

Aber auch von der Wohnung ist das Paar begeistert. Mit einer App lässt sich fast alles steuern, von der Beleuchtung über die Temperatur bis zu den Storen. «Da ist schon ein Mehrwert», findet Nicola.

Weil sich das Tivoli Shoppi gleich nebenan befindet, kaufen die beiden Neuzuzüger jetzt auch anders ein. «Früher machten wir eher Wocheneinkäufe, heute kaufen wir für die nächsten ein bis zwei Tage ein.»

Würdest du in Spreitenbach wohnen?

Einziger Wermutstropfen für Nicola und Ilaya: Sie mussten ihr Zürcher Autokennzeichen gegen ein Aargauer Nummernschild eintauschen. Tat das weh? «Ja», sagen beide. «Man wird auf der Strasse mehr beleidigt», sagt Nicola lachend. «Wir sind jetzt: Achtung Gefahr.»

Kommentare

User #3892 (nicht angemeldet)

70% wählen Mitte Links und wollen das so

User #3892 (nicht angemeldet)

Die arbeitende Bevölkerung lässt sich verdichten und in die Agglo drängen, dann gibts mehr Platz für die Genossen

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