Frust bei Thuner: Trotz perfektem Rubbellos nur Mini-Gewinn
Alle Zahlen richtig! Ein Thuner jubelt über ein perfektes Rubbellos – gewinnt aber trotzdem nur einen Mini-Betrag. Laut Swisslos hat alles seine Richtigkeit.

Das Wichtigste in Kürze
- Ein Thuner bekommt an Weihnachten ein Rubbellos geschenkt.
- Alle aufgerubbelten Zahlen stimmen mit den Gewinnzahlen überein – 10'000 Franken winken.
- Trotz perfektem Rubbellos beträgt der Gewinn aber nur wenige Franken.
- Swisslos schliesst einen Fehler beim Los aus und sagt: «Die Spielregeln sind klar.»
Rubbellose gehören zu den Klassikern unter den Wichtelgeschenken. Klein und günstig – aber mit der verlockenden Aussicht auf den grossen Gewinn. Auch BärnerBär-Leser Manuel G.* erhielt an der Familien-Weihnachtsfeier ein solches Los von seinem Wichtel geschenkt.
Es handelte sich um ein Exemplar der Sorte «Mini Safe» (Bild oben). Das Prinzip des Rubbelloses ist simpel: Stimmen alle Zahlen eines Safes mit den Gewinnzahlen überein, gewinnt man den Betrag, der im jeweiligen Safe verborgen ist. Der maximale Gewinn: 10’000 Franken.
Als nach sämtlichen Weihnachtsessen und den Neujahrs-Feierlichkeiten etwas Ruhe eingekehrt war, nahm sich Manuel G.* Zeit, das Los aufzurubbeln. Um die Spannung bewusst zu steigern, rubbelte der Thuner erst die Gewinnzahlen frei, danach die Zahlen der drei Safes. Mit erstaunlichem Resultat.
«Sämtliche Zahlen von allen drei Safes stimmten mit den Gewinnzahlen überein. Ich hatte also das perfekte Rubbellos!», erzählt der Thuner. «Mit dem Hauptgewinn vor Augen und voller Vorfreude rubbelte ich schliesslich die Gewinnfelder der drei Safes frei.»

Doch dann folgte die Ernüchterung: Statt den 10’000 Franken stand als Gewinn dreimal lediglich zwei Franken. Der BärnerBär-Leser verstand die Welt nicht mehr.
«Ich habe ein perfektes Los und gewinne nur sechs Franken. Das ist doch ein Witz!», sagt er frustriert. Sofort glaubt Manuel G.*, sein Wichtel habe sich einen Scherz erlaubt und ihm ein Fake-Los geschenkt.
«Die Spielregeln sind klar»
Davon will die Herausgeberin Swisslos auf BärnerBär-Anfrage nichts wissen: «Das vorliegende Los weist keinen Fehler auf. Die (international gebräuchliche) Spielmechanik ist auf dem Los klar beschrieben und korrekt umgesetzt. Es konnten alle drei Safes geöffnet werden und bei allen Safes beträgt der Gewinn jeweils zwei Franken.»
Die Schweizerische Lotteriegesellschaft bedaure zwar, dass ein solches Spielerlebnis Fragen oder Enttäuschung auslöst, stellt aber klar: «Wir sind der Meinung, dass die Spielregeln klar und verständlich formuliert sind.»
Doch weshalb ist ein perfektes «Mini Safe»-Los nicht gleichbedeutend mit dem Maximalgewinn von 10’000 Franken?
Swisslos begründet wie folgt: «Beim Los ‹Mini Safe› handelt es sich um ein Rubbellos und nicht um ein Zahlenlotto, bei welchem der Gewinn höher ausfällt, je mehr Zahlen richtig getippt werden.»
Die Gewinnhöhe beim «Mini Safe» hänge nicht von der Anzahl der übereinstimmenden Zahlen oder der geöffneten Safes ab. Entscheidend seien einzig die in den Gewinnfeldern aufgedruckten Beträge.

Knapp daneben ist für den BärnerBär-Leser hinsichtlich Hauptgewinn eben auch vorbei.
Immerhin: Ganz leer geht der Thuner ja nicht aus. Mit sechs Franken hat er den dreifachen Wert des Loses als Gewinn herausgeholt.
* Name von der Redaktion geändert












