Studie

Forscher wollen Konflikte mit Satellitendaten analysieren

Keystone-SDA
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Zürich,

Satellitenbilder könnten Lücken in der Erfassung von Konflikten schliessen. Eine Studie von Forschenden der Universität Zürich und der ETH Zürich zeigt, wie sich Satellitendaten mit Medienberichten kombinieren lassen, um auch nicht-tödliche Gewalt sichtbar zu machen.

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Eine Studie von Forschenden der Universität Zürich und der ETH Zürich zeigt, wie sich Satellitendaten mit Medienberichten kombinieren lassen, um auch nicht-tödliche Gewalt sichtbar zu machen. - keystone

Bisherige Analysen von Konflikten stützten sich hauptsächlich auf textbasierte Daten wie Medienberichte, was zu systematischen Lücken in der Erfassung führe, teilten die Universität Zürich und die ETH Zürich am Donnerstag mit.

Medienberichte konzentrierten sich stark auf die Zahl der Todesopfer. Nicht-tödliche Gewalt wie die Zerstörung von Häusern, Ernten oder Infrastruktur werde oft nur unzureichend oder gar nicht erfasst. Zudem sei die Berichterstattung ungleichmässig verteilt, wie das Forschungsteam in der Fachzeitschrift «Nature» erklärte.

Um dieses Bild zu vervollständigen, schlagen die Forschenden die systematische Integration von Satellitendaten vor. Diese erfassten unabhängig von der Medienpräsenz vor Ort die physischen Auswirkungen eines Konfliktes. Die Bilder seien exakt geortet und datiert, was eine präzise Analyse von Zerstörungen ermögliche.

Allerdings könnten auch Satelliten nicht alles erfassen und lieferten keinen narrativen Kontext zu den Ereignissen. Die Forschenden betonen daher, dass beide Datenquellen ihre eigenen Stärken und Schwächen hätten, die sich durch eine kombinierte Auswertung ausgleichen liessen.

Mit zwei Fallstudien illustrieren die Forschenden den Nutzen des Ansatzes. Im Fall der Verfolgung der Rohingya in Myanmar im Jahr 2017 zeigten die Opferzahlen einen raschen Rückgang der Gewalt nach einer Woche. Satellitendaten bewiesen jedoch, dass die Zerstörung von Dörfern und Lebensgrundlagen noch monatelang andauerte.

In der Ukraine ermöglichte die Kombination von Zerstörungsdaten mit Informationen über die Gebietskontrolle eine Analyse der Kriegsführung. Die Auswertung ergab, dass russische Streitkräfte bei der Eroberung von Gebieten signifikant mehr Gebäude zerstörten als ukrainische Truppen bei deren Rückeroberung. Solche Muster blieben bei einer alleinigen Betrachtung von Opferzahlen verborgen.

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