Studenten und Studentinnen sind oft unzufrieden mit ihrer Situation, jeder und jede Zehnte wollen abbrechen. Die Gründe sind vielfältig.
Studienabbruch
Studierende haben öfters Motivationsprobleme. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Fast zehn Prozent der Studierenden erwägen einen Studienabbruch.
  • Neben dem Inhalt des Studiums beklagen Studierende ebenso finanzielle Schwierigkeiten.
  • Die Schwierigkeiten variieren ja nach sozialer und wirtschaftlicher Lage der Studierenden.

Prüfungen, Nachtschichten und Lernen ohne Ende: Wegen fehlender Motivation beklagen 57 Prozent der Studierenden Schwierigkeiten in der Ausbildung. Fast zehn Prozent erwägen sogar, das Studium aufzugeben. Die Probleme variieren je nach Alter und sozialer Herkunft.

Am häufigsten beziehen sich die Schwierigkeiten auf den Inhalt des Studiums (33 Prozent) und auf mangelnde Motivation (24 Prozent). So schreibt das Bundesamt für Statistik (BFS) am Montag in der Erhebung 2020 zur sozialen und wirtschaftlichen Lage der Studierenden.

Die Resultate bilden laut BFS die Situation vor der Covid-19-Pandemie ab.

Finanzielle Schwierigkeiten und soziale Nachteile

Als weitere Stolpersteine werden Schwierigkeiten im Zusammenhang mit finanziellen oder persönlichen Aspekten genannt (je 17 Prozent). Studierende mit Eltern ohne nachobligatorische Ausbildung stossen während ihres Studiums insgesamt auf mehr Hürden. Dabei handle es sich um sieben Prozent aller Studierenden.

Über die meisten Schwierigkeiten beim Studium berichten jene der Exakten- und Naturwissenschaften sowie der Medizin und Pharmazie. Bei den Studierenden der Geistes- und Sozialwissenschaften sowie der interdisziplinären und anderen Studienfächer seien diese Anteile am tiefsten.

Studierende, die ihre Gesundheit als mittelmässig, schlecht oder sehr schlecht bezeichnen, denken am häufigsten darüber nach, das Studium aufzugeben. Davon betroffen seien 17 Prozent aller Studierenden.

Einen Studienabbruch ziehen vor allem benachteiligte Studierende in Betracht. Dazu gehören beispielsweise solche mit Eltern ohne nachobligatorische Ausbildung oder mit finanziellen Problemen.

Studentin im Hörsaal
Studentin im Hörsaal - Keystone

Laut dem BFS-Bericht betrug das Durchschnittsalter der Studierenden 25,9 Jahre. 53 Prozent waren Studentinnen. Lediglich 5,4 Prozent hatten 2020 Kinder.

47 Prozent der Studierenden stammen aus Familien, in denen mindestens ein Elternteil einen Hochschulabschluss aufweist. 33 Prozent der Studierenden haben einen Migrationshintergrund.

Teilzeitarbeit als häufigster Fall

73 Prozent sind erwerbstätig, davon weisen 68 Prozent einen Beschäftigungsrad unter 40 Prozent auf. Bei den finanziellen Ressourcen steht die Familie mit 52 Prozent an erster Stelle. Gefolgt wird diese von Erwerbstätigkeit (39 Prozent) und Stipendien/Darlehen (4 Prozent).

Für das Studium werden durchschnittlich 35,4 Stunden pro Semesterwoche aufgewendet, für die Erwerbstätigkeit 9,7 Stunden, wie es weiter hiess.

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BFS