Post-Boss Urs Schwaller gab kürzlich seinen Rücktritt bekannt. Nun hievt Bundesrätin Simonetta Sommaruga mit Christian Levrat einen Genossen auf den Chef-Stuhl.
Simonetta Sommaruga präsentiert Ex-SP-Chef als neuen Post-Chef.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der frühere SP-Präsident Christian Levrat wird neuer Verwaltungsrats-Chef der Post.
  • Der Bundesrat wird den Vorschlag von SP-Bundesrätin Simonetta Sommaruga durchwinken.
  • Der Freiburger Levrat tritt damit die Nachfolge von Urs Schwaller an.

Vergangenes Jahr gab Christian Levrat sein Amt als Präsident der SP auf. Auf ihn folgte das Co-Präsidium bestehend aus Mattea Meyer und Cédric Wermuth. Levrat ist aber nach wie vor Ständerat des Kantons Freiburg,

Urs Schwaller Post
Urs Schwaller, VR-Präsident der Post, an einer Medienkonferenz. - Keystone

Jetzt hat das politische Schwergewicht eine neue Stelle. Der 50-Jährige soll Chef der Schweizerischen Post werden. Levrat wird damit der Nachfolger von Urs Schwaller.

Christian Levrat von Sommaruga vorgeschlagen

Sommaruga betont, dass Die Post vor grossen Herausforderungen stehe. Gerade die Pandemie zeige indes, wie wichtig ein starker Service public sei. Die Post müsse deshalb ihre DNA behalten. Dafür sei Christian Levrat der richtige, so Sommaruga.

Einziger Makel gemäss der Bundesrätin: «Levrat ist keine Frau.» Er erfülle aber ansonsten «alle» vom Bundesrat festgelegten Kriterien. Darunter fielen etwa «profunde Kenntnisse» der Branche sowie eine gewisse Durchsetzungsfähigkeit.

Christian Levrat Simonetta Sommaruga
Auf Antrag von SP-Verkehrsministerin Simonetta Sommaruga soll Ex-SP-Präsident Christian Levrat neuer Präsident des Post-Verwaltungsrats werden. - Keystone

Als früherer Post-Gewerkschafter werde er grosses Vertrauen des Personals geniessen. Levrat selbst zeigte sich geehrt über das Vertrauen, das nun in ihn gesetzt werde. Er dankt seinem Vorgänger Urs Schwaller für dessen Arbeit.

Wenig überraschend gab es kritische Fragen zu Levrats politischem Hintergrund. Ob ein Sozialist der richtige sei, um sich etwa mit der Postfinance zu beschäftigen? Auf diese Frage wichen sowohl Sommaruga wie Levrat elegant aus.

Auch auf die Frage, ob sie «Filz»-Vorwürfe nachvollziehen könne, verneint Sommaruga. Sie zählt dazu einige Namen anderer Mitarbeiter auf, die nicht Mitglied der SP seien.

Die Sozialdemokraten selbst hingegen jubeln ganz offen über Levrats Wahl. Sommaruga und Levrat dagegen erklärten primär, dass es darum gehe, den Transformationsprozess der Post voranzutreiben.

Nicht der erste SPler bei der Post

Urs Schwaller gab vor wenigen Wochen seinen Rücktritt per Ende November bekannt. Er war seit 2016 im Amt. Der Vorschlag für die Personalie Levrat kommt von Postministerin und Parteikollegin Simonetta Sommaruga.

Der Freiburger muss nun bald sein Ständeratsmandat abgeben. Und er wird diesem auch nicht für die Freiburger Regierung kandidieren.

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Wortgewaltiger Debattierer: SP-Nationalrat Corrado Pardini im Nationalrat (20. Juni 2019). (Archivbild) - sda - KEYSTONE/PETER KLAUNZER

Zu reden geben dürfte die Personalie weiterhin. Denn Levrat nicht der erste SPler, der dank Sommaruga in ein gut bezahltes Amt kommt.

Im letzten Sommer hievte die Bundesrätin mit dem abgewählten Nationalrat Corrado Pardini bereits einen Genossen in den Verwaltungsrat der Post.

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