Der erste Flug der neuen Aufklärungsdrohne von der Schweizer Armee war erfolgreich. Sie ist eine von zwei neu eingetroffenen Exemplaren.
Hat ihren Erstflug erfolgreich absolviert: Eine Drohne Hermes 900 HFE in einem Hangar in Emmen. (Archivbild)
Hat ihren Erstflug erfolgreich absolviert: Eine Drohne Hermes 900 HFE in einem Hangar in Emmen. (Archivbild) - sda - KEYSTONE/GEORGIOS KEFALAS

Das Wichtigste in Kürze

  • Der erste Flug der neuen Aufklärungsdrohne der Armee in Emmen LU ist gelungen.
  • Sie wurde von einem Schweizer Testpiloten gesteuert.
  • Die Drohne kann bis zu 180 km/h schnell fliegen.

Die neue Aufklärungsdrohne der Armee hat am Mittwochmorgen in Emmen ihren Schweizer Erstflug erfolgreich absolviert. Gesteuert wurde sie von einem Schweizer Testpiloten. Sie ist eine von zwei der bereits eingetroffenen neuen Geräte.

Nach weiteren umfangreichen Tests unter anderem der Sensoren sollen die beiden Aufklärungsdrohnen bis Ende Jahr der Luftwaffe übergeben werden. Dies teilte das Bundesamt für Rüstung (Armasuisse) mit. Insgesamt wird die Armee bis Ende 2023 über sechs dieser Aufklärungsdrohnensysteme 15 (ADS 15) genannten Drohnen verfügen.

Schnell wie der Wind

Der in Emmen um 7 Uhr gestartete Erstflug dauerte 70 Minuten. Auf dem Flug war die Drohne bis zu 180 km/h schnell und flog in einer Höhe von 2000 Meter. Spezialisten der israelischen Herstellerfirma unterstützten das Schweizer Projektteam. Nach Angaben von Armasuisse ist damit ein wichtiger Meilenstein in der Beschaffung des ADS 15 erreicht.

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Die erste der neuen Drohnen der Schweizer Luftwaffe ist bereits zusammengebaut worden: Bis Ende 2023 stehen ihr insgesamt fünf weitere dieser unbemannten Fluggeräte zur Verfügung. - sda - Armasuisse

Das System kostet 250 Millionen Franken. Hersteller der Drohnen Hermes 900 HFE ist das israelische Unternehmen Elbit. Seit 2019 hatte die Schweiz keine Aufklärungsdrohnen mehr.

Die alten Fluggeräte des Typs Ranger waren nach 20 Jahren ausgemustert worden. Die neuen Aufklärungsdrohnen sind neun Meter lang und haben eine Flügelspannweite von 17 Metern. Zwölf Schweizer Piloten sind seit Ende März für das System ausgebildet.

Projekt verzögert

Das Projekt hatte sich wegen technischer Probleme verzögert. Ursprünglich sollte das neue System ab 2019 schrittweise eingeführt werden. Grund der Verzögerungen war unter anderem, dass im August 2020 eine für die Schweiz bestimmte Armeedrohne abstürzte. Die israelische Herstellerfirma konnte nach eigener Aussage die Ursache dieses Problems beheben, ohne das Design der Drohne zu verändern.

Neben der militärischen Nutzung können die Drohnen auch von zivilen Stellen eingesetzt werden. Kantonale Führungsstäbe, Polizei- und Rettungsorgane oder der Grenzwachtkorps darf sie einsetzen.

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