Lega

    Die Wochenzeitung der Tessiner Lega distanziert sich von Zali

    Keystone-SDA
    Keystone-SDA

    Lugano,

    Die der Lega nahestehende Wochenzeitung «Il Mattino della domenica» distanziert sich vom in die Kritik geratenen Präsidenten des Tessiner Staatsrats. «Sein Schweigen schadet unserer Bewegung», titelt die Zeitung auf Seite 3 ihrer aktuellen Ausgabe.

    Claudio Zali (Lega)
    Claudio Zali (Lega) ist Tessiner Regierungsrat. - keystone

    Claudio Zali wird seit der Veröffentlichung einer Tonaufnahme, in welcher der Politiker zu Gewalt gegen eine Frau aufruft, und weiterer Anschuldigungen zum Rücktritt gedrängt. Der Skandal, der das Tessin seit vergangenem Mittwoch erschüttert, sorgt in der Schweiz und bis ins benachbarte Italien für Aufsehen.

    In der Zeitung «Il Mattino della domenica» schaffte es die Affäre jedoch nicht auf die Titelseite. Nur zwei Leitartikel auf Seite 3 widmen sich dem Thema, unter den Überschriften «Das Schweigen, das der Lega schadet» und – verfasst von der Chefredakteurin Antonella Bignasca – «Zali: Le Mattino hat bereits entschieden».

    Die 1990 von Giuliano Bignasca und dem Journalisten Flavio Maspoli gegründete Wochenzeitung ist nicht das offizielle Organ der Lega, stehe ihr aber nahe, verkündet die Herausgeberin und erinnert daran, dass seit einigen Wochen die Unterschrift von Zali nicht mehr in den Spalten der Wochenzeitung erscheine, was kein Zufall sei.

    Die Wochenzeitung distanziert sich somit vom Präsidenten des Tessiner Staatsrats, nicht nur wegen der jüngsten Skandale, in die er verwickelt ist. Eine Rolle spielt auch die Tatsache, dass Zali oft betont habe, er stehe den Grünen näher als der SVP, einer mit der Lega verbündeten Partei.

    Sollte die für den 31. Juli geplante Versammlung der Lega dennoch beschliessen, seine Kandidatur für die Kantonswahlen im April 2027 vorzuschlagen, werde der Mattino diese nicht unterstützen, so Antonella Bignasca.

    In Italien widmete die Mailänder Tageszeitung «Corriere della Sera» in ihrer Freitagsausgabe der Zali-Affäre vier Spalten. Sie geht auf die auf Instagram gepostete Audioaufnahme ein, in welcher der Politiker zu Gewalt gegen eine Stalkerin aufruft.

    Der Autor des Artikels erinnerte zudem daran, dass gegen Zali ein Strafverfahren der Tessiner Staatsanwaltschaft läuft, weil er sich für einen Minderjährigen, den Sohn einer Freundin, eingesetzt hatte, der in einen Fall von Gewalt und Freiheitsberaubung gegen einen anderen Jugendlichen verwickelt war.

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    Kommentare

    User #1867 (nicht angemeldet)

    Wer will nachweisen, dass die Tonaufnahmen NICHT KI-generiert sind? Heutzutage hat niemand mehr die Würde der Wahrheit. Allermeist werden doch nur Interessen vertreten. Um diese Ziele zu erreichen, sind ALLE Mittel recht.

    User #2828 (nicht angemeldet)

    Und wann distanziert sich die SVP von der Jungen Tat?

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