Das passiert jetzt mit bereits gebuchten Dubai-Ferien
Im Nahen Osten herrscht Krieg. Tausende Schweizer sind an ausländischen Flughäfen gestrandet. Wer zahlt die Rechnungen für Hotelübernachtungen und Rückflüge?

Das Wichtigste in Kürze
- Der Luftraum im Nahen Osten ist grossflächig gesperrt.
- Der TCS wird von Hilferufen überrollt.
- Reisende könnten teils auf den Kosten sitzenbleiben.
- Auch Edelweiss ist von der militärischen Eskalation betroffen.
Drohnen und Raketen stoppen den Flugverkehr im Nahen Osten. Nach den US-israelischen Angriffen auf den Iran und dessen Vergeltungsschlägen im Nahen Osten ist der Luftraum in der Region gesperrt.
Rund 4300 Schweizerinnen und Schweizer sind laut dem Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) im Ausland gestrandet. Der Touring Club Schweiz (TCS) wird von unzähligen Hilferufen überrollt.
Mediensprecherin Vanessa Flack sagt auf Anfrage von Nau.ch: «Wir haben beim TCS Hunderte von Telefonaten entgegengenommen, weil die Airlines wie Reiseveranstalter überlastet sind.»
«Reisende müssen geduldig sein»
Der TCS versucht, die Menschen zu beruhigen. Er hilft nach Möglichkeit auch bei der Suche nach einer neuen Hotelunterkunft.
Die Sprecherin sagt: «Ansonsten können wir nur sagen, dass Reisende zurzeit geduldig sein müssen und die Anweisungen des EDA befolgen sollten.»
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Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheit (EDA) hat am Wochenende mehrere Reisewarnungen wegen dem Konflikt veröffentlicht.
Es kann richtig teuer werden
Für viele Schweizerinnen und Schweizer kommen die Warnungen allerdings zu spät. Aus dem Ferientrip droht nun ein finanzielles Desaster zu werden.
Das Problem: Bei abgesagten oder gestörten Pauschalreisen in den Nahen Osten müssen Reisende zusätzliche Kosten oft selbst tragen.
Reiseveranstalter sind bei sogenannter höherer Gewalt zwar zur Unterstützung verpflichtet. Sie haften aber nicht für Ausfälle oder Mehrkosten. Das schreibt der Schweizer Reise-Verband am Montag auf seiner Webseite.
Konkret: Veranstalter müssen Hilfe bei der Rückreise organisieren und bei Bedarf etwa verlängerte Hotelaufenthalte ermöglichen. Die vertragliche Leistungspflicht bleibt bestehen.
Entstehen jedoch wegen Flugausfällen oder Sicherheitslage Zusatzkosten, müssten diese grundsätzlich die Reisenden selbst übernehmen. Muss man alternative Flüge buchen oder länger am Ferienziel bleiben, gilt es also, aus dem eigenen Sack zu bezahlen.
Reisebüro sucht noch Lösungen
Mediensprecherin Sandra Studer von Globetrotter sagt auf Anfrage von Nau.ch: «Bis Mitte März sind mehrere Hundert Kundinnen und Kunden von Globetrotter Travel Service betroffen.» Es handle sich um Personen, die nach oder via Dubai, Abu Dhabi oder Doha fliegen.
Aber nicht nur der Nahe Osten ist betroffen. Schweizerinnen und Schweizer sind auch in Indien, Thailand, Australien oder den Malediven gestrandet, wie der TCS am Sonntag mitteilte.

Denn: Mit Dubai und Katar fallen zentrale Drehscheiben für Reisen nach Asien und Ozeanien weg.
Zurzeit gibt es von Globetrotter noch keine pauschale Antwort auf die Kostenfrage. Die Lage ist unübersichtlich.
Studer sagt: «Wir arbeiten mit Hochdruck daran, Lösungen zu finden. Jede Buchung wird individuell angeschaut und zusammen mit den Kunden nach Alternativen gesucht.»
Zahlt jetzt die Versicherung?
Ob nun eine Reiseversicherung einspringt, hängt vom Einzelfall ab, wie der Reise-Verband auf seiner Webseite mitteilt.
Könnten geplante Reisen wegen Sicherheitsrisiken gar nicht stattfinden, müssten Veranstalter Kundinnen und Kunden informieren sowie Umbuchungen oder kostenlose Stornierungen anbieten.
TCS Mediensprecherin Vanessa Flack stellt klar: «Man muss auch verstehen, dass es zurzeit gar nicht sofort um die Versicherungsfrage geht. In erster Linie möchten die Reisenden nach Hause.»
Wann es so weit sein wird, ist derzeit offen. Die Airlines mussten wegen des Konflikts Flüge streichen oder umleiten.
Die Swiss setzt Verbindungen nach Tel Aviv, Beirut, Amman, Erbil, Dammam und Teheran bis inklusive 8. März aus. Flüge nach Dubai und Abu Dhabi starten frühestens am 5. März.
Drohnen-Angriffe auf Europa
Inzwischen sind aber auch Reiseziele in Europa betroffen: Der Edelweiss-Flug von Zürich nach Larnaca, einer Hafenstadt in Zypern, wurde heute gestrichen.
Hintergrund ist ein Drohnenangriff auf den britischen Luftwaffenstützpunkt Akrotiri auf Zypern kurz nach Mitternacht. Eine iranische Drohne vom Typ «Shahed» beschädigte das Rollfeld, der Schaden blieb begrenzt.
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Andreas Meier von Edelweiss sagt auf Anfrage von Nau.ch: «Aufgrund der dynamischen Lage lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht abschätzen, ob der geplante Flug am Mittwoch durchgeführt werden kann.»















