In der Schweiz wird bald der Johnson & Johnson-Impfstoff gegen das Coronavirus verimpft. Jugendliche finden darin eine Chance. Es gibt aber auch kritische Töne.
Strassenumfrage bei Jugendlichen in Zürich zum Johnson&Johnson-Impfstoff. - Nau.ch / drone-air-media.ch

Das Wichtigste in Kürze

  • In der Schweiz wird ab dem 5. Oktober der Johnson&Johnson-Impfstoff erhältlich sein.
  • Diese Woche soll bereits die Lieferung ankommen.
  • Junge sehen darin laut einer Strassenumfrage eine Chance für die Impfquote in der Schweiz.

Der Bund hat bei Impf-Hersteller Johnson & Johnson über 150'000 Dosen ihres Vakzins gegen das Coronavirus bestellt. Ab dem 5. Oktober soll der Impfstoff ohne mRNA-Technologie in der Schweiz erhältlich sein.

Anders als bei allen anderen Vakzinen braucht es hierbei nur noch eine Dosis. Der neue Impfstoff ist zudem auch für Allergiker geeignet.

johnson & johnson
Der Impfstoff von Johnson & Johnson. - AFP/Archiv

Schon Ende dieser Woche sollen bis zu 151'200 Impfdosen in der Schweiz ankommen. Die Lieferung werde entsprechend auf die Kantone aufgeteilt. Zugelassen sei die Impfung für alle Personen ab 18 Jahren.

Vorrang haben die Personen, die sich aus medizinischen Gründen keinen mRNA-Impfstoff erhalten können. Aber auch für Skeptiker der mRNA-Technologie soll der «Janssen»-Impfstoff eingesetzt werden.

Würden Sie sich mit dem Impfstoff von Johnson & Johnson impfen lassen?

Die Impfstrategie des Bundes basiert jedoch weiterhin primär auf dem mRNA-Impfstoff. Dies erklärt Christoph Berger von der Impfkommission.

«Chance für die Jugendlichen»

Doch wie kommt der neu erhältliche Impfstoff bei der Schweizer Bevölkerung an? Nau.ch hat in Zürich bei jungen Passanten nachgefragt und zeigt: Die Frage ist umstritten.

Charlotte aus Zürich meint etwa, dass der Johnson & Johnson-Impfstoff gerade für Jugendliche eine Chance ist. Die Impf-Prozedur werde verkürzt. Zudem seien vektorbasierte Impfstoffe bereits vielseitig eingesetzt.

Jennifer aus Zürich findet es prima, dass man sich mit dem Impfstoff nur einmal stechen lassen muss. Es gäbe Menschen, die Panik vor Spritzen haben. Es sei ein guter Schritt, um die Pandemie hinter sich zu bringen.

Johnson & Johnson Impfstoff
Eine Ärztin zieht eine Spritze mit Impfstoff des Herstellers Johnson & Johnson auf. - sda/Wolfgang Kumm

Jeder Impfstoff habe seine Chance verdient, findet die Thurgauerin Kate. Da nur eine Impf-Dosis nötig ist, gehe es schneller. Das findet auch Laurent aus Zürich: «Auf jeden Fall wird es einfacher und es geht schneller vonstatten.» Bei den mRNA-Impfstoffen habe er Angst vor den Langzeitfolgen, weil sie noch wenig erforscht seien. Darum gibt er dem Johnson & Johnson-Impfstoff eine Chance.

Sara aus Zürich werde sich gar nicht impfen lassen. Auch der Johnson & Johnson-Impfstoff ändere daran nichts. Für sie sind die Impfungen zu schnell entwickelt worden.

Die Umfrage in Zürich zeigt, auch die Johnson & Johnson-Impfung ist umstritten. Jedoch dürfte sich der eine oder andere nun zu einer Impfung gegen das Coronavirus umstimmen lassen. Immerhin wird das Covid-Zertifikat hierzulande bereits mit einer Dosis ausgestellt.

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