Die Kantonspolizei Bern warnt vor dem Hundekauf im Internet. Die Bundesbehörden blasen ins gleiche Horn. Von einem Schnellschuss seien die Finger zu lassen.
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Hund-Import-Warnung. - zvg/Kapo BE

Das Wichtigste in Kürze

  • In einem aktuellen Blog-Eintrag warnt die Kapo Bern vor dem Hundekauf im Internet.
  • Oft könne man nicht nachverfolgen, woher das Tier stamme.
  • Auch das zuständige Bundesamt rät dringend von einem «Sofortkauf» ab.

«Hundewelpen aus dem Internet: Vorsicht vor illegalem Import.» So lautet der Titel des neusten Eintrags im Blog der Kantonspolizei Bern.

Es ist die Geschichte von Max. Es ist die Geschichte einer Odyssee, beginnend in Osteuropa, endend im Bernbiet. Und es ist die Geschichte von Kosten- und Rechtsfolgen für Max Frauchen.

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Die Kapo Bern erzählt die Geschichte von Max. - zvg/Kapo BE

Dieses bestellte das Hündchen im Internet und kaufte es nahe der Schweizer Grenze auf einem Parkplatz per Barbezahlung. Max wird krank und isoliert, die Behörden werden informiert. Nach mehreren Monaten in Quarantäne kann er zurück zur Halterin.

Diese muss dann nicht nur eine Menge blechen, sondern hat auch eine Strafanzeige wegen illegalem Import am Hals.

Die Geschichte ist bei Weitem kein Einzelfall. Aktuelle Zahlen aus der Tierstatistik zeigen: Nach einem pandemiebedingten Einbruch der Hundeimporte im April 2020 schnellte die Kurve wieder nach oben. Bereits vier Monate später befand sich die Zahl mit 3324 monatlichen Importen auf einem Allzeithoch.

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Die Zahlen der importierten Hunde in den letzten Jahren. - Screenshot Tierstatistik

Geduld beim Hundekauf

Wie viele dieser Hunde zu einem Käufer gelangen, der sie im Internet bestellt hat, ist unklar. Das bestätigt das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) auf Anfrage von Nau.ch. Klar ist jedoch, dass mehr als die Hälfte aller pro Jahr neu erfasster Hunde aus dem Ausland stammt.

«Wir gehen davon aus, dass diese mehrheitlich über das Internet bestellt und in die Schweiz geliefert werden», schreibt das BLV. Problematisch sei dabei, dass die neuen Besitzer ihren Hund viel zu selten in der ausländischen Zucht oder Tierstation selber abholen. «Doch nur so lässt sich sicherstellen, dass man betrügerischen Hundehändlern nicht auf den Leim kriecht.»

Das BLV appelliert an die Geduld der Hundekäufer. «Es ist nie seriös, wenn man sich an einem Tag per Mausklick entscheidet und den Hund nächste Woche geliefert bekommt.»

In seriösen Zuchten komme man oft auf eine Warteliste und müsse sich mehrere Monate gedulden. Und auch in gut geführten Tierheimen werde Wert darauf gelegt, dass die neuen Halter und der Hund auch wirklich zusammenpassen.

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