Dämmstoff steckte bei Brand-Bar offenbar auch in Wänden
Beim Bar-Brand in Crans-Montana VS starben 40 Menschen. Nun zeigen Facebook-Bilder, dass die mutmassliche Brandursache offenbar auch in den Wänden steckte.
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Das Wichtigste in Kürze
- Bei einem Brand in einer Bar in Crans-Montana VS sterben rund 40 Personen.
- 119 Menschen sind teils schwer verletzt in Spitälern untergebracht.
- Jetzt zeigen Bilder, dass das brennbare Dämmmaterial auch in den Wänden verbaut wurde.
Diese Katastrophe erschüttert die Schweiz und das Ausland zum Jahresstart: Bei einem Brand in der Bar «Le Constellation» in Crans-Montana VS sterben rund 40 Personen, 119 sind teils schwer verletzt.
Die meisten von ihnen wurden mittlerweile identifiziert, rund die Hälfte kommt aus der Schweiz. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass Wunderkerzen auf Champagnerflaschen die Decke angezündet haben.
Gemäss der Staatsanwaltschaft sind unter anderem die Sicherheitsvorkehrungen und die in der Bar verwendeten Materialien Gegenstand der Ermittlungen.
Jetzt zeigen neue Bilder, dass sich das leicht entzündbare Material offenbar auch in den Wänden befand.
Dämm-Schaumstoff in den Wänden
Bilder auf einer alten Facebook-Seite sorgen diesbezüglich für Aufsehen.
Die Bilder vom Dezember 2015 zeigen die Umbauarbeiten der Bar «Le Constellation». Auch die Installation des Schalldämmmaterials ist zu sehen.
Einige Bilder zeigen deutlich, wie der Dämm-Schaumstoff nicht nur an der Decke, sondern auch an den Wänden befestigt wurde. Mancherorts nahtlos bis hoch zu den Elementen an der Decke. Darüber kam eine Holzverkleidung.
Das ist besonders brisant: In vielen Bildern und Videos der Brand-Nacht sieht man genau diesen Dämm-Schaumstoff wie Zunder brennen.
Materialien werden untersucht
Die Sicherheitsvorkehrungen und die in der Bar verwendeten Materialien sind laut der Staatsanwaltschaft Gegenstand der Ermittlungen.
Die Sonntagspresse hat sich insbesondere das Schalldämmmaterial genauer angeschaut. Es stand nach heutigem Wissensstand am Anfang der Katastrophe, wie die «NZZ am Sonntag» schreibt.
Die Zeitung mutmasst aufgrund von Bildern aus der Bar, dass es sich um billiges und leicht entzündbares Material handeln könnte.
Zwei von der «SonntagsZeitung» befragte Experten sagen aufgrund von Bildern, dass das Dämmmaterial nicht fachgerecht angebracht worden sei.
«Ob dieses Material den Standards entsprach oder nicht, wird untersucht. Wir wissen es noch nicht», sagte Generalstaatsanwältin Beatrice Pilloud laut «SonntagsBlick».
Wurde der Bar-Umbau bewilligt?
Die Ermittlungen nach dem verheerenden Brand in Crans-Montana beschäftigen sich unter anderem mit den Umbauten in der Bar. Das erklärte die Staatsanwaltschaft.
Ob der Innenumbau der Bar bewilligt war, ist nach Angaben der «NZZ am Sonntag» unklar.
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In den letzten elf Jahren findet sich im Walliser Amtsblatt keine solche Eingabe, wie die Zeitung schrieb. Dort müssen Eingaben für Baubewilligungen in der Regel publiziert werden.
Ausnahmen bei Baubewilligungen
Jedoch sei es möglich, dass für den Umbau keine Baubewilligung nötig war, weil die Arbeiten als unbedeutend beurteilt worden sind.
Das Walliser Gesetz erlaubt laut der Zeitung diese Ausnahme. Der Barbetreiber habe nicht auf eine Anfrage geantwortet. Auch die Walliser Behörden gaben gemäss der «NZZ am Sonntag» darüber keine Auskunft.
Die Gemeinde habe an die Kantonspolizei und diese an die Staatsanwaltschaft verwiesen – die Staatsanwaltschaft habe nicht geantwortet.
Gegen die Betreiber des Lokals wurde eine Strafuntersuchung eröffnet. Kurz darauf reichte die Gemeinde Crans-Montana Zivilklage ein.

















