Gemeinde tritt nach Brandkatastrophe als Zivilklägerin auf
Beim Bar-Brand in Crans-Montana starben 40 Menschen. Der Grossteil der 119 Verletzten wurde mittlerweile identifiziert. Alle Entwicklungen im Live-Ticker.

Das Wichtigste in Kürze
- Bei einem Brand in einer Bar in Crans-Montana VS sterben rund 40 Personen.
- 119 Menschen sind teils schwer verletzt in Spitälern untergebracht.
- Im Live-Ticker auf Nau.ch halten wir dich über die Entwicklungen auf dem Laufenden.
Eine Tragödie erschüttert das Wallis, die Schweiz und die Welt: Bei einem Brand in einer Bar in Crans-Montana VS sterben rund 40 Personen, 119 sind teils schwer verletzt. Die meisten von ihnen wurden mittlerweile identifiziert, rund die Hälfte kommt aus der Schweiz.
Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass Wunderkerzen auf Champagnerflaschen die Decke angezündet haben. Das Besitzer-Ehepaar der Bar hat sich mittlerweile geäussert, die Frau wurde beim Brand verletzt.
Mit dem Nau.ch-Ticker bleibst du auf dem Laufenden:
Gemeinde Crans-Montana reicht Zivilklage ein
21.15: Die Gemeinde Crans-Montana VS will im Strafverfahren nach der Brand-Katasrtophe in der Silvesternacht als Zivilpartei auftreten. Der Gemeinderat hat dies an seiner Sitzung am Samstagnachmittag einstimmig beschlossen. Damit kann die Gemeinde aktiv zur vollständigen Aufklärung des Sachverhalts beitragen, wie sie am Samstagabend in einer Medienmitteilung schreibt.
Die Gemeindeverwaltung bestätigt, dass sie der Staatsanwaltschaft des Kantons Wallis alle ihr in dieser Angelegenheit zur Verfügung stehenden Dokumente übergeben habe. Die Suche nach Unterlagen habe sich auf Ablagen im Gemeindearchiv über fast 60 Jahre erstreckt.
Mit diesem Schritt und der Zusammenarbeit mit der Justiz wolle die Verwaltung von Crans-Montana ihren Beitrag zur vollständigen Aufklärung des Falles leisten. Die Gemeinde hofft, dass die Umstände der Tragödie damit geklärt werden können.
Lutry VD gedenkt seiner Opfer der Brandkatastrophe
20.03: Rund 1500 Menschen haben sich am Samstagabend in der reformierten Kirche Saint-Martin in waadtländischen Lutry und darum herum versammelt. Mehrere Opfer des Brandes in Crans-Montana im Wallis stammen aus der Gemeinde östlich von Lausanne.
Rund 400 Menschen im Inneren und fast tausend im Freien hielten Andacht, wie ein Reporter von Keystone-SDA vor Ort feststellte. Diese Zahlen wurden von der Kantonspolizei bestätigt.

Die Anwesenden versammelten sich ab 18 Uhr für etwa eine Stunde. Es folgte ein musikalischer Teil. Anschliessend sollte die Kirche bis 22 Uhr «in Stille und Licht» geöffnet bleiben.
Die Kirchgemeinden Belmont-Lutry und Pully-Paudex hatten diese ökumenische Andacht für «alle, die in dieser dramatischen Zeit Unterstützung und Trost suchen» organisiert.

Der Fussballverein von Lutry war vom Drama besonders betroffen, da sich mehrere seiner Juniorenspieler zum Zeitpunkt des Brandes im «Le Constellation» in Crans-Montana befanden. Bislang wurden keine offiziellen Zahlen bekannt gegeben. In den sozialen Netzwerken teilte der Verein jedoch mit, dass eigene Mitglieder zu den Opfern zählen.
Die Nachbargemeinde Pully VD ist ebenfalls erschüttert, insbesondere die Privatschule Champittet, die mehrere Opfer von Crans-Montana besuchen. Die Schule hat die Information bestätigt, ohne jedoch die Anzahl der betroffenen Schüler zu nennen.
Vier weitere Todesopfer identifiziert
19.20: Im Anschluss an den in der Silvesternacht in Crans-Montana ausgebrochenen Brand wurden vier neue Opfer identifiziert und deren Leichname den Familien übergeben. Das schreibt die Kantonspolizei Wallis in einer Medienmitteilung am Samstagabend.
«Es handelt sich um zwei Schweizerinnen im Alter von 24 und 22 Jahren sowie um zwei Schweizer im Alter von 21 und 18 Jahren. Zum jetzigen Zeitpunkt konnten damit acht Verstorbene identifiziert werden», schreibt die Kapo Wallis weiter.

Die Kantonspolizei Wallis werde jede neue Information bekanntgeben, sobald sie verfügbar sei. «Aus Respekt gegenüber den Angehörigen werden zum jetzigen Zeitpunkt keine weiteren Informationen erteilt.»
18.25: Der Kommandant der Feuerwehr in Crans-Montana VS ist stolz auf die Arbeit seines Teams. Innerhalb von wenigen Minuten waren 15 freiwillige Feuerwehrleute bei der brennenden Bar.
Die Feuerwehr von Crans-Montana besteht nur aus Freiwilligen. «Wir sind 72, in der Nacht des Brandes waren 15 im Einsatz», sagte Kommandant David Vocat zur italienischen Nachrichtenagentur Adnkronos. «Um 1.30 Uhr erhielten wir den ersten Hilferuf, innerhalb von fünf Minuten waren wir vor Ort.»

Vocat findet nur wenige Worte, um das Erlebte zu beschreiben. Es sei wie im Krieg gewesen. Unzählige junge Menschen hätten nach Hilfe für ihre Freunde geschrien und sich gedrängt, um aus dem brennenden Lokal zu kommen. «So etwas haben wir in der Schweiz noch nie gesehen», sagte er.
Mehrere Opfer der Brandkatastrophe stammen aus dem Kanton Waadt
17.35: Mehrere Opfer der Brandkatastrophe in Crans-Montana VS stammen aus dem Kanton Waadt. Der Staatsrat sprach den Familien und Angehörigen am Samstag sein Mitgefühl aus.
Unter den Opfern seien Schülerinnen, Schüler und Studierende öffentlicher und privater Schulen des Kantons. Obwohl die genaue Zahl noch nicht bekannt sei, hätten die Bildungseinrichtungen Vorkehrungen getroffen, hiess es.
Ab Montag wird es demnach Gesprächs- und Unterstützungsangebote für Lernende und das Ausbildungspersonal geben. Je nach Lage in den betroffenen Ausbildungsstätten sollen diese Unterstützungsmassnahmen verstärkt werden.

«Die Schulleitungen und die Lehrpersonen setzen alles daran, Trauer und Emotionen der Schülerinnen und Schüler und der Familien zu respektieren und gleichzeitig einen möglichst normalen Unterrichtsbetrieb zu gewährleisten», hiess es.
An die ganze Bevölkerung richtete der Kanton den Hinweis, dass die Konfrontation mit dem Ereignis körperliche und psychische Reaktionen hervorrufen könne. Bei Bedarf sollte man sich in erster Linie an Hausarzt oder Kinderarzt wenden.
Die ärztliche Notfallzentrale stehe ebenfalls rund um die Uhr zur Verfügung und könne auf Fachkräfte der Notfallpsychologie zurückgreifen.
16.55: Morgen um 10 Uhr findet in Crans-Montana ein Gedenkgottesdienst für die Opfer der Brandkatastrophe statt. Bei der Gedenkmesse in der Chapelle Saint-Christophe de Crans soll die Verbundenheit mit den Opfern, ihren Familien und allen vom Unglück betroffenen Menschen zum Ausdruck kommen, heisst es laut SRF in einer Mitteilung.
16.10: Bei einer kurzen Fragerunde fragt eine Journalistin, wie sichergestellt werden könne, dass im Fall alles strafrechtlich sauber aufgearbeitet werde.

«Die Untersuchungen werden durch die Strafverfolgungsbehörden geführt und sie bekommen alle Unterstützung des Bundesrats, die sie brauchen», antwortet Bundesrat Jans laut SRF. Der Bundesrat habe volles Vertrauen in die Behörden, dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden.
Bundesrat Beat Jans den Familien der Opfer sein tief empfundenes Beileid aus
15.55: Zwei Tage nach der Brandkatastrophe in Crans-Montana VS ist Bundesrat Beat Jans am Samstagnachmittag an den Unglücksort gereist, um den Familien der Opfer sein tief empfundenes Beileid auszusprechen. Er trug sich auch in einem Kondolenzbuch ein.

Jans traf am Samstagnachmittag sichtlich bewegt am Ort der Katastrophe ein. «Die Schweiz ist tieftraurig», sagte er. Der Schock über die unermessliche Tragödie sitze tief. Als Vater zweier Töchter könne er das unermessliche Leid der Familien und Angehörigen nur erahnen. Den Familien wünsche er viel Kraft und er versichere ihnen, das sie nicht alleine seien.
15.22: Bundesrat Beat Jans ist am Samstagnachmittag in Crans-Montana eingetroffen. Der Vorsteher des Justiz- und Polizeidepartements hatte sich zuvor in Sitten mit den kantonalen Behörden getroffen, wie SRF berichtet.

Er traf den Kommandanten der Walliser Kantonspolizei, Frédéric Gisler, die Generalstaatsanwältin Beatrice Pilloud und Staatsrat Stéphane Ganzer. Er wurde von Fedpol-Direktorin Eva Wildi-Cortés begleitet.
Bund eröffnet Online-Kondolenzbuch
15.15: Der Bund eröffnet angesichts der Brandkatastrophe von Crans-Montana VS auf seiner Website ein Kondolenzbuch. Trauernde können dort eine Nachricht hinterlassen.
Wer angesichts der Opfer des schrecklichen Unglücks von Crans-Montana vom 1. Januar 2026 seine Trauer und sein Mitgefühl zum Ausdruck bringen möchte, könne dies im Kondolenzbuch tun, schrieb der Bundesrat am Samstag auf der Plattform X. Angefügt war dem Post ein Link zum Kondolenzbuch.
Das schreckliche Unglück habe zu Schock und Trauer auf der ganzen Welt geführt, hiess es auf Deutsch, Französisch, Italienisch und Englisch auf der Website der Landesregierung. Dort aufgeführt waren auch Beileidsbekundungen von Bundespräsident Guy Parmelin, Aussenminister Ignazio Cassis und Justizminister Beat Jans sowie des Präsidenten des Walliser Staatsrats, Mathias Reynard.
Sicherheitsdirektor Ganzer: «Jemand hat einen Fehler gemacht»
15.02: Der Walliser Sicherheitsdirektor Stéphane Ganzer ist sich sicher, dass jemand einen Fehler machte, der zur Brandkatastrophe in Crans-Montana VS geführt hat. Etwas habe nicht funktioniert, sagte er am Samstag zu Radio SRF.
«Ein so riesiger Unfall mit einem Feuer in der Schweiz, wo wir Normen und professionelle Kontrollen haben, bedeutet, dass etwas nicht funktioniert hat», sagte der FDP-Politiker. «Es gab einen Notausgang, es gab Kontrollen».
Angesprochen auf im Netz zirkulierende Party-Videos sagte Ganzer, dass das Problem nicht die Bengalkerzen seien. Diese seien in jeder Bar oder Diskothek in der Schweiz zu finden.

«Das eigentliche Problem ist für mich nicht die Kerze allein, sondern die Decke», sagte Ganzer. Er sehe ein grosses Problem beim dort verbauten Material. Er vermutete, dass vielleicht zwischen zwei Kontrollen neue Renovationen ausgeführt und neues Material installiert worden sei.
Für Ganzer ist klar: «Jemand hat einen Fehler gemacht. Da bin ich sicher.» Die Gemeinde Crans-Montana habe auch in dieser Bar Kontrollen durchgeführt. «Uns als Kanton war kein besonderes Problem bekannt», so Ganzer.
Die Polizei werde nun alle Berichte und die genauen Umstände prüfen. Der Sicherheitsdirektor sagte weiter, dass seiner Einschätzung nach die besondere Lage im Kanton noch mindestens eine Woche andauern werde.
Neun Franzosen nach Brandkatastrophe weiterhin vermisst
14.46: Nach der Brandkatastrophe in Crans-Montana VS werden neun französische Staatsangehörige weiterhin vermisst. Das gab das Aussenministerium in Paris am Samstag bekannt.
Sechs Personen mit französischem Pass wurden demnach bei dem Brand verletzt. Die Walliser Behörden hatten am Freitag von 14 verletzten Franzosen gesprochen.
14.18: Zur Bewältigung der Brandkatastrophe von Crans-Montana erhält die Schweiz Unterstützung von italienischen Ärzteteams. Darunter sind auch mehrere Psychologen, welche betroffene Familien betreuen.
Trotz der starken Emotionen und des Schmerzes der Familien, verlaufe diese Aufgabe gut, sagte Giuseppe Lepri Gallerano vom italienischen Zivilschutz in Crans-Montana zur italienischen Nachrichtenagentur Askanews. Die Unterstützung werde besonders geschätzt.
«Solange wir gebraucht werden, werden wir hier sein, den Familien helfen und so lange hier bleiben, wie es nötig ist», sagte er. Die Hilfe gelte nicht nur den italienischen Angehörigen und Verletzten, sondern auch allen anderen Bürgerinnen und Bürgern.
13.06: Trotz des Dramas in Crans-Montana werden die Walliser Schulen am Montag den Unterricht nach den Ferien wieder aufnehmen. Allerdings sollen betroffene Klassen psychologische Unterstützung erhalten.

«Die Schulen werden wie geplant geöffnet sein», sagte der Generalsekretär des Walliser Departements für Wirtschaft und Bildung, Pierre-Yves Délèze, am Samstag auf Anfrage zur Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Die betroffenen Schulen und Klassen würden unterstützt, fügte er hinzu.
Erste vier Todesopfer von Crans-Montana identifiziert
11.02: Die Walliser Kantonspolizei konnte die vier ersten Opfer identifizieren. Es handelt sich dabei um zwei Schweizerinnen im Alter von 21 und 16 Jahren. Sowie zwei Schweizer im Alter von 18 und 16 Jahren.
Nach Abschluss der Identifizierung wurden die Leichname ihren Familien übergeben.
10.43: Bundesrat Beat Jans wird am Samstagnachmittag in Crans-Montana erwartet. «Der Bundesrat wird einen Kranz niederlegen, bevor er sich zum Ereignisort begibt», teilt die Kantonspolizei Wallis mit. Der Besuch ist für 15:30 Uhr angekündigt.
Kinderspital Zürich verschiebt Operationen
08.40: Im Brandverletztenzentrum des Kinderspitals Zürich werden aktuell fünf minderjährige Betroffene des Brandunglücks medizinisch versorgt.
Ihr Zustand ist durchwegs kritisch; einige leiden unter grossflächigen Verbrennungen dritten Grades sowie schweren Verletzungen der Atemwege. Die Kinder befinden sich in einem künstlichen Koma und benötigen mehrere operative Eingriffe.

Um eine optimale Betreuung zu gewährleisten, hat das «Kispi» seine Operationskapazitäten ausgeweitet und andere geplante Operationen verschoben, wie «SRF» berichtet.
07.15: Nach dem verheerenden Brand muss der Tourismus laut Crans-Montanas Tourismusdirektor Bruno Huggler mit «grossem Respekt und Gedenken» weitergehen. Tragödien-Tourismus habe keinen Platz, sagte Huggler in einem Interview mit Tamedia.
«Die Gäste haben auch ein Recht auf ihre Ferien», sagte Huggler. Kein Verständnis zeigte er für Personen, die nur in den Walliser Ferienort reisen, um sich den Unglücksort anzuschauen. Bisher sei es dazu aber nicht gekommen.
Auch vorzeitige Abreisen oder Stornierungen waren ihm keine bekannt. Das touristische Angebot bleibe mit Anpassungen geöffnet. Konzerte finden demnach keine statt.
Viele Bars verzichten laut Huggler auf Musik und Partys. «Trotzdem bleiben viele Bars offen, um als Treffpunkt zu dienen, damit die Menschen zusammenkommen können.»
03.00: Einige Jugendliche werden immer noch vermisst, so der 16-jährige Italiener Achile B.. Seine Familie spricht gegenüber «BBC» über den Jungen.
Er verbrachte Silvester in der Bar «Le Constellation». Um 1.30 Uhr, als das Feuer ausbrach, war er gerade draussen.
Er ging in das brennende Lokal, um seine Jacke und sein Handy zu holen. Seither hat die Familie nichts mehr von ihm gehört.
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«Wir hoffen, dass er in einem der Spitäler liegt», sagt seine Tante. «Wir wissen nicht, ob er noch lebt. Wir wollen ihn einfach finden.»












