Crans-Montana VS: Letzte 16 Verstorbene sind identifiziert worden

Beim Bar-Brand in Crans-Montana VS starben 40 Menschen. Der Grossteil der 119 Verletzten wurde mittlerweile identifiziert. Alle Entwicklungen im Live-Ticker.

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Eindrücke der dramatischen Ereignisse im Walliser Skiort Crans-Montana zeigen, wie stark die Bar beschädigt wurde. - Kantonspolizei Wallis

Das Wichtigste in Kürze

  • Bei einem Brand in einer Bar in Crans-Montana VS sterben rund 40 Personen.
  • 119 Menschen sind teils schwer verletzt in Spitälern untergebracht.
  • Im Live-Ticker auf Nau.ch halten wir dich über die Entwicklungen auf dem Laufenden.

Eine Tragödie erschüttert das Wallis, die Schweiz und die Welt: Bei einem Brand in der Bar «Le Constellation» in Crans-Montana VS sterben rund 40 Personen, 119 sind teils schwer verletzt.

Die meisten von ihnen wurden mittlerweile identifiziert, rund die Hälfte kommt aus der Schweiz.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass Wunderkerzen auf Champagnerflaschen die Decke angezündet haben.

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Hier soll die Katastrophe ihren Anfang genommen haben. - X/@BFMTV

Gegen die Betreiber des Lokals wurde eine Strafuntersuchung eröffnet. Kurz darauf reichte die Gemeinde Crans-Montana Zivilklage ein.

Gemäss der Staatsanwaltschaft sind unter anderem die Sicherheitsvorkehrungen und die in der Bar verwendeten Materialien Gegenstand der Ermittlungen.

Mit dem Nau.ch-Ticker bleibst du auf dem Laufenden:

20.44: Mittlerweile sind auch die letzten 16 verstorbenen Personen identifiziert worden. Das teilt am Sonntagabend die Kantonspolizei Wallis mit.

Bei den Toten handle es sich um zwei Schweizerinnen im Alter von 15 Jahren. Auch eine 22-jährige Schweizerin sei unter den Verstorbenen.

Crans-Montana
Vor dem Unglücksort in Crans-Montana brennen duzende Kerzen. - keystone

Zu den Opfern gehört auch eine schweiz-französische Doppelbürgerin im Alter von 24 Jahren. Ebenso zwei Italienerinnen im Alter von 15 und 16 Jahren, sowie ein Italiener im Alter von 16 Jahren.

Auch eine 22-jährige Portugiesin und eine 17-jährige Belgierin sind unter den Toten. Sowie zwei Französinnen im Alter von 26 und 33 Jahren. Ebenso vier Franzosen im Alter von 14, 17, 20 und 23 Jahren.

Ebenfalls zu den Opfern gehört eine 15-jährige britisch-französisch-israelische Dreifachstaatsbürgerin.

19.02: Gegen die Bar-Besitzer der Bar «Le Constellation» in Crans-Montana werden keine Zwangsmassnahmen angeordnet.

Das hat die Kantonspolizei Wallis in einer Medienmitteilung bekanntgegeben. Es bestehe kein Grund für eine Untersuchungshaft. Denn es bestünden keine Anzeichen dafür, dass sich die Beschuldigten dem Strafverfahren entziehen wollen würden.

Betreiber Constellation
Gegen die Betreiber der Bar in Crans-Montana wurde eine Strafuntersuchung eröffnet - X

Im Zentrum der Ermittlungen stehen Wunderkerzen. Diese seien Grund für den Brandausbruch. Das Feuer habe sich im Lokal laut Zeugenaussagen rasch ausgebreitet.

Schulen im Wallis halten Schweigeminute ab

18.26: Während der Trauerfeier vom kommenden Freitag für die Opfer der Brandkatastrophe in Crans-Montana soll in allen Schulen im Wallis eine Schweigeminute eingelegt werden.

Dies kündigte der Walliser Staatsrat Christophe Darbellay am Sonntag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA an.

Christophe Darbellay
Christophe Darbellay beim Trauermarsch für die Opfer der Brandkatastrophe von Crans-Montana. - keystone

Die Schulen in Crans-Montana und Umgebung selber werden laut Darbellay während der Trauerfeier geschlossen bleiben, ebenso wie die Verwaltung. Wie bereits bekannt, ist am kommenden Freitag um 14.00 Uhr eine nationale Trauerfeier in Crans-Montana geplant, um der Opfer der Brandkatastrophe zu gedenken.

Italien zahlt Opfern die Heimreise

15.51: Die Familien der italienischen Opfer der Brandkatastrophe in Crans-Montana erhalten vom italienischen Staat Rückflüge in ihre Heimat angeboten. Italien übernimmt auch die Kosten für die Beerdigungen.

Das bestätigte der italienische Botschafter in der Schweiz, Gian Lorenzo Cornado, der italienischen Nachrichtenagentur Ansa.

Crans-Montana
Italien bezahlt den Opfern und Angehörigen von Crans-Montana Rückflüge in die Heimat. - keystone

Nach aktuellem Kenntnisstand sind unter den 24 bisher identifizierten Todesopfern zwei Italiener sowie ein italienisch-emiratischer Staatsbürger. Zu den 113 bisher formell identifizierten verletzten Personen gehören weitere 11 italienische Staatsangehörige.

35 Verletzte wurden ins Ausland verlegt

15.27: 35 Patientinnen und Patienten konnten im Rahmen des europäischen Zivilschutzmechanismus in spezialisierte Kliniken in Belgien, Deutschland, Frankreich und Italien gebracht werden.

Das teilt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz am Sonntagnachmittag mit.

Verlegt wurden: Sieben Personen nach Belgien, weitere sieben Personen nach Deutschland, 15 Personen nach Frankreich und sechs Personen nach Italien.

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Die Untersuchungen vor Ort gehen weiter. Derweil wurden Patienten in Kliniken in andere Länder gebracht. - keystone

Drei Patienten können gemäss Mitteilung voraussichtlich noch heute nach Italien und Frankreich transportiert werden.

Bei den Verlegungen wurden sowohl ausländische Staatsangehörige als auch Schweizer Patientinnen und Patienten ins Ausland gebracht. Für Letztere wurden Spitalplätze möglichst nahe der Schweiz priorisiert.

Wichtig waren gemäss Bund auch die Sprache sowie allfällige familiäre Verbindungen im Zielland. Die Verlegungen wurden unter der Einwilligung der Angehörigen durchgeführt.

Xi Jinping bekundet sein Beileid

15.00: Der chinesische Staatspräsident Xi Jinping hat am Sonntag Bundespräsident Guy Parmelin eine Beileidsbekundung zum Brand am Neujahrstag in Crans-Montana VS übermittelt. Er sprach der Schweiz auch seine Solidarität aus.

Xi Jingping hat am Sonntag Bundespräsident Guy Parmelin eine Beileidsbekundung zum Brand am Neujahrstag in Crans-Montana VS übermittelt. . (Archivbild) - keystone

In seiner Botschaft erklärte Xi Jinping, er habe «mit tiefer Bestürzung» von der Tragödie erfahren und sprach im Namen der chinesischen Regierung und Bevölkerung «den Opfern sein tiefstes Beileid» und «den Angehörigen der Verstorbenen seine aufrichtige Anteilnahme» aus.

Der chinesische Präsident gedachte auch der Verletzten, wünschte ihnen «eine schnelle Genesung» und bekundete der Schweiz in dieser Zeit der Trauer um die schweren menschlichen Verluste durch den Brand seine Solidarität.

Féraud verteidigt Kontrollen bei Bars

14.30: Hat die Gemeinde Crans-Montana die Bar «Le Constellation» genug und richtig kontrolliert? Diese Frage steht im Kontext der Feuerkatastrophe im Raum.

Er sei überzeugt davon, dass es seitens der Gemeinde keine Nachlässigkeit bei Kontrollsystemen für Bars gebe, beteuert Nicolas Féraud gegenüber dem Sender RTS.

Ein betroffener Gemeindepräsident von Crans-Montana, Nicolas Féraud. - keystone

Die Gemeinde warte auch auf Antworten, die sich alle stellen würden. Zudem stehe sie der Justiz und den betroffenen Familien zur Verfügung.

Mittlerweile ist auch klar: Die Gemeinde tritt im Strafverfahren als Zivilklägerin auf.

12.35: Im Anschluss an die Gedenkmesse findet ein Schweigemarsch statt. Dieser führt zum Ort, an dem die Tragödie ihren Lauf nahm.

Die Anteilnahme ist riesig und die Bestürzung gross. Über 1000 Personen nehmen teil.

Auch mehrere Mitglieder des Walliser Staatsrats nehmen am Marsch teil, gesichtet wurden aber auch der italienische Botschafter in der Schweiz, Gian Lorenzo Cornado, oder die ehemalige Bundesrätin Micheline Calmey-Rey.

11.10: Am Sonntagmorgen nehmen in Crans-Montana hunderte Menschen am Gedenkgottesdienst für die Opfer der Brandkatastrophe teil.

Auch vor der Kapelle Saint-Christophe de Crans haben sich viele versammelt und verfolgen die Messe von aussen mit.

Unter den Trauernden in der Kirche ist unter anderem auch Alt-Bundesrätin Micheline Calmy-Rey.

09.40: 16 weitere Opfer wurden identifiziert und deren Leichnam den Familien übergeben. Dies teilt die Kantonspolizei Wallis am Sonntagmorgen mit.

Es handelt sich um vier Schweizerinnen, davon eine im Alter von 18 Jahren, zwei im Alter von 15 Jahren und eine im Alter von 14 Jahren, sowie um sechs Schweizer im Alter von 31 Jahren, 20 Jahren, 18 Jahren, 17 Jahren und zweimal 16 Jahren.

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Die Trauer ist gross. In Crans-Montana, in der Schweiz und im Ausland. - keystone

Weiter handelt es sich um zwei Italiener im Alter von 16 Jahren, einen italienisch-emiratischen Staatsangehörigen im Alter von 16 Jahren, einen Rumänen im Alter von 18 Jahren, einen Franzosen im Alter von 39 Jahren und einen Türken im Alter von 18 Jahren.

Zum jetzigen Zeitpunkt konnten damit 24 Verstorbene identifiziert werden, so die Polizei.

Bei den weiteren Identifizierten handelt es sich um vier Schweizerinnen und vier Schweizer im Alter zwischen 16 und 24 Jahren.

07.00: Im Zusammenhang mit der Brand-Katastrophe von Crans-Montana sorgen Bilder auf einer alten Facebook-Seite für Aufsehen.

Die Bilder vom Dezember 2015 zeigen die Umbauarbeiten der Bar «Le Constellation» und auch die Installation des Schalldämmmaterials.

Einige Bilder zeigen deutlich, wie der Dämm-Schaumstoff nicht nur an der Decke, sondern auch an den Wänden befestigt wurde. Mancherorts nahtlos bis hoch zu den Elementen an der Decke. Darüber kam eine Holzverkleidung.

Das ist besonders brisant, da man in vielen Bildern und Videos der Brand-Nacht genau diesen Dämm-Schaumstoff wie Zunder brennen sieht.

Materialien werden untersucht

05.00: Die Sicherheitsvorkehrungen und die in der Bar verwendeten Materialien sind laut der Staatsanwaltschaft nach der Brandkatastrophe in Crans-Montana Gegenstand der Ermittlungen.

Die Sonntagspresse hat sich insbesondere das Schalldämmmaterial genauer angeschaut. Es stand nach heutigem Wissensstand am Anfang der Katastrophe, wie die «NZZ am Sonntag» schreibt.

Die Zeitung mutmasst aufgrund von Bildern aus der Bar, dass es sich um billiges und leicht entzündbares Material handeln könnte.

03.50: Die Ermittlungen nach dem verheerenden Brand in Crans-Montana beschäftigen sich laut der Staatsanwaltschaft unter anderem mit den Umbauten in der Bar.

Ob der Innenumbau der Bar bewilligt war, ist nach Angaben der «NZZ am Sonntag» unklar.

In den letzten elf Jahren findet sich im Walliser Amtsblatt, wo Eingaben für Baubewilligungen in der Regel publiziert werden müssen, keine solche Eingabe, wie die Zeitung schrieb.

Die Bar «Le Constellation» vor dem tödlichen Brand. - Screenshot Tripadvisor

Jedoch sei es möglich, dass für den Umbau keine Baubewilligung nötig war, weil die Arbeiten als unbedeutend beurteilt worden sind.

Das Walliser Gesetz erlaubt laut der Zeitung diese Ausnahme.

Spitäler verschieben Operationen

02.00: Mehrere Spitäler haben wegen der zahlreichen Verletzten aus Crans-Montana geplante Operationen verschoben.

Betroffen sind unter anderem das Universitätsspital und das Kinderspital Zürich. Dort werden fünf minderjährige Brandopfer behandelt, alle liegen im künstlichen Koma und benötigen zahlreiche Eingriffe.

Bund plant nationalen Trauertag

00.30: Nach dem verheerenden Brand in Crans-Montana plant der Bund gemeinsam mit den Schweizer Kirchen für Freitag, den 9. Januar, einen nationalen Trauertag.

Das gab Bundespräsident Guy Parmelin in einem Interview mit dem «SonntagsBlick» bekannt.

Als ein weiteres Zeichen der nationalen Verbundenheit sollen laut Parmelin am kommenden Freitag um 14 Uhr in der ganzen Schweiz die Kirchenglocken läuten. Zudem sei zu diesem Zeitpunkt eine Schweigeminute vorgesehen.

Crans-Montana VS
Bundespräsident Guy Parmelin gibt in einem Interview bekannt, dass der Bund zusammen mit den Kirchen einen nationalen Trauertag plant. - Keystone

«In diesem Moment der Einkehr können alle Menschen in der Schweiz persönlich der Opfer der Katastrophe gedenken», sagte er.

Die Schweigeminute und das Läuten der Kirchenglocken sollen gleichzeitig mit Beginn der Trauerfeier in Crans-Montana erfolgen.

Am 9. Januar ist in der Walliser Gemeinde eine offizielle Gedenkzeremonie zu Ehren der Opfer des Brandes vorgesehen, wie die Gemeinde auf ihrer Webseite schrieb.

Gemeinde Crans-Montana reicht Zivilklage ein

21.15: Die Gemeinde Crans-Montana VS will im Strafverfahren nach der Brand-Katastrophe in der Silvesternacht als Zivilpartei auftreten.

Damit kann die Gemeinde aktiv zur vollständigen Aufklärung des Sachverhalts beitragen, wie sie am Samstagabend in einer Medienmitteilung schreibt.

Die Gemeindeverwaltung bestätigt, dass sie der Staatsanwaltschaft des Kantons Wallis alle ihr in dieser Angelegenheit zur Verfügung stehenden Dokumente übergeben habe. Die Suche nach Unterlagen habe sich auf Ablagen im Gemeindearchiv über fast 60 Jahre erstreckt.

Die ersten Ermittlungsergebnisse im Zusammenhang mit dem Brand, der sich am 1. Januar 2026 in der Bar «Le Constellation» in Crans-Montana ereignet hat, haben zur Eröffnung einer Strafuntersuchung gegen die beiden Betreiber des Lokals geführt.

Lutry VD gedenkt seiner Opfer der Brandkatastrophe

20.03: Rund 1500 Menschen haben sich am Samstagabend in der reformierten Kirche Saint-Martin in waadtländischen Lutry und darum herum versammelt.

Mehrere Opfer des Brandes in Crans-Montana im Wallis stammen aus der Gemeinde östlich von Lausanne.

Lutry (VD).
Menschen während der Gedenkfeier für die Opfer des Brandes in der Bar in Crans-Montana in Lutry (VD). - keystone

Rund 400 Menschen im Inneren und fast tausend im Freien hielten Andacht.

Die Kirchgemeinden Belmont-Lutry und Pully-Paudex hatten diese ökumenische Andacht für «alle, die in dieser dramatischen Zeit Unterstützung und Trost suchen» organisiert.

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