Crans-Montana legt 5 Millionen Franken zurück – zu wenig?
Nach der Brandtragödie will Crans-Montana jährlich fünf Millionen Franken für mögliche Klagen zurücklegen. Experten schätzen, dass dies nicht reichen wird.

Das Wichtigste in Kürze
- Nach der Brandtragödie im «Le Constellation» bereitet sich Crans-Montana auf mögliche zivilrechtliche Folgen vor.
- Die Gemeinde hat beschlossen, jährlich fünf Millionen Franken zurückzulegen.
- Experten schätzen, dass die Rücklagen nicht reichen – finanzielle Folgen für die Steuerzahler und eine Zwangsverwaltung der Gemeinde seien möglich.
Nach der Brandtragödie in der Bar «Le Constellation» in Crans-Montana bereitet sich die Gemeinde auf mögliche zivilrechtliche Folgen vor. Laut der Sonntagszeitung «Le Matin Dimanche» will die Gemeinde jährlich fünf Millionen Franken zurücklegen.
Das Geld soll eingesetzt werden, um allfälligen Verpflichtungen nachkommen zu können. Denn die finanziellen Auswirkungen der Tragödie sind kolossal. Beim Brand in der Silvesternacht kamen 41 Menschen ums Leben und 115 wurden verletzt.
Die genauen Kosten lassen sich nicht genau beziffern. Es geht unter anderem um medizinische Versorgung, Genesung und Gerichtsverfahren. Ein Experte schätzt die möglichen Forderungen aber auf fast eine Milliarde Franken, wie «Le Matin Dimanche» berichtet.
In den nächsten fünf bis zehn Jahren wird das Gericht über die Verpflichtung Crans-Montanas entscheiden. Aktuell trägt die Gemeinde noch keine zivilrechtliche Haftung.
Zwangsverwaltung ist möglich
Um für den Fall einer Abrechnung finanzielle Mittel zur Verfügung zu haben, hat die Gemeinde beschlossen, sich vorzubereiten. Wie aus dem Protokoll einer Gemeinderatssitzung hervorgeht, sollen pro Jahr Rücklagen von 5 Millionen Franken gebildet werden.
Um diese Rückstellungen zu finanzieren, hat die Gemeinde beschlossen, Investitionen zu kürzen und Projekte aufzuschieben.
Doch Experten zweifeln daran, ob diese Summe reichen wird. Im schlimmsten Fall droht der Gemeinde die Zahlungsunfähigkeit. In einem solchen Fall könnte es sogar zu einer Zwangsverwaltung kommen, schreibt «Le Matin Dimanche».
Eine solche Situation wäre für Crans-Montana ein politischer und finanzieller Ausnahmezustand. Die finanziellen Folgen könnten die Steuerzahler von Crans-Montana betreffen. Ausserdem könnten die Auswirkungen über die Gemeindegrenzen hinaus im Kanton Wallis spürbar werden.


















