1,5 Mio.: Italien zahlt Spitalkosten von Crans-Opfern nicht
Wer zahlt die Spitalkosten italienischer Brandopfer von Crans Montana in der Schweiz? Während der Betrag nun bekannt ist, bleibt eine Lösung unerreicht.

Das Wichtigste in Kürze
- Rund 1,5 Millionen Franken kostete die Behandlung italienischer Brandopfer in Schweizer Spitälern.
- Italien verweigert die Übernahme der Kosten trotz eines Abkommens.
- Der Vater eines Opfers fordert die Schweiz auf, Zahlungsforderungen auszusetzen.
Die Schweizer Spitalkosten italienischer Brandopfer von Crans-Montana belaufen sich laut einem Bericht von RTS mittlerweile auf rund 1,5 Millionen Franken.
Insgesamt wurden zwölf Italienerinnen und Italiener in Schweizer Spitälern behandelt. Wer die Rechnungen aber zahlt, ist weiterhin unklar.
Eigentlich sieht ein Abkommen vor, dass das Wohnsitzland der Brandopfer dessen Spitalkosten im Ausland übernimmt. Italien weigert sich im Fall Crans-Montana jedoch, wie die Regierung im April erklärte.
Gemäss RTS hat sie ihre Position bislang nicht geändert.
Vater: Schweiz soll Forderung aussetzen
Das Westschweizer Fernsehen berichtet vom Fall des Römers Manfredi Marcucci (16), der nach der Brandkatastrophe zunächst in Sion behandelt wurde. Dessen Rechnung in Höhe von 66’800 Franken sendete die Schweiz an die italienische Sozialversicherung, Manfredis Vater erhielt eine Kopie.
Gegenüber dem Sender sagt dieser nun: «Wenn ich mir auf einer Piste ein Bein breche, ist es nur fair, dass das italienische System die Kosten erstattet.»
Aber: «Wenn ich mich in einer Bar aufgrund der Fahrlässigkeit von jemandem verletzt habe – und zwar wahrscheinlich von jemandem aus der Gemeinde oder dem Kanton –, dann wäre das Mindeste, dass die Schweiz ihre Erstattungsforderung aussetzt, bis die Verantwortlichkeiten geklärt sind.»
Parmelin versprach Lösung
Bundespräsident Guy Parmelin versprach bei einem Treffen mit Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni im Mai eine Lösung. Diese bleibt aber auch jetzt im Oktober offenbar noch aus.
Bei der Brandkatastrophe an Neujahr starben 41 Menschen, 115 weitere wurden teils schwer verletzt. Sechs Tote stammen aus Italien.

















