1,5 Mio.: Italien zahlt Spitalkosten von Crans-Opfern nicht

    Nicola Wittwer
    Nicola Wittwer

    Crans-Montana,

    Wer zahlt die Spitalkosten italienischer Brandopfer von Crans Montana in der Schweiz? Während der Betrag nun bekannt ist, bleibt eine Lösung unerreicht.

    Crans-Montana
    Die Behandlungskosten italienischer Brandopfer von Crans-Montana in Schweizer Spitälern sorgen für Diskussionen. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Rund 1,5 Millionen Franken kostete die Behandlung italienischer Brandopfer in Schweizer Spitälern.
    • Italien verweigert die Übernahme der Kosten trotz eines Abkommens.
    • Der Vater eines Opfers fordert die Schweiz auf, Zahlungsforderungen auszusetzen.

    Die Schweizer Spitalkosten italienischer Brandopfer von Crans-Montana belaufen sich laut einem Bericht von RTS mittlerweile auf rund 1,5 Millionen Franken.

    Insgesamt wurden zwölf Italienerinnen und Italiener in Schweizer Spitälern behandelt. Wer die Rechnungen aber zahlt, ist weiterhin unklar.

    Eigentlich sieht ein Abkommen vor, dass das Wohnsitzland der Brandopfer dessen Spitalkosten im Ausland übernimmt. Italien weigert sich im Fall Crans-Montana jedoch, wie die Regierung im April erklärte.

    Gemäss RTS hat sie ihre Position bislang nicht geändert.

    Vater: Schweiz soll Forderung aussetzen

    Das Westschweizer Fernsehen berichtet vom Fall des Römers Manfredi Marcucci (16), der nach der Brandkatastrophe zunächst in Sion behandelt wurde. Dessen Rechnung in Höhe von 66’800 Franken sendete die Schweiz an die italienische Sozialversicherung, Manfredis Vater erhielt eine Kopie.

    Gegenüber dem Sender sagt dieser nun: «Wenn ich mir auf einer Piste ein Bein breche, ist es nur fair, dass das italienische System die Kosten erstattet.»

    Italien verweigert die Zahlungen. Ist das für dich nachvollziehbar?

    Aber: «Wenn ich mich in einer Bar aufgrund der Fahrlässigkeit von jemandem verletzt habe – und zwar wahrscheinlich von jemandem aus der Gemeinde oder dem Kanton –, dann wäre das Mindeste, dass die Schweiz ihre Erstattungsforderung aussetzt, bis die Verantwortlichkeiten geklärt sind.»

    Parmelin versprach Lösung

    Bundespräsident Guy Parmelin versprach bei einem Treffen mit Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni im Mai eine Lösung. Diese bleibt aber auch jetzt im Oktober offenbar noch aus.

    Bei der Brandkatastrophe an Neujahr starben 41 Menschen, 115 weitere wurden teils schwer verletzt. Sechs Tote stammen aus Italien.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    User #2096 (nicht angemeldet)

    Es ist ein Fall der Staatshaftung durch den Kanton Wallis, der Jahre lang keine adäquate Brandschutzkontrolle gewährleistete und damit die hohe Oferzahl und die Schwere der Verletzungen grobfahrläsdog verschuldete und verursachte. In den anderen Kantonen ist die Brandversicherung obligatorisch und gewährleistet die Brandschutzkontrolle durch Fachleute der Brandversicherung.

    User #5569 (nicht angemeldet)

    das Tessin soll die Ausgleichszahlungen an Italien gegenverrechnen. wir müssen uns nicht alles gefallen lassen

    Weiterlesen

    Meloni
    Crans-Montana
    Schule
    32 Interaktionen
    Crans-Montana
    Morettis
    133 Interaktionen
    Crans-Montana

    MEHR IN NEWS

    St. Gallen
    St. Gallen
    schröder putin
    1 Interaktionen
    «Schande»
    Hunzenschwil AG
    Hunzenschwil AG

    MEHR AUS CRANS-MONTANA

    Skischule Piste Kinder Schnee
    Crans-Montana VS
    Crans-Montana Brand Le Constellation
    Crans-Montana VS
    Crans-Montana
    1 Interaktionen
    Crans-Montana VS