Chaos-Nacht in Zürich: Polizei bei Party-Auflösung angegriffen
Böller, Steine, Flaschen – ein Polizist verletzt, Polizeiautos schwer beschädigt! Das ist die Bilanz nach einer eskalierten Partynacht in der Stadt Zürich.

Das Wichtigste in Kürze
- Die Polizei setzte Wasserwerfer, Reizstoff und Gummischrot gegen die Party-Chaoten ein.
- Randalierer legten rund zwei Dutzend Container in Brand und verbarrikadierten Strassen.
- Die Ermittler prüfen, ob die Vermummten vorab Feuerwerksdepots angelegt hatten.
- Festnahmen gibt es bislang keine.
Eskalation am Hardplatz! Was als illegale Party begann, entwickelte sich in der Nacht auf Sonntag zu einer regelrechten Gewaltorgie.
Vermummte Chaoten attackierten die Polizei mit Pflastersteinen, Glasflaschen und Feuerwerksraketen. Rund zwei Dutzend Container gingen in Flammen auf. Die Bilanz laut Communiqué am Sonntagmittag: ein verletzter Polizist und massive Schäden an Einsatzfahrzeugen.
Polizeisprecherin Daniela Brunner bestätigt kurz vor 1 Uhr nachmittags gegenüber Nau.ch, dass es bislang noch zu keinen Festnahmen gekommen sei.

«Unser Ziel ist es jetzt, möglichst viele Täterinnen und Täter festzunehmen», sagt sie. Weitere Angaben kann Brunner zum aktuellen Zeitpunkt keine machen. Die Ermittlungen zu den Ereignissen in der Nacht seien am Laufen.
Auch dazu, wie es dem verletzten Polizisten jetzt geht, macht die Stadtpolizei zum aktuellen Zeitpunkt keine weiteren Angaben.
Kurz nach 23 Uhr wurde die Stadtpolizei Zürich wegen einer Party am Hardplatz alarmiert. Zunächst liessen die Beamten das Treiben gewähren. Doch dann häuften sich die Meldungen über beschädigte Hausfassaden und Autos, gezündete Böller und Belästigungen von Anwohnern.
Als die Polizei die Party auflösen wollte, eskalierte die Lage
Mehr als 100 Personen hielten sich mittlerweile in einer verbarrikadierten Unterführung und auf dem Hartplatz auf. Darunter waren auch Vermummte.
Die Einsatzkräfte forderten die Menge mehrfach auf, den Platz innerhalb von zehn Minuten zu verlassen. Doch statt abzuziehen, flogen bereits Glasflaschen und Pflastersteine in Richtung der Polizisten.
Angesichts der massiven Angriffe mussten sich die Einsatzkräfte zunächst zurückziehen.

Dann wurde es besonders gefährlich: Eine weitere Gruppe beschoss die Polizisten gezielt mit Feuerwerksraketen. Die Detonationen erfolgten laut Polizei unmittelbar auf Kopfhöhe. Nur dank ihrer Schutzausrüstung konnten offenbar schwerere Verletzungen verhindert werden.
Wasserwerfer, Reizstoff und Gummischrot im Einsatz
Die Polizei reagierte mit Reizstoff, Wasserwerfern und Gummischrot. Doch auch beim anschliessenden Vorrücken wurden die Einsatzkräfte erneut mit Steinen und Raketen angegriffen. Die Randalierer verbarrikadierten Strassenzüge und warfen über längere Zeit Flaschen und Pflastersteine auf die Beamten.

Gleichzeitig brannten rund zwei Dutzend Container. Die Feuerwehr von Schutz & Rettung Zürich rückte gemeinsam mit der Stadtpolizei aus, um die Feuer zu löschen.
Erst gegen 3 Uhr morgens war die Lage unter Kontrolle
Ein Polizist wurde bei dem Einsatz verletzt. Mehrere Polizeifahrzeuge wurden massiv beschädigt, teilweise so schwer, dass sie Totalschaden erlitten. Wie hoch der gesamte Sachschaden ist, muss nun ermittelt werden. Die Polizei stellte zudem eine Musikanlage sicher.

Besonders brisant: Nach Einschätzung der Stadtpolizei deutet der gezielte Beschuss mit Raketen darauf hin, dass möglicherweise bereits im Vorfeld Feuerwerksdepots angelegt worden waren.
Die Ermittlungen zu den Ausschreitungen und den angerichteten Schäden laufen.






