Der Winterthurer «Holzofe Beck» sorgt mit Werbung gegen das Coronavirus für Aufsehen. Als Nau.ch auftaucht, schaltet er seine Werbung weg.
Die Bäckerei «Holzofe Beck» in der Winterthurer Altstadt versteckt die Anti-Corona-Propaganda. - Nau.ch / Drone-Air-Media.ch

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Winterthurer «Holzofe Beck» schaltete Werbung gegen die Corona-Massnahmen.
  • Als Nau.ch vor Ort auftaucht, kriegt der Beck aber kalte Füsse.

Es ist wohl eine der grössten Kontroversen der jüngeren Geschichte in Winterthur ZH: Urs Gerber, Besitzer der Bäckereien «Holzofe Beck» und «Grabe Beck» in der Altstadt, schaltet auf seinen Werbebildschirmen Werbung gegen die Corona-Massnahmen.

«Geimpfte weisen eine 251-mal höhere Viruslast auf als Ungeimpfte», war zu lesen. Oder: «Die Covid-19-Impfung ist die grösste Bedrohung, der die Menschheit je ausgesetzt war.»

Coronavirus Holzofe Beck
Focaccia statt Anti-Corona-Falschinformationen – Inhaber Urs Gerber änderte die Werbung blitzschnell.
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Der Holzofe Beck sorgte mit seinem Skeptiker-TV für Furore.

Für viele Passanten und Kundinnen war klar: Das ist der Gipfel!

Die Google-Rezensionen sprechen Bände. Kommentare wie «Dieser Bäcker ist offenbar nicht ganz gebacken.» oder «Schwurblerpropaganda im Schaufenster wirkt abschreckend, schade.» fluten seit Tagen die Rezensionen.

Coronavirus: Inhaber schaltet Propaganda weg

Inhaber Gerber antwortet gar höchstpersönlich auf einige Kritiker und Kritikerinnen. Seine Bildschirme sollen «zum Denken anregen», man könne ja alles nachlesen. Seinen Angestellten lasse er das Tragen einer Maske jedoch frei. Eine Zwangsschliessung wolle er vermeiden.

Würden Sie bei einem Skeptiker-Beck Brötli kaufen?

Gegenüber dem Fernsehsender «TeleZüri» gab sich Gerber kürzlich noch trotzig. Er wolle die Werbung auf den Bildschirmen nicht abschalten – trotz Kritik.

Doch: Jetzt hat der Beck kalte Füsse bekommen. Beim Besuch eines Nau.ch-Reporters am Mittwoch lässt er seine Propaganda blitzschnell verschwinden – und lässt stattdessen Sandwich-Werbung laufen.

Als Nau.ch ihn damit konfrontiert, behauptet Gerber: «Über die Mittagszeit läuft die Werbung für unser Produkt, das war schon immer so.» Er selbst stehe jedoch weiterhin hinter seinen Screens und den Botschaften, die er auf eben diesen projiziert.

Ein Augenschein am Donnerstagnachmittag belegt aber: Der Bildschirm ist mittlerweile ganz ausgeschaltet.

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Am Donnerstagnachmittag ist der Bildschirm schwarz. - Nau.ch

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