Die Firma Covent kann mit ihrem neuen Covid-Testsystem viele Menschen schnell testen und damit Grossanlässe ermöglichen. Ein Testlauf wurde in Sagogn gemacht.
Sagogn corona
Ein Mann testet sich vor einer Gemeindeversammlung in Sagogn GR selbst auf Covid-19. - sda - KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER

Das Wichtigste in Kürze

  • Das neue Corona-Testsystem von Covent soll Grossanlässe wieder ermöglichen.
  • Denn damit können viele Menschen sehr schnell getestet werden.
  • An einer Gemeindeversammlung im Bündner Oberland wurde ein Testversuch durchgeführt.
  • Die Ergebnisse waren sehr erfreulich.

Ein vom Kanton Graubünden mitgetragenes Pilotprojekt aus der Privatwirtschaft will sichere Grossveranstaltungen in Corona-Zeiten ermöglichen. An einer Gemeindeversammlung im Bündner Oberland ist am Freitag der erste Probelauf eines neuen Testsystems gut gestartet.

Das Testsystem Covent besteht aus einem Corona-Schnelltest und aus einer Software. Diese bringt Corona-Testresultate schnell und fälschungssicher auf die Handys der Getesteten, versprechen die Entwickler. Zudem werden die Resultate fest mit der Identität der Getesteten verknüpft.

Erster Realitätstest in Sagogn

Im 730-Seelen Dorf Sagogn wurde für den ersten Realitätstest schon am Morgen ein Pop-Up-Zelt aufgestellt. Das erklärte Thomas Kunz, Mitglied der Geschäftsleitung von Dräger Schweiz, gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

Die Medizinalfirma Dräger Schweiz aus dem Bernischen Liebefeld und die Churer Agentur Skipp Communications stehen hinter dem Projekt. Erstere liefert die Schnelltests, Letztere hat die Software entwickelt.

Covent
Ein negatives Covid-19-Testresultat, am Freitag, 21. Mai 2021, in Sagogn. - keystone

Die Besucher der auf den Abend angesetzten Gemeindeversammlung führten den Test selber durch. Apothekerinnen leiteten sie dabei an. Bis Ende Nachmittag hätten um die 50 Personen den Test gemacht, berichtete Kunz. Die Software habe in allen Fällen funktioniert, die Testresultate seien zuverlässig und schnell auf den Handys angekommen.

«Für die Software sind auch Grossanlässe definitiv kein Problem», laute das zuversichtliche Fazit noch während des ersten Probelaufs. Kleinere Schwierigkeiten tauchten in zwei Fällen beim Handling der Tests auf. Nach 15 bis 20 Minuten lagen die Ergebnisse jeweils vor und erschienen auf den Handydisplays der Testpersonen.

Negative Resultate berechtigen zum Eintritt

Negative Resultate berechtigen eine Zeitlang zum Einlass an Grossveranstaltungen, so die Idee. Im Fall von Sagogn war der Test aber freiwillig. Politische Veranstaltungen können auch ohne Corona-Tests durchgeführt werden können.

Für einen Testlauf unter realen Bedingungen kam nur eine Gemeindeversammlung infrage. Denn gemäss der Verordnung des Bundes dürfen zurzeit grössere Veranstaltungen gar nicht stattfinden.

Covent
Blick in die Gemeindeversammlung, am Freitag, 21. Mai 2021, in Sagogn. Im hinteren Teil des Raumes nehmen Menschen ohne Test mit Abstand Platz, vorne die Getesteten. Dies, weil an politischen Veranstaltungen kein Test vorgeschrieben werden darf. - keystone

Covent mit Sagogn in Kontakt gebracht hat der Kanton Graubünden. Das erklärte Daniel Camenisch, Leiter der kantonalen Kommunikationsstelle Coronavirus, gegenüber Keystone-SDA. «Wir gehen davon aus, dass es der erste Testlauf eines solchen Systems in der Schweiz ist, sagte er. Der Kanton Graubünden trage das Projekt mit und unterstütze es «mittels gesetzlicher Rahmenbedingungen».

Finanziert wird Covent aber ausschliesslich von Dräger Schweiz. Das Unternehmen will laut Verkaufsleiter Kunz «der Schweiz den Alltag zurückbringen». Es verfolgt mit seinen Schnelltests aber ohne Zweifel auch wirtschaftliche Interessen.

Covent soll für alle Hersteller zur Verfügung stehen

Das neue System sei dennoch offen aufgebaut, betont die Firma. «Covent wird auch anderen Herstellern von Schnelltests zur Verfügung stehen», versicherte Kunz. Und auch für die Zusammenarbeit mit Behörden sei es vorbereitet.

Nächste Woche folgt ein weiterer Test an einer Bündner Gemeindeversammlung, im Calancatal im Misox. Im Juni sind dann in Graubünden Probeläufe an drei Sportveranstaltungen geplant und an einem mehrtägigen Kongress in Interlaken BE. Weitere Einsätze in mehreren Kantonen sind in Diskussion.

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