Bund intensiviert Videoüberwachung in Asylzentren

    Keystone-SDA
    Keystone-SDA

    Bern,

    Zur Verstärkung der Gewaltprävention baut der Bund in den Bundesasylzentren die Videoüberwachung aus. In den kommenden Monaten werden weitere Kameras montiert.

    Asylzentren
    Die Bundesasylzentren in Moudon, Dübendorf und Eigenthal werden wegen steigender Asylzahlen wieder geöffnet. (Archivbild) - sda

    Das Wichtigste in Kürze

    • Der Bund will die Gewaltprävention in Asylzentren ausbauen.
    • Weitere Kameras in den Aussen- und Innenräumen sollen die Videoüberwachung verstärken.
    • Schlafräume, Toiletten, Duschen und ähnliches werden weiterhin nicht überwacht.

    Der Bund baut in den Bundesasylzentren die Videoüberwachung aus. In den kommenden Monaten sollen weitere Kameras in den Aussen- und Innenräumen montiert werden. Der Ausbau dient unter anderem der Gewaltprävention. Nicht überwacht werden Schlafräume, Toiletten, Duschen und ähnliches.

    Obwohl die Kameras nicht exklusiv der Gewaltprävention dienen, könnten sie neben der präventiven Wirkung auch zur Aufklärung von Übergriffen dienen. Das bestätigte Reto Kormann, Mediensprecher beim Staatssekretariat für Migration (SEM), am Montag einen Bericht von Radio SRF.

    Aufnahmen werden vier Monate aufbewahrt

    Das SEM stützt sich dabei auf Änderungen im Ausländergesetz, die seit dem 1. April 2020 in Kraft sind. Demnach können Videoaufzeichnungen aus den Zentren vier Monate lang aufbewahrt werden und namentlich in Verwaltungs- oder Strafverfahren verwendet werden. Die Auswertung darf nur durch die Strafbehörden erfolgen.

    Bei der Installation der Kameras trägt das SEM der Privatsphäre Rechnung, wie Kormann weiter mitteilte. Eine Überwachung von Duschen, Sanitärräumen, Toiletten, Schlafräumen und ähnlichen Räumlichkeiten ist demnach «strengstens untersagt». In Gemeinschaftsräumen, «in den von einer Privat- und Intimsphäre nicht die Rede sein kann», ist sie dagegen möglich. Das hielt das SEM fest.

    Asylzentrum
    Das Bundesasylzentrum befindet sich am Ende der Start- und Landebahn des Genfer Flughafens, neben der Autobahn. (Archivbild) - sda

    In Bundesasylzentren kam es nach Medienberichten zu gewalttätigen Übergriffen durch das Sicherheitspersonal. Dabei sollen auch Bewohner verletzt worden sein und Spitalpflege benötigt haben. In mehreren Fällen soll das Sicherheitspersonal Vorgänge in Rapporten verfälscht dargestellt haben. Zudem kam es zu Auseinandersetzungen der Bewohner untereinander.

    Externe Untersuchung eingeleitet

    Der Ausbau der Videoüberwachung wurde schon vor dem Bekanntwerden der Vorwürfe beschlossen. Wegen der möglichen Übergriffe leitete Mario Gattiker, der Staatssekretär für Migration, eine externe Untersuchung ein. Das SEM nehme die Vorwürfe sehr ernst, erklärte er.

    Mit der Untersuchung wurde alt Bundesrichter Niklaus Oberholzer betraut. Er soll die Vorwürfe umfassend abklären. Wie es am Montag beim SEM hiess, läuft diese Untersuchung. Das Staatssekretariat unterstreicht, Oberholzers Untersuchung und die Installation der Kameras stünden in keinem direkten Zusammenhang.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    Weiterlesen

    Gattiker
    45 Interaktionen
    Gewalt im Asylwesen
    Asylzentrum
    21 Interaktionen
    Seit Wiedereröffnung
    Les Verrières NE
    11 Interaktionen
    Gemeinde

    MEHR AUS STADT BERN

    Kanton Bern
    Kanton Bern
    Andrea Zryd Frauen-Eishockey-WM
    35 Interaktionen
    Wie bei WEURO
    asd
    3 Interaktionen
    Tourismus
    Mathias Zopfi Reto Nause
    66 Interaktionen
    «Politmarketing»