BLS: Chef warnt wegen Sparplänen vor Zuständen wie in Deutschland
Der Bund muss mit massiv sparen. Tun will er das auch beim öffentlichen Verkehr. Das lässt beim Chef der BLS die Alarmglocken läuten.

Das Wichtigste in Kürze
- Das Bundesbudget soll in den nächsten Jahren massiv gekürzt werden.
- Vor Einsparungen bei der ÖV-Infrastruktur warnt der CEO der BLS nun aber.
- Er fürchtet bei Sparmassnahmen Qualitätsprobleme wie bei der Deutschen Bahn.
Der Bund muss massiv sparen. Rund zwei Milliarden Franken sollen es in den nächsten drei Jahren jährlich sein.
Umsetzen will er das mit dem sogenannten «Entlastungspaket 27». Dieses ist in der Politik – vor allem bei linken Parteien – umstritten. Aber auch in den von den Einsparungen betroffenen Branchen regt sich Widerstand.
So auch im Bereich des öffentlichen Verkehrs. Hier soll kräftig gespart werden – das sorgt für Ärger und Besorgnis.
CEO der BLS: «Stabilität unserer Infrastruktur ist gefährdet»
Gegenüber SRF erklärt Daniel Schafer, CEO der BLS und Präsident der Kommission Infrastruktur Verband Öffentlicher Verkehr: «Die Sparmassnahmen sind schlimm.»
Denn: Sie würden ein System unter Druck setzen, das ohnehin mehr statt weniger Geld brauche.
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«Damit wird die langfristige Stabilität unserer Infrastruktur gefährdet», ist sich Schafer sicher. Allein 2028 und 2029 sollen bei der Infrastruktur der Bahn insgesamt rund 200 Millionen Franken eingespart werden.
Massnahmen könnten zu «Qualitätsproblemen» wie «in Deutschland» führen
«Wenn man spart, kann man den Unterhalt und den Ausbau der Infrastruktur nicht sicherstellen», so der Chef der BLS.
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Konkret bedeutet das laut Schafer: «Früher oder später werden wir bei mangelndem Unterhalt Qualitätsprobleme in der Infrastruktur bekommen. Etwa so, wie wir sie beispielsweise in Deutschland sehen.»
Dort wurde jahrelang an der Bahninfrastruktur gespart. Die Folge: Ein marodes und komplett überlastetes Streckennetz, Verspätungen und Zugausfälle. Und ein riesiger Sanierungsstau, der seinesgleichen sucht.
«Wir häufen einen Schuldenberg an»
Die Schweizer Sparmassnahmen hätten aber auch Folgen für geplante Ausbauprojekte, warnt der CEO der BLS. Diese könnten wegen der Einsparungen nicht so realisiert werden, wie sie vorgesehen seien.
Vor Einsparungen im Öffentlichen Verkehr warnt im Nationalrat derweil auch SP-Frau Sarah Wyss. «Heute spüren wir diese Kürzung nicht. Morgen wahrscheinlich auch nicht.»
Aber: «Übermorgen spüren wir sie sehr wohl. Denn dann droht ein Investitionsstau und wir häufen einen Schuldenberg in Form von unterlassenen Investitionen an.»












