Bewegung der Eltern färbt auf die Kinder ab
Bewegung ist ansteckend – zumindest in der Familie. Eine neue Schweizer Studie zeigt: Sind Eltern körperlich aktiv, bewegen sich ihre Kinder tendenziell mehr.

Das Wichtigste in Kürze
- Das Bewegungsverhalten der Eltern prägt jenes der Kinder - auch noch über Jahre hinweg.
- In der Schweiz wird die tägliche Aktivitätsempfehlung überraschend oft nicht erreicht.
Verändern Eltern ihr Bewegungsverhalten, folgen die Kinder diesem Muster. Zu dieser Erkenntnis kommt eine neue Schweizer Studie.
Forschende des Schweizerischen Tropen- und Public-Health-Instituts (Swiss TPH) werteten Bewegungsdaten von mehreren hundert Eltern-Kind-Paaren aus der Schweiz aus.
Kinder und Eltern trugen über mehrere Tage hinweg Bewegungssensoren. Diese zeichneten auf, wie viel Zeit sie sitzend, leicht aktiv oder intensiver in Bewegung verbrachten.
Wenn Eltern weniger sitzen ...
Das Ergebnis: Der Effekt fiel bei den Kindern jedoch deutlich schwächer aus. Konkret war die Veränderung beim Kind rund 18-mal geringer, wenn es um das Verhalten der Mutter ging. Und rund 29-mal geringer beim Verhalten der Väter.
Der Einfluss blieb über mehrere Jahre hinweg sichtbar. Auch fünf Jahre nach der ersten Messung waren Kinder, deren Eltern im Alltag weniger sitzen, insgesamt aktiver. Bei den Vätern zeigte sich ein vergleichbarer Trend, der statistisch allerdings nicht eindeutig ausfiel.
Eltern als Vorbilder
Die Forschenden schliessen daraus: Eltern spielen als Vorbilder eine wichtige Rolle, auch wenn sich ihr Verhalten nicht eins zu eins auf die Kinder überträgt.
Massnahmen, die Eltern zu mehr Bewegung und weniger Sitzen im Alltag motivieren, könnten daher der ganzen Familie zugutekommen.
Die Schweiz gehört zu den aktivsten Ländern Europas. Dennoch erreichen viele Kinder und Jugendliche die Empfehlung von mindestens 60 Minuten moderat-intensiver körperlicher Aktivität pro Tag nicht. Dies betonte das Swiss TPH am Dienstag.
«Die frühe Förderung eines aktiven Lebensstils bleibt daher eine zentrale Aufgabe der Gesundheitspolitik», so das Institut weiter.
Die Daten stammen aus der sogenannten Sophya-Kohortenstudie. Zwischen 2013 und 2015 sowie zwischen 2019 und 2020 wurden Bewegungsdaten von 6- bis 16-Jährigen und deren Eltern erhoben.
Die Studie erschien im Fachjournal «Journal of Activity, Sedentary and Sleep Behaviors».












