Betrüger locken mit günstigen Fake-Wohnungsinseraten

Vivian Balsiger
Vivian Balsiger

Schlieren,

Zu schön, um wahr zu sein: Auf Immobilien-Plattformen locken traumhaft günstige Wohnungen – doch dahinter steckt eine fiese Betrugsmasche.

betrug
Traumwohnung zum Schnäppchenpreis? Dahinter stecken fiese Abzocker. - Facebook / keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Betrüger locken mit günstigen Wohnungen und verlangen Geld vor der Besichtigung – eine Facebook-Userin warnt.
  • Die Betrüger wollen Interessierte zu einer Überweisung bewegen – noch vor der Wohnungsbesichtigung.
  • Der Mieterverband rät zur Anzeige – doch überwiesenes Geld ist meist kaum zurückzuholen.

4,5 Zimmer auf 137 Quadratmetern mit Balkon für nur 1450 Franken im Monat. Und das Ganze in Urdorf ZH, zehn Minuten von der Stadt Zürich. Ein Traum für Wohnungssuchende.

Doch genau hier ist der Haken: Das Angebot ist zu schön, um wahr zu sein.

Auf Immobilien-Plattformen wie Homegate tauchen derzeit auffällig günstige Wohnungen auf. Eine hässliche Bewohnerin aus Urdorf warnt auf Facebook vor der Betrugsmasche – und nennt klare Alarmzeichen.

Die Masche ist perfide: Die Wohnungen wirken gross, modern und geradezu sensationell günstig. Doch wer anbeisst, wird schnell zur Kasse gebeten.

Die Nutzerin warnt vor Forderungen nach Geld schon vor der Besichtigung: «Es wird verlangt, dass ihr Kaution, Anmeldegebühren oder eine ‹Schlüssel-Kaution› überweist, bevor ihr die Wohnung von innen gesehen habt.»

Auch beim angeblichen Schlüsselversand sollten die Alarmglocken schrillen: «Der angebliche Vermieter sei angeblich im Ausland und verspricht, den Schlüssel nach Geldeingang per Kurier zu schicken.»

Zu perfekte Bilder?

Vorsicht: «Macht im Zweifel eine umgekehrte Bildersuche bei Google, um zu sehen, ob die Fotos aus anderen Inseraten kopiert wurden.»

wohnungssuche
Die Betrugsmasche verfolgt ein klares Ziel: Interessenten sollen zur Vorauszahlung verleitet werden. (Symbolbild) - keystone

Und dann wäre da noch der Zeitdruck. «Ihr werdet gedrängt, sofort Geld zu überweisen, weil angeblich Dutzende andere Interessenten warten», so die Nutzerin.

Homegate kennt die Masche

Fabian Korn von Homegate bestätigt gegenüber Nau.ch: «Die Vorgehensweise ist eine bekannte Betrugsmasche, wie sie im Internet und auf digitalen Marktplätzen unterschiedlichster Art immer wieder vorkommt.»

Korn erklärt: «Dabei greifen Betrüger häufig auf vermeintlich besonders attraktiv wirkende oder nicht existente Angebote zurück.»

Hast du auch schon Betrüger-Wohnungsinserate gesehen?

Das Ziel sei klar: «Interessierte zur Kontaktaufnahme und in einem weiteren Schritt zu einer Vorauszahlung zu bewegen.»

Homegate setzt deshalb auf ein umfassendes Sicherheitsdispositiv mit «automatisierten als auch manuellen Prüfmechanismen». Nutzer können verdächtige Inserate zudem über einen «Meldebutton direkt unter jedem einzelnen Inserat» melden.

Korns Empfehlung: «In solchen Fällen besonders vorsichtig zu sein, keine Zahlungen im Voraus zu leisten. Und verdächtige Inserate direkt über Homegate zu melden.»

Zu den typischen Warnsignalen gehören «Aufforderungen zu Vorauszahlungen vor einer Besichtigung, fehlende oder kurzfristig abgesagte Besichtigungsmöglichkeiten.»

homegate
Für Homegate ist die Betrugsmasche längst bekannt. (Symbolbild) - keystone

Hinzu kommen «die Abwicklung von Zahlungen über vermeintlich vertrauenswürdige Drittplattformen oder externe Links. Sowie die Aufforderung zur Weitergabe sensibler persönlicher Daten

Und trotz der Betrugsfälle gibt Korn Entwarnung: «Die absolute Mehrheit der Inserate auf Homegate ist seriös, und betrügerische Inserate machen insgesamt nur einen verschwindend geringen Teil aus.»

Keine Vorauszahlungen

Auch Fabian Gloor vom Mieterverband rät gegenüber Nau.ch zu äusserster Vorsicht: «Generell raten wir dringend davon ab, Geld für eine angebliche Kaution oder Reservation zu überweisen, bevor die betreffende Wohnung besichtigt und ein Mietvertrag unterzeichnet wurde.»

Besonders heikel seien Zahlungsaufforderungen auf ausländische Konten. Wurde bereits Geld überwiesen, gilt laut Gloor: «Wurde eine Zahlung bereits geleistet, empfehlen wir, den Vorfall bei der Polizei zur Anzeige zu bringen.»

Allerdings ist die Hoffnung auf eine Rückzahlung gering: «Die Aussichten, das überwiesene Geld zurückzuerlangen, sind erfahrungsgemäss allerdings gering.»

Umso wichtiger sei es, von Anfang an genau hinzuschauen: «Wohnungsinserate kritisch zu prüfen und insbesondere bei Angeboten, die ungewöhnlich günstig erscheinen, besondere Vorsicht walten zu lassen.»

Kommentare

User #3892 (nicht angemeldet)

SP sagt aber dass Wohnungsmangel nichts mit steigenden Mieten zu tun hat

User #2050 (nicht angemeldet)

Die Leute sind derart verzweifelt eine Wohnung im Raum ZH zu finden, dass viele auf solche Fake Inserate hereinfallen.Es ist pure Verzweiflung!

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