Bub (12) rettet Zürcherin Géraldine nach Trotti-Unfall
Nach einem Sturz in Uetikon am See liegt Trottinettfahrerin Géraldine C. verletzt am Boden. Ein Bub findet sie, ruft Hilfe und wird zum entscheidenden Retter.

Das Wichtigste in Kürze
- Géraldine C. stürzte mit dem Trottinett in Uetikon am See ZH schwer auf das Gesicht.
- Ein zwölfjähriger Bub fand sie am Boden und rief sofort Hilfe.
- Über Facebook suchte sie ihre Helferinnen und Helfer – mit Erfolg.
Géraldine C. (42) ist mit dem Trottinett unterwegs, als plötzlich alles schiefgeht.
Am 12. Juli fährt sie einen steilen Fussweg beim Bahnhof Uetikon am See ZH hinunter. Schon seit rund 50 Metern bremst sie.
Als sie den linken Fuss auf den Boden setzt, blockiert das Trottinett. Géraldine wird nach vorn geschleudert und schlägt mit dem Gesicht auf dem Asphalt auf.
An vieles danach kann sie sich bis heute nicht erinnern. «Ich weiss nicht mehr, ob ich das Bewusstsein verloren habe oder nicht», sagt sie zu Nau.ch.
Nur einzelne Bilder seien geblieben. «Ich erinnere mich an viel Blut an meinen Händen, im Gesicht und am Körper.» Ein Kollege habe ihr später bestätigt, wie schwer sie verletzt gewesen sei.
Zwölfjähriger ruft Hilfe
Géraldine liegt allein auf dem Weg. Doch sie hat Glück: Ein zwölfjähriger Junge, der in der Nähe wohnt, kommt zufällig nach Hause und entdeckt sie am Boden.
Er reagiert sofort und ruft Hilfe.
Gemäss Géraldines Schilderung kommt daraufhin auch eine Verkäuferin des Avec-Shops zur Unfallstelle. Sie hilft der Verletzten, bis vor den Bahnhof zu gelangen. Dort erleidet Géraldine einen Schwächeanfall.
Dann setzt ihre Erinnerung komplett aus. «Ich hatte einen Blackout bis ins Spital Männedorf, wo ich erst viel später wieder zu mir kam.»
Schutz und Rettung Zürich bestätigt gegenüber Nau.ch einen entsprechenden Einsatz.
Schweres Schädel-Hirn-Trauma
Die Folgen des Sturzes sind erheblich. Géraldine erleidet ein schweres Schädel-Hirn-Trauma mit einem grossen Hämatom.
Dazu kommen starke Verletzungen im Gesicht, eine gebrochene Nase, eine Fehlstellung des Kiefers sowie Verletzungen an Arm, Rücken und Nacken.
Eine Hirnblutung oder einen Schädelbruch hat sie zum Glück nicht.

Wochen nach dem Unfall kämpft sie noch mit Schmerzen, Migräne und grosser Müdigkeit. Gleichzeitig geht es ihr Schritt für Schritt besser.
Besonders beschäftigt sie, wer ihr in den entscheidenden Minuten geholfen hat. Deshalb veröffentlicht sie einen emotionalen Aufruf auf Facebook und bedankt sich bei den Menschen von Uetikon.
Kontakt mit jungem Helfer
Der Aufruf zeigt Wirkung. Géraldine hat online inzwischen Kontakt mit mehreren Menschen, die sie und ihre Familie nach dem Unfall unterstützt haben.
Auch mit dem zwölfjährigen Jungen konnte sie kurz sprechen.
«Ich möchte ihm eine kleine Aufmerksamkeit für seine Selbstbeherrschung und seinen Mut schenken», sagt Géraldine. «Er hat mich gerettet, indem er Hilfe gerufen hat.»
Auch über Facebook, WhatsApp und Messenger erhält sie zahlreiche Nachrichten.
Géraldine würde die Menschen, die damals bei ihr waren, gerne persönlich treffen. Besonders dankbar ist sie dafür, dass sie in der Ausnahmesituation ruhig und schnell gehandelt haben.
«Sie haben Erste Hilfe geleistet und schnell die Ambulanz gerufen. Dadurch trafen die Rettungssanitäter rechtzeitig ein.»
Aus dem Unfall zieht Géraldine auch eine klare Konsequenz. Denn sie war an jenem Tag ohne Helm unterwegs.
Heute appelliert sie deshalb an andere Trottinett- und Velofahrende: Auch für kurze Strecken solle man den Kopfschutz nicht weglassen. Denn ein einziger Moment könne ausreichen – und alles sei anders.













