Bessere Überwachung von Tätern mit Fussfesseln wird möglich
Ab Frühjahr 2026 wird den Kantonen ein Starterkit zur besseren Überwachung von Tätern mit Fussfesseln zur Verfügung gestellt.

Das Wichtigste in Kürze
- Die Schweiz verbessert die elektronische Kontrolle von Tätern häuslicher Gewalt.
- Der Verein Electronic Monitoring stellt ein Starterkit zur Verfügung.
- Die Mitgliedskantone betreiben künftig eine gemeinsame Überwachungszentrale.
Die elektronische Überwachung von Tätern häuslicher Gewalt in der Schweiz wird verbessert. Der Verein Electronic Monitoring stellt den Kantonen ab Frühjahr 2026 ein landesweites Starterkit zur Verfügung. Es soll die Überwachung von Personen mit Fussfesseln verbessern.
Die Mitgliedskantone haben grundsätzlich beschlossen, eine gemeinsame Überwachungszentrale zu betreiben.
Diese soll eine aktive, landesweite 24/7-Überwachung ermöglichen, wie der Verein Electronic Monitoring (EM) am Freitag mitteilte.
Nur eine rund um die Uhr aktive Überwachungszentrale, die kantonsübergreifend arbeite, könne einen zuverlässigen Opferschutz gewährleisten. Sie soll zudem Meldungen in Echtzeit verarbeiten.
Das sogenannte «Toolkit» für die koordinierte Umsetzung der Überwachung enthalte nun Richtlinien, Checklisten und Prozessbeschreibungen.
Diese sollen beim Überwachen von Tätern mit Fussfesseln helfen, wie der Verein auf Anfrage erklärte. Damit würden kantonsübergreifende technische Lösungen verbessert.
Starterkit fördert moderne Täterüberwachung
Das Starterkit sei ein weiterer Meilenstein bei der Einführung der aktiven elektronischen Überwachung von Tätern häuslicher Gewalt.
Damit soll der Übergang von einer passiven Überwachung zu einem echten Opferschutz erleichtert werden. Die Lösung ist sicher, modern und harmonisiert zwischen den Kantonen.
Ein im Kanton Zürich durchgeführtes Pilotprojekt habe gezeigt, dass die aktive Überwachung auf interkantonaler Ebene koordiniert werden müsse.
Ein harmonisiertes und zentralisiertes System ist unerlässlich, um Rayon-Verbote kantonsübergreifend zu überwachen. So kann im Bedarfsfall ein schnelles Eingreifen gewährleistet werden.
Kantone nutzen seit Dezember gemeinsames Fussfessel-System
Seit Dezember 2024 setzen die Mitgliedskantone ein gemeinsames System für die Überwachung mit Fussfessel ein. Es dient sowohl der passiven als auch der teilweisen aktiven Kontrolle als Alternative zur Haft.
Auf dieser Grundlage erhielt der Verein EM das Mandat, die dynamische Überwachung technologisch weiterzuentwickeln. Dies erfolgt im Rahmen von Zivil- oder Strafverfahren. Besonders im Fokus stehen dabei Fälle von Gewalt, Drohungen oder Stalking.
Der Verein EM wurde gegründet, um den Betrieb des Systems und die Weiterentwicklung des Electronic Monitoring in der Schweiz sicherzustellen. Ihm gehören derzeit 22 Kantone an; ab dem 1. Januar 2026 wird der Kanton Jura ebenfalls Mitglied werden.















