Arzt zahlt Krankenkassen-Rechnungen seit zwei Jahren nicht
Ein Arzt aus Mendrisio TI muss am heutigen Dienstag vor Gericht antraben, weil er seit über zwei Jahren keinen Krankenkassen-Beitrag mehr bezahlt hat.

Das Wichtigste in Kürze
- Ein Tessiner Arzt schliesst eine günstige internationale Krankenversicherung ab und zahlt in der Schweiz keine Krankenkassen-Beiträge mehr.
- Seine Schweizer Kasse akzeptierte die Kündigung jedoch nicht.
- Deswegen muss er vor Gericht: Er will die offenen Beiträge aber auch nach dem Prozess nicht begleichen.
Vor über zwei Jahren entschied sich Roberto Ostinelli dazu, keine Krankenkassen-Beiträge mehr zu bezahlen. Die letzte Rechnung beglich er im Juni 2024.
Deswegen muss der Arzt aus Mendrisio TI heute Dienstag vor dem Richter antraben. Gegenüber «tio.ch» spricht Ostinelli von einer «bewussten» Entscheidung: «Ich möchte in dem System ein Zeichen setzen.»
Laut dem Portal hatte Ostinelli während der Covid-19-Pandemie mit unkonventionellen Ansichten im Tessin für Kontroversen gesorgt. «Während der Pandemie geriet ich, wie viele Tessiner, in eine schwierige finanzielle Lage», erklärt er.
«Auf eine internationale Versicherung gestossen»
Deswegen habe er Wege finden müssen, seine Ausgaben zu senken. Da er auch im Ausland einen Standort habe, «bin ich irgendwann auf eine internationale Versicherung gestossen». Diese habe er dann abgeschlossen.
Ostinelli erklärt: «Mir wurde gesagt, dass der Versicherungsschutz in ganz Europa, einschliesslich der Schweiz, und auch auf anderen Kontinenten gilt.» Dafür zahle er im Monat 140 Euro (rund 130 Franken). Das entspreche «einem Drittel des Geldes, das man in der Schweiz zahlt».
Bisher habe er die internationale Krankenversicherung noch nie in Anspruch nehmen müssen. Er frage sich wie viele Tessiner: «Warum muss man in der Schweiz so viel bezahlen, wenn man nie zum Arzt geht…»
Arzt will auch nach Gerichtsentscheid nicht bezahlen
Nachdem er entschieden hatte, keine Krankenkasse in der Schweiz mehr zu bezahlen, habe er versucht, mit seiner bisherigen Schweizer Krankenkasse eine Einigung zu erzielen. «Aber das war nicht möglich, meine Kündigung wurde nicht akzeptiert.»
Er habe auch nicht vor, die offenen Beiträge zu bezahlen – egal was das Gericht entscheide. Selbst wenn es in einem Konkursantrag münden würde.
Ostinelli wünscht sich, dass «man den Tessinern ermöglichen könnte, für einen Zeitraum von drei Jahren auch ausländische Versicherungen abzuschliessen». Auch wenn er wisse, dass diese Idee nicht mit dem Bundesgesetz konform sei.
«Aber im Moment ist es wichtig, dass Menschen in Not eine Atempause bekommen. Und sich für eine internationale Versicherung entscheiden können.»
Er ergänzt: «Nur für drei Jahre. Dann kann man neu anfangen. Ich halte das nicht für unmöglich.»





















