Ab Mittwoch fährst du für 47 Franken nach Brüssel
Ein niederländischer Zugreiseanbieter fährt ab Mittwoch von Mailand nach Brüssel. Dabei gibt es gleich mehrere Möglichkeiten, in der Schweiz zuzusteigen.

Das Wichtigste in Kürze
- Ab Mittwoch kann man für 47 Franken von der Schweiz nach Brüssel fahren.
- Dies, mit einem Nachtzug des niederländischen Reiseanbieters «European Sleeper».
- Auch die SBB plant im Jahr 2027 einen Direktzug nach Brüssel.
Egal ob ab Aarau, Arth-Goldau, Bellinzona oder Lugano: Ab Mittwoch kannst du aus der Schweiz mit dem Zug direkt nach Brüssel fahren. Der Preis dafür: Knapp 50 Euro oder umgerechnet 47 Franken – egal wo in der Schweiz zugestiegen wird.
Für diesen Preis gibt es jedoch nur einen Sitzplatz. Der Zug der niederländischen Firma «European Sleeper» fährt um 18.44 Uhr ab Lugano und um 22.58 ab Aarau. Da es sich beim Angebot um einen Nachtzug handelt, dürfte die Nachfrage nach einem Platz im Schlafwagen grösser sein.
Für eine Fahrt im 3er-Schlafwagen zahlt man mehr als doppelt so viel, nämlich rund 122 Franken. Wählt man ein Angebot mit etwas mehr Komfort, steigt der Preis bereits auf gut 160 Franken. Dafür erhält man ein grösseres Bett und Frühstück, bevor man um 11.42 Uhr in Brüssel ankommt.
Ausländische Anbieter dürfen in der Schweiz nur Passagiere transportieren, sofern sie mit schweizerischen Unternehmen zusammenarbeiten.
Darum hat European Sleeper laut «SonntagsZeitung» bereits im Jahr 2025 die Train Charter GmbH ins Handelsregister eintragen lassen. Auch die Haftung bei Unfällen liegt aktuell bei dieser Firma.
Bei Zustimmung der Bilateralen III ändert sich einiges
Dies könnte sich jedoch bald ändern, sofern die Schweiz den Bilateralen III zustimmt. Dann könnten auch ausländische Bahngesellschaften direkt haftbar gemacht werden.
Mit der Annahme der Bilateralen III würde die Liberalisierung des europäischen Schienenverkehrs in Europa auch die Schweiz mitteinbeziehen. EU-Bahngesellschaften dürften dann eigenständig Verbindungen mit Halt in der Schweiz anbieten.
Auch Schweizer Anbieter wären in diesem Fall berechtigt, eigenständig Fahrten in die EU zu machen.
Das Bundesamt für Verkehr hält in einem Faktenblatt vom März fest, dass die Marktöffnung kontrolliert verlaufen soll.
Das beinhaltet insbesondere den Schutz des Taktfahrplans. Das Schweizer Schienennetz ist stark ausgelastet, weshalb zusätzliche Verbindungen gut koordiniert werden müssen.
Auch die SBB will Direktverbindungen nach Brüssel anbieten
Ab Juli 2027 wollen die SBB gemeinsam mit einem französischen und einem belgischen Bahnunternehmen Direktverbindung zwischen Basel und Brüssel testen. Der Zug soll zunächst alle drei Tage fahren. Die SBB weisen auf ihrer Website bereits auf das neue Angebot hin.





















