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    Tobias Infortuna (SVP): «Jährlich 83 Millionen Franken ohne Wirkung»

    Tobias Infortuna
    Tobias Infortuna

    Zürich,

    Die Änderung des Lehrpersonalgesetzes bringt den Schulen zu wenig, kritisiert der Zürcher SVP-Kantonsrat Tobias Infortuna. Ein Gastbeitrag.

    Tobias Infortuna, Kantonsrat SVP.
    Tobias Infortuna, Zürcher SVP-Kantonsrat. - zVg

    Bei bildungspolitischen Entscheiden sollte für mich als Kantonsrat eine Frage im Zentrum stehen: Was verbessert sich dadurch für die Schülerinnen und Schüler?

    Bei der Änderung des Lehrpersonalgesetzes fällt die Antwort ernüchternd aus. Die Vorlage bringt keine zusätzliche Unterstützung ins Klassenzimmer.

    Sie reduziert den administrativen Aufwand nicht und verschafft den Lehrerinnen und Lehrern auch nicht mehr Zeit für die individuelle Förderung der Kinder. Trotzdem sollen Kanton und Gemeinden dafür jedes Jahr rund 83 Millionen Franken zusätzlich ausgeben.

    Lehrpersonen
    Ende September stimmt der Kanton Zürich über das Lehrpersonalgesetz ab. (Symbolbild) - keystone

    Unsere Lehrerinnen und Lehrer leisten täglich viel. Sie unterrichten Klassen mit unterschiedlichen Voraussetzungen, führen anspruchsvolle Elterngespräche und bewältigen zahlreiche organisatorische Aufgaben.

    Diese Arbeit verdient Anerkennung. Doch Anerkennung darf sich nicht darin erschöpfen, pauschal mehr Lohn zu bezahlen und ansonsten alles beim Alten zu lassen.

    Besonders problematisch ist, dass die zusätzlichen Mittel nach dem Giesskannenprinzip verteilt werden. Es wird kaum berücksichtigt, wer besonders belastet ist, zusätzliche Verantwortung übernimmt oder unter schwierigen Bedingungen arbeitet.

    Sollte der Kanton Lehrpersonen gezielter entlasten?

    Eine überzeugende Personalpolitik müsste gezielter vorgehen. Mit 83 Millionen Franken pro Jahr könnten wir konkrete Verbesserungen ermöglichen.

    Denkbar wären weniger Bürokratie, gezielte Unterstützung in anspruchsvollen Klassen oder Massnahmen, die den Lehrerinnen und Lehrern tatsächlich mehr Zeit für den Unterricht geben. Die vorliegende Änderung tut nichts davon.

    Gute Bildungspolitik bemisst sich nicht daran, wie viel Geld sie verteilt, sondern daran, was sie im Schulzimmer bewirkt. Diese Vorlage bleibt den entscheidenden Nachweis schuldig.

    Deshalb sage ich am 27. September Nein.

    Zum Autor

    Tobias Infortuna (*1973) ist Zürcher SVP-Kantonsrat.

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    Kommentare

    User #2844 (nicht angemeldet)

    Was Herr Fortuna vergisst: Das System baut derzeit auf Gratisarbeit. Klar „bringen“ die 83 Mio nicht mehr Nutzen - weil die Leistung von den Lehrpersonen aktuell schon erbracht wird, unbezahlt in ihrer Freizeit. Aber: wie lange noch? Faire Arbeitsbedingungen sind doch eine Grundvoraussetzung dafür, dass wir gute Schulen haben. Ich stimme deshalb JA am 27. September.

    User #9833 (nicht angemeldet)

    man kann halt nicht alles mit Geld kaufen

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