8,8 Milliarden: Handelsdefizit mit den USA dreht plötzlich um
Das Handelsdefizit der USA gegenüber der Schweiz hat sich in den letzten Monaten in einen Überschuss verwandelt. Das schwächt Trumps wichtigstes Argument.

Das Wichtigste in Kürze
- Das US-Handelsdefizit mit der Schweiz hat sich in einen Überschuss gedreht.
- Damit hat Donald Trump sein Wichtigstes Argument im Zollstreit mit der Schweiz verloren.
- Schweizer Firmen sollen in den nächsten Jahren massiv in den USA investieren.
Die Schweiz will Donald Trump keinen Grund mehr geben, im Zollstreit erneut zuzuschlagen. Im Oktober 2025 wies die USA einen Handelsüberschuss von 8,8 Milliarden Dollar (6,9 Mia. Franken) gegenüber der Schweiz aus. Das zeigen neuen Zahlen des US-Handelsministeriums, wie die «SonntagsZeitung» berichtet.
Demnach hat sich das Defizit vor allem aufgrund deutlich gesunkene Goldexporte aus der Schweiz in die USA auch schon in den Monaten August und September in einen Überschuss gedreht.
Trotz der aus schweizer Sicht drei positiven Monate: Das Handelsdefizit der Schweiz gegenüber den USA im letzten Jahr beläuft sich, nach vorläufigen Zahlen, auf 41 Milliarden Dollar und gilt als Grundlage für die Zollpolitik.
Vor diesem Hintergrund bemüht sich die Schweiz, die Entspannung im Verhältnis zu den USA abzusichern.
Schweizerisch-amerikanische Handelskammer will Investitionsliste
Die schweizerisch-amerikanische Handelskammer hat kürzlich Schweizer Unternehmen dazu aufgefordert, ihre geplanten Investitionen in den USA zu dokumentieren. «Das ist eine sehr wichtige Aufgabe», heisst es in einem Brief an die Unternehmen, wie die «SonntagsZeitung» weiter schreibt.
Bereits vor einem Jahr sammelte die Handelskammer Daten zu geplanten Investitionen von Schweizer Unternehmen in den USA.
Schweiz soll 200 Milliarden in die USA investieren
Diese Informationen bildeten das Fundament für ein Investitionspaket Schweizer Unternehmen in die USA. Eine Gruppe von Schweizer Konzernchefs präsentierte dieses Paket vergangenen November bei ihrem Besuch bei Donald Trump.
Das Treffen gilt als Grundlage der Einigung im Zollstreit zwischen der Schweiz und den USA. Diese Einigung besagt: Innerhalb von fünf Jahren soll die Schweiz mindestens 200 Milliarden Franken in die USA investieren.
Trump senkt im Gegenzug die Zölle
Im Gegenzug senkte die Trump-Regierung die Strafzölle für Waren aus der Schweiz Mitte November auf 15 Prozent. Vorher galt seit August ein Zusatzzoll von 39 Prozent.
Teil der Übereinkunft ist zudem, dass bereits 2026 Investitionen in der Höhe von 67 Milliarden Franken angestossen werden sollen.
Die Handelskammer möchte so sicherstellen, dass die angekündigten Schweizer Investitionen nicht nur leere Versprechungen sind. «Wir haben verschiedene Deadlines», sagt Rahul Sahgal, Geschäftsführer der Handelskammer der Zeitung.













