Bier

2,8dl statt Stange: Berner Bar verkleinert Bier – bis Nau.ch kommt

Riccardo Schmidlin
Riccardo Schmidlin

Bern,

«Geizt die neue schicke Bar beim Bier?», wundert sich ein Nau.ch-Leser. Statt der gewohnten 3 dl hat die «Stange» 2 cl weniger. Bis Nau.ch sich einschaltet.

Kaiserhaus
Im Kaiserhaus in Bern ist weniger im Bierglas als man sich von anderen Bars gewöhnt ist. (Symbolbild) - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Die neue Bar im Berner Kaiserhaus serviert das Bier in ungewöhnlich kleinen Grössen.
  • Die Ästhetik habe den Ausschlag für die kleinen Gläser gegeben, heisst es bei der Bar.
  • Nach einer Anfrage von Nau.ch geht man jetzt über die Bücher.

Nach acht Jahren Bauzeit hat das Kaiserhaus in der Marktgasse in Bern am 10. April seine Türen geöffnet. Damit ist ein neues Kapitel im Herzen der Altstadt angebrochen.

Im ehemaligen Kaufhaus ist ein vielseitig genutzter Ort entstanden. Rund 60 Marken mit Fokus auf Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft teilen sich die Verkaufsflächen.

Ergänzt wird das Angebot durch Wohnungen, ein Museum der Nationalbank zum Thema Geld sowie drei Gastronomiebetriebe.

Neben einer Brasserie und einem Take-away lädt die Hof-Bar im Innenhof zum Verweilen ein. Den grossen Bierdurst sollte man hier aber besser nicht mitbringen.

Denn: Im Glas wird deutlich weniger ausgeschenkt als in herkömmlichen Bars.

Nur 28 cl für «Stange» statt 3 dl

Tatsächlich wird das Bier im Offenausschank in den Grössen 18 cl, 28 cl und 45 cl serviert. Das zeigt eine Getränkekarte, die Nau.ch vorliegt.

Bier
Die Biergrössen bei der Hof-Bar im Berner Kaiserhaus sind verdächtig klein. - Nau.ch-Leserreporter

«Geizt die neue schicke Bar beim Bier?», wundert sich ein aufmerksamer Leser.

Gängig sind in der Deutschschweiz nämlich folgende Grössen: Das «Herrgöttli» mit 2 dl für den kleinen Durst, die «Stange» mit 3 dl und «es Grosses» mit 5 dl.

Gesetzlich normiert sind die Grössen in der Schweiz aber nicht.

Warum fliesst im Kaiserhaus weniger Bier?

Der Zürcher Gastronom Valentin Diem, der die Bar im Kaiserhaus betreibt, erklärt sich gegenüber Nau.ch: «Es handelt sich hier um einen japanischen Glashersteller, der ein handwerkliches Glas mit geschliffenem Rand im Stil eines Bodega-Glases herstellt.»

Bier
Solche Biergrössen ist man sich normalerweise gewöhnt. Im Bild: Die Getränkekarte des Tramdepots in Bern. - Screenshot

Bei diesem Glas seien die Einheiten anders als üblich. Es orientiere sich an der spanischen Bodega-Kultur, bei der sich Biergläser kaum von Wassergläsern unterscheiden.

Er betont: «Es war eine ästhetische Entscheidung. Feine handwerklich gemachte Gläser empfinden wir als sehr angenehm und bereiten ein hohes Mass an Trinkvergnügen.»

Gäste bezahlen nicht zu viel fürs Bier

Überzeugt hätten die Haptik, der geschliffene Rand und die Emotion des Glases. «Die Masse haben wir als unproblematisch kleine Abweichung eingeschätzt», sagt Diem.

Am Bier selbst wird nicht gespart. «Die Preise sind entsprechend der Grössen angepasst», versichert der Gastrounternehmer. Sprich: Ist weniger im Glas drin, ist es günstiger.

Eine Stange Bier mit nur 2,8dl Inhalt - findest du das gut?

Beschwerden gab es kaum. Mit Ausnahme eines Nau.ch-Lesers habe sich niemand geäussert.

Doch die Nachfrage von Nau.ch bringt Bewegung in die Sache.

Diese sei «Grund genug, nochmals über die Bücher zu gehen», sagt Diem. Und er kündigt an: «In der Zwischenzeit haben wir uns entschieden, die Gläser für Bier zu ersetzen.»

Neue Gläser entsprechen lokalen Gepflogenheiten

Die neuen Gläser bezieht die Bar künftig direkt vom lokalen Bier-Lieferanten Wirt-Bier.

Diese sollen «den lokalen Gepflogenheiten bestmöglich entsprechen», verspricht Diem.

Kaiserhaus
Den Gästen gefällt das Kaiserhaus in Bern. - keystone

Offenbar inklusive Branding. «Die Gäste können nun nicht nur schmecken, sondern auch sehen, dass wir mit einer lokalen Biermanufaktur direkt zusammenarbeiten.»

Generell sei man «sehr dankbar», wie die Gäste das neue Kaiserhaus aufgenommen haben.

«Natürlich sind wir bemüht, uns täglich zu verbessern und Anfangsschwierigkeiten zu überwinden. Und aufgrund wertvoller Rückmeldungen inhaltliche Anpassungen vorzunehmen.»

Mehr zum Thema:

Kommentare

User #5705 (nicht angemeldet)

Nau ist das beste

User #5671 (nicht verifiziert)

Das ist der Unterschied. Wäre der Leser zu Blick gerannt, hätte er recherchiert und festgestellt, dass die Preise angepasst wurden. Hier ist das logischerweise nicht der Fall.

Weiterlesen

Kaiserhaus
Ab April 2026
Voi Bern
24 Interaktionen
Aufdringliche Touris
Symbolbild Schweizer Technologie
21 Interaktionen
Schweizer Technologie

MEHR BIER

5 Interaktionen
Sursee
getränk zug
21 Interaktionen
Ungewöhnliche Geste
Moretti
284 Interaktionen
Trotz Tragödien
Alkoholfreies Bier
244 Interaktionen
«Trigger-Effekt»

MEHR AUS STADT BERN

Gimelli Engineering AG
«Opensauce»-Event
Philip Kohli Porträtfoto
1 Interaktionen
Philip Kohli
YB
9 Interaktionen
Lunde-Kolumne
Bern