Rekord! Berner Jungs legen auf Münster-Treppe 1280 Höhenmeter zurück
13'760 Stufen und 1280 Höhenmeter: Michael Dürig und Flavien Winkler schreiben mit ihrem Treppenlauf im Berner Münster Geschichte.

1280 Höhenmeter, 13'760 Stufen und jede Menge Muskelkater: Michael Dürig und Flavien Winkler haben den Berner Münsterturm zur sportlichen Herausforderung gemacht und so ganz nebenbei auch noch Geschichte geschrieben.
«Yeah – geschafft! Was für ein Gefühl!», strahlend, wenn auch etwas erledigt, hüpfen die beiden Jungs noch die letzten Stufen des rechten Münsterturms herunter und stoppen ihre Uhren: Exakt zwei Stunden und 35 Minuten haben sie gebraucht, um insgesamt 1280 Höhenmeter zurückzulegen.
Oder je 13'760 Treppenstufen, also 20 Mal die Münsterturmtreppe rauf und wieder runter.

Für ihr angesagtes Ziel von 1000 Metern hätten eigentlich 16 Mal gereicht, aber: «Weil meine Freundin und ich heute auf den Tag genau 20 Monate zusammen sind, haben wir noch vier Runden ihr zu Ehren angehängt!», erklärt Flavien mit einem breiten Grinsen.
Die beiden haben damit soeben einen Schweizer Rekord aufgestellt – denn das Berner Münster ist das höchste Sakralgebäude der Schweiz, nach 344 Treppenstufen erreicht man die obere Galerie auf 64 Metern Höhe.
«Er hat die Ideen, ich mache mit!»
Die Idee dazu hatte Michael Dürig, 21 Jahre jung und Zugchef bei den SBB, und in seiner Freizeit begeisterter Jogger. Mit dem gleichaltrigen Elektroniker Flavien Winkler verbindet ihn eine lebenslange Freundschaft; die beiden sind zusammen aufgewachsen, die Eltern miteinander befreundet.
Flavien allerdings steht lieber auf dem Snowboard oder wandert in den Bergen. Michaels Idee mit dem 1000 Höhenmeter-Münsterlauf begeisterte ihn dennoch sofort: «Das war schon immer so: Michael hatte die coolen Ideen und ich machte einfach mit! Deshalb fand ich auch hier: warum nicht? Lass uns das zusammen durchziehen!»
Inklusive Möbelrücken
Nach Abklärungen bei der Leiterin des Münsterturms, Isabelle Reymond, gab es schliesslich grünes Licht für das spezielle Projekt.
Mit einer Bedingung: Um 11.45 Uhr musste der Run zu Ende sein, da der Turm während des Winters jeweils ab 12 Uhr für die Öffentlichkeit zugänglich ist. Das spornte die beiden zusätzlich an.

Zehn Minuten rechneten sie für einmal rauf und runter, somit wurde der Start auf 8.45 Uhr gelegt. Eine halbe Stunde sollten sie am Ende schneller sein als geplant, inklusive den Zusatzrunden und einem kurzen Zügeleinsatz in der ehemaligen Turmwohnung.
Ein Möbel musste dort noch verschoben werden. «Oh, wie lieb von euch, das habt ihr tatsächlich während des Runs noch für mich gemacht?», fragt Isabelle Reymond begeistert, als die beiden um kurz vor halb zwölf ziemlich ausser Atem im Vorraum der Münstertreppe ankommen.
«Eh klar, dank Ihnen konnten wir ja schliesslich auch unsere Idee umsetzen!», antworten die beiden gut gelaunt.
Kurze Vorbereitungszeit
Nun steht aber erst einmal Erholung auf dem Programm. Denn: «So bis zur 13. Runde war eigentlich alles relativ easy», sind sich Michael und Flavien einig. Aber dann begannen die Oberschenkel empfindlich zu brennen.
«Und beim Runterlaufen mussten wir immer gut aufpassen, dass wir nicht stolperten und uns nicht schwindlig wurde!» Geholfen habe dabei die gegenseitige Motivation und der Wille, ihr Ziel zu erreichen.
Wer jetzt denkt, die beiden hätten sich wochenlang auf diesen Tag vorbereitet, liegt falsch: «Nun ja, wir sind letzte Woche ein paar Mal die Nydegg-Treppe rauf und runter gerannt, um zu sehen, wie sich das so anfühlt.Und danach fanden wir, dass wir den Münsterturm wohl schon schaffen können!»
Eine, wie sich zeigen sollte, korrekte Einschätzung. Flavien habe zusätzlich noch etwas im heimischen Treppenhaus geübt, und so waren die beiden Freunde am Morgen des 22. Januar startklar.

Mit etwas Koffein und einem Birchermüesli im Magen, einer Banane, Energieriegel und Wasser ausgerüstet, ging es deshalb um kurz vor neun Uhr los.
Nicht allzu schnell, dafür konstant, war der Plan und dieser ging perfekt auf: Nur gut zweieinhalb Stunden später und mit einem Rekord in der Tasche, freuen sich die beiden jetzt auf eine heisse Badewanne und eine Mütze Schlaf. Der Muskelkater wird sich dann noch früh genug einstellen!
Ein «Bärner Münsterturm-Lauf»?
Warum aber tut man sich sowas eigentlich an? «Wir fanden es einfach eine witzige Idee und wollten sehen, ob wir das schaffen», erklärt Michael.
«Und vielleicht könnte man daraus ja auch den ‹Bärner Münsterturm-Lauf› machen und diesen mit Hilfe von Sponsoren gar noch für einen guten Zweck nutzen?»
Isabelle Reymond überlegt und meint: «Das klingt effektiv noch interessant! Ich werde das mal bei uns besprechen.»
Dem BärnerBär gefällt diese Idee ebenfalls und er wird dranbleiben. Auch wenn er an diesem kalten Januartag froh war, nur über das Ereignis berichten zu dürfen und nicht selbst mitmachen zu müssen!








