Zombie-Hirsch-Krankheit doch für Menschen gefährlich?
Eine neue Studie zeigt: Prionen der Zombie-Hirsch-Krankheit dringen ins Primatenhirn – und stellen frühere Entwarnung infrage.

Die Zombie-Hirsch-Krankheit, auch Chronic Wasting Disease (CWD) genannt, befällt Hirsche, Elche und Rentiere und endet stets tödlich. Verursacht wird sie durch Prionen, fehlgefaltete Eiweisse, die sich über Körperflüssigkeiten verbreiten, berichtet «T-Online».
Betroffene Tiere werden zunächst apathisch, verlieren die Scheu vor Menschen und nehmen trotz Futter stark ab. «PTAheute» beschreibt weitere Symptome wie Aggressivität, übermässigen Speichelfluss und unkontrollierten Bewegungsdrang.
Der Erreger ist zudem äusserst widerstandsfähig – laut «PTAheute» kann er ausserhalb des Tierkörpers jahrzehntelang infektiös bleiben. Das macht eine Eindämmung der Seuche besonders schwierig.
Was die neue Studie zur Zombie-Hirsch-Krankheit zeigt
Bislang galt das Übertragungsrisiko auf den Menschen als sehr gering – eine neue Studie stellt das nun infrage. Im Fachjournal «Science Advances» veröffentlicht, untersuchten Forscher infizierte Makaken über mehrere Jahre, wie «T-Online» berichtet.
Die meisten Affen entwickelten keine eindeutigen Krankheitszeichen; zwei Tiere zeigten jedoch Symptome wie Zittern und Koordinationsstörungen. Mittels hochempfindlicher Nachweisverfahren fanden die Forscher bei allen infizierten Tieren geringe Mengen krankhafter Eiweisse im Nervengewebe.
Noch aufschlussreicher war ein weiterer Versuchsschritt der Forschungsgruppe. Gewebe der infizierten Makaken wurde auf Mäuse übertragen, die daraufhin selbst Anzeichen einer Prionenerkrankung entwickelten.
Was das für Menschen bedeutet
Laut «T-Online» konnten sich die Erreger offenbar in den Primaten zumindest in geringem Mass vermehren. Auch nach mehreren Wirtswechseln blieben die Prionen nach Ansicht der Autoren infektiös.
Wildtierexpertin Alexandra Lombard aus Virginia beschreibt die betroffenen Tiere als apathisch und kaum beweglich. Sie liessen den Kopf hängen, wanderten ziellos umher und sabberten manchmal, so «Der Standard».
Prionenerkrankungen können laut «T-Online» sehr lange Inkubationszeiten aufweisen – zwischen Ansteckung und Ausbruch können Jahre oder Jahrzehnte liegen. Die Autoren halten es deshalb für möglich, dass einige Makaken das Endstadium noch gar nicht erreicht hatten.
Keine Entwarnung trotz fehlendem Nachweis
Die Forscher betonen, dass ihre Studie keine direkte Übertragung auf Menschen belegt, wie «T-Online» berichtet.

Sie fordern dennoch weitere Untersuchungen und eine engmaschigere Überwachung der sich ausbreitenden Krankheit.
Die Weltgesundheitsorganisation beobachtet das Thema und empfiehlt in Endemiegebieten Hygienemassnahmen im Umgang mit Tieren, schreibt «PTAheute». Bislang ist kein bestätigter Fall einer Ansteckung des Menschen mit CWD bekannt.
















